Türkische Nationalmannschaft strebt historischen Erfolg in Wales an
Die türkische Nationalmannschaft trifft heute Abend im letzten Spiel der EM-2024-Qualifikationsgruppe D auswärts auf Wales. Das Team tritt mit dem Ziel an, zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Gruppenphase als Tabellenerster abzuschließen und sich erstmals als Gruppensieger für ein Turnier zu qualifizieren.
Die Türkei, die sich bereits für die EURO 2024 in Deutschland qualifiziert hat und nun den Gruppensieg anstrebt, nahm in ihrer Geschichte bisher fünfmal an Europameisterschaften und zweimal an Weltmeisterschaften teil. Bei keinem dieser sieben Turniere gelang es der „Ay-Yıldızlı“-Auswahl, sich als Gruppensieger zu qualifizieren.
Vor den letzten Spielen liegt die Türkei drei Punkte vor dem zweitplatzierten Kroatien; ein einziger Punkt reicht aus, um den Gruppensieg zu sichern.
Die sieben großen Turniere der Türkei
Die Nationalmannschaft nahm unter der Leitung von Fatih Terim 1996, 2008 und 2016, unter Mustafa Denizli 2000 sowie unter Şenol Güneş 2020 an Europameisterschaften teil.
Obwohl die Türkei sich für die Weltmeisterschaft 1950 qualifiziert hatte, konnte sie aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht teilnehmen. Sie trat jedoch bei den Weltmeisterschaften 1954 und 2002 an.
Das Abenteuer Europameisterschaft
EURO 1996
Die Türkei nahm 1996 erstmals an einer Europameisterschaft teil. In der Qualifikationsgruppe traf die Nationalmannschaft auf die Schweiz, Schweden, Ungarn und Island.
Das Team belegte mit 15 Punkten den zweiten Platz hinter dem Gruppensieger Schweiz (17 Punkte) und qualifizierte sich damit für das Turnier in England.
EURO 2000
In der Qualifikationsgruppe für die Europameisterschaft 2000 spielte die Nationalmannschaft gegen Deutschland, Finnland, Nordirland und Moldau. In acht Spielen sammelte die Türkei 17 Punkte und beendete die Gruppe hinter Deutschland (19 Punkte) auf dem zweiten Platz.
In den Play-off-Spielen gegen die Republik Irland erreichte die Türkei auswärts ein 1:1 und zu Hause ein torloses Unentschieden. Dank der Auswärtstorregel qualifizierte sich das Team für die EURO 2000, die gemeinsam von den Niederlanden und Belgien ausgerichtet wurde.
EURO 2008
Die „Ay-Yıldızlı“-Auswahl traf in der Qualifikationsgruppe für die Europameisterschaft 2008 auf Griechenland, Norwegen, Bosnien-Herzegowina, Moldau, Ungarn und Malta.
Die Gruppe wurde mit 24 Punkten aus 12 Spielen auf dem zweiten Platz beendet. Hinter dem Gruppensieger Griechenland (31 Punkte) qualifizierte sich die Türkei für die EURO 2008, bei der sie bis ins Halbfinale vorstoßen sollte.
EURO 2016
Um sich für die EURO 2016 zu qualifizieren, trat die Türkei in der Qualifikationsgruppe gegen Tschechien, Island, die Niederlande, Kasachstan und Lettland an.
Nach zehn Spielen belegte die Nationalmannschaft mit 18 Punkten den dritten Platz hinter Tschechien und Island. Als bester Gruppendritter aller Gruppen sicherte sich die Türkei die Teilnahme am Turnier in Frankreich.
EURO 2020
Die Türkei hielt ihre Ambitionen, als Gruppensieger an der Europameisterschaft 2020 teilzunehmen, bis zum letzten Spiel aufrecht, doch Frankreich sicherte sich den Gruppensieg.
In der Qualifikationsgruppe kämpfte das Team gegen Frankreich, Island, Albanien, Andorra und Moldau. Mit zwei Punkten Rückstand auf den Gruppensieger Frankreich (25 Punkte) belegte die Türkei den zweiten Platz und löste das Ticket für die EURO 2020.
Weltmeisterschaft
Weltmeisterschaft 1954
Die türkische Nationalmannschaft schaffte 1954 zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft.
Auf dem Weg zur WM traf die Türkei auf Spanien. Nach einer 1:4-Niederlage im Hinspiel gewann die Türkei das Rückspiel mit 1:0. Da die Tordifferenz damals nicht zählte, wurde ein drittes Spiel auf neutralem Boden in Rom ausgetragen. Da auch diese Begegnung 2:2 endete, entschied das Los: Ein Junge namens Franco zog aus einer Urne den Namen der Türkei, wodurch sich die Nationalmannschaft für das Turnier qualifizierte.
Weltmeisterschaft 2002
Die Nationalmannschaft musste 48 Jahre warten, um erneut die Begeisterung einer WM-Endrunde zu erleben.
Für die Teilnahme an der von Südkorea und Japan gemeinsam ausgerichteten Endrunde spielte das Team unter Trainer Şenol Güneş in der Qualifikationsgruppe 4. In den zehn Spielen gegen Schweden, die Slowakei, Mazedonien, Moldau und Aserbaidschan erzielte die Türkei sechs Siege, drei Unentschieden und eine Niederlage und belegte hinter Schweden den zweiten Platz. Mit diesem Ergebnis qualifizierte sich die Türkei für die Play-offs und traf auf Österreich. Nach einem 1:0-Auswärtssieg und einem 5:0-Erfolg im Rückspiel sicherte sich die Türkei nach 48 Jahren die Teilnahme an einer WM-Endrunde.
Nachrichtenquelle: 12punto
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