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Wirtschaftsbotschaft von Özgür Özel: 'Die Rechnung muss Erdoğan präsentiert werden'

CHP-Parteivorsitzender Özgür Özel äußerte sich in einer Live-Sendung bei Tele2 sowie vor dem Silivri-Gefängnis zu zahlreichen Themen, von der Wirtschaftspolitik bis hin zu Justizverfahren. Özel widersprach der Ansicht, die Verantwortung für die Wirtschaftskrise liege allein bei Finanzminister Mehmet Şimşek, und betonte, dass die Entscheidungen von Präsident Erdoğan getroffen würden.

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Wirtschaftsbotschaft von Özgür Özel: 'Die Rechnung muss Erdoğan präsentiert werden'

Der CHP-Parteivorsitzende Özgür Özel, der an der Sendung „Sabah Pusulası mit Gökhan Kayış“ auf Tele2 teilnahm, äußerte sich zur wirtschaftlichen Lage der Türkei. Özel widersprach der Auffassung, die Verantwortung für die Wirtschaftskrise liege ausschließlich bei Finanzminister Mehmet Şimşek, und erklärte: „Was auch immer Mehmet Şimşek tut, er tut es wegen Erdoğan. In diesem Land jemand anderem als Erdoğan die Rechnung zu präsentieren, spielt nur Erdoğan in die Hände.“

Auch vor dem Silivri-Gefängnis äußerte sich Özgür Özel zu den laufenden Gerichtsverfahren und der wirtschaftlichen Agenda der Türkei. Er kritisierte die Regierung für die Debatten um den Mindestlohn sowie die verfolgte Wirtschaftspolitik und betonte, dass wirtschaftliche Entscheidungen von politischen Präferenzen geprägt seien.

„MEHMET ŞİMŞEK SETZT ANWEISUNGEN UM“

Özel erklärte, er halte es für falsch, Mehmet Şimşek als alleinigen Verantwortlichen für die negative wirtschaftliche Entwicklung darzustellen, und verwies auf die Amtszeit des früheren Finanzministers Nureddin Nebati. Özel äußerte sich dazu wie folgt:

„Mehmet Şimşek tut nichts. Auch der frühere Minister Nebati hat nichts getan. Was auch immer Nebati tat, er tat es wegen Erdoğan; was auch immer Mehmet Şimşek tut, er tut es wegen Erdoğan. Mehmet Şimşek ist lediglich jemand, der ins Schaufenster gestellt wurde, um Erdoğan in diesem Prozess die Last von den Schultern zu nehmen. Es wird der Eindruck erweckt, als wolle Erdoğan etwas geben, aber Mehmet Şimşek leiste Widerstand. Wer hat Erdoğan jemals Widerstand geleistet, dass Mehmet Şimşek es jetzt tun sollte?“

KRITIK AN INFLATIONS- UND ZINSPOLITIK

Özel erinnerte daran, dass Präsident Erdoğan Mehmet Şimşek in der Vergangenheit scharf kritisiert hatte, und argumentierte, dass die „Nas“-Politik (Zinsverbot) eine wahlkampforientierte Entscheidung gewesen sei. Er wies darauf hin, dass die Türkei die Zinsen gesenkt habe, während weltweit Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung auf der Tagesordnung standen, und äußerte sich wie folgt:

„Erdoğan sagte unter dem Vorwand, es gebe ein ‚Nas‘ (religiöses Zinsverbot), dass die Zinsen nicht erhöht würden, und nahm den Anstieg der Inflation in Kauf, weil er meinte, er wisse es besser. Dies war eine Entscheidung, um die Wahl zu gewinnen. Die Zinsen wurden niedrig gehalten, die Geldmenge im Markt wurde erhöht und der Verbrauchervertrauensindex wurde künstlich in die Höhe getrieben. Die Menschen begannen zu konsumieren, damit ihr Geld nicht an Wert verliert, was die Wohnungs- und Mietpreise in die Höhe trieb. Mit der Einführung des währungsgeschützten Einlagenkontos (KKM) wurde den Armen genommen und den Reichen gegeben.“

In der Sendung ging Özgür Özel auch auf vergangene Justizprozesse ein und erinnerte daran, dass der Staatsanwalt Zekeriya Öz, hinter dem die Regierung während der Ergenekon- und Balyoz-Verfahren stand, heute flüchtig sei. Özel betonte, dass Persönlichkeiten wie İlker Başbuğ, Mehmet Haberal und Mustafa Balbay, die damals als „Putschisten“ und „Terroristen“ angeklagt wurden, heute erhobenen Hauptes lebten. „Damals stand Erdoğan hinter Zekeriya Öz, wir standen an der Seite der Opfer. Auch heute setzen wir uns gegen die größten Verleumdungen der Welt zur Wehr“, sagte er.

BESUCH BEI MERDAN YANARDAĞ

Özgür Özel berichtete, dass er den inhaftierten Journalisten Merdan Yanardağ im Gefängnis besucht habe und dieser bei guter Stimmung sei. Mit Blick auf die Haltung der Regierung zur Definition von Terrorismus sagte Özel: „Diejenigen, die gestern zu Merdan Yanardağ sagten, er würde eine ‚Terrororganisation verherrlichen‘, verhandeln heute mit dem Gründer derselben Organisation.“


Nachrichtenquelle: 12punto

Finanzminister Mehmet Şimşek Präsident Recep Tayyip Erdoğan