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Irrtümer über die In-vitro-Fertilisation (IVF), die wir für wahr halten

Die weltweit weit verbreitete In-vitro-Fertilisation (IVF) bleibt die effektivste Behandlungsmethode für Paare mit Fruchtbarkeitsproblemen. Experten haben 10 weit verbreitete Irrtümer über die IVF-Behandlung aufgeklärt.

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Irrtümer über die In-vitro-Fertilisation (IVF), die wir für wahr halten

Die IVF-Behandlungsmethode besteht aus der Stimulation und Entnahme der Eizellen gemäß einem für jeden Patienten individuell erstellten Medikamentenplan, gefolgt von der Befruchtung der Eizellen mit Spermien und dem Transfer des entstandenen Embryos.

In der Bevölkerung wird häufig über verschiedene Nebenwirkungen der IVF-Behandlung gesprochen und darüber, dass die verwendeten Medikamente zu Gewichtszunahme führen.

Irrtümer über die IVF-Behandlung, die für wahr gehalten werden:

Die IVF-Behandlung ist eine sehr schmerzhafte Methode. FALSCH!

RICHTIG: Die IVF-Behandlung lässt sich als die Entnahme von Eizellen und Spermien aus dem Körper, deren Zusammenführung mittels Mikroinjektion und die anschließende Einpflanzung des entstandenen Embryos in die Gebärmutter zur Erzielung einer Schwangerschaft zusammenfassen. Die in der Behandlung verwendeten Medikamente können zu einer leichten Vergrößerung der Eierstöcke führen, was eine leichte Empfindlichkeit verursachen kann. Da die Eizellentnahme unter Anästhesie durchgeführt wird, treten keine Schmerzen auf. Auch nach dem Eingriff entstehen keine Schmerzen; es kann lediglich kurzzeitig ein Druck- und Völlegefühl auftreten.

Wenn die Qualität des Embryos gut ist, tritt definitiv eine Schwangerschaft ein. FALSCH!

RICHTIG: Entgegen der weit verbreiteten Meinung in der Gesellschaft bedeutet eine gute Qualität des Embryos nicht zwangsläufig, dass eine Schwangerschaft eintritt. Dr. Çağlar Yazıcıoğlu erklärt: „Die visuelle Qualität des Embryos ist bei der IVF-Behandlung natürlich am wichtigsten, aber die Transfertechnik, die genetische Struktur des Embryos sowie die Struktur und Dicke der Gebärmutterschleimhaut sind weitere wichtige Parameter. Auch die Hormonspiegel an den entscheidenden Tagen sind Faktoren, die bei der IVF-Behandlung berücksichtigt werden müssen.“ Dr. Çağlar Yazıcıoğlu weist darauf hin, dass manchmal selbst bei Transfer eines qualitativ besseren Embryos keine Schwangerschaft eintreten kann, und sagt: „Bei der nächsten Behandlung kann jedoch eine Schwangerschaft eintreten, wenn ein phänotypisch, also visuell etwas minderwertigerer Embryo transferiert wird. Hierbei wird angenommen, dass die Genetik des Embryos ausschlaggebend ist.“

Die bei der IVF-Behandlung verwendeten Medikamente führen zu Gewichtszunahme! FALSCH!

RICHTIG: Da die während der IVF-Behandlung ansteigenden Östrogen- und Progesteronhormone eine wasserbindende Wirkung im Körper haben können, führen die Medikamente zwar zu vorübergehenden Ödemen, verursachen jedoch keine Gewichtszunahme.

Der erste IVF-Versuch endet meist mit einem Misserfolg. FALSCH!

RICHTIG: Entgegen der weit verbreiteten Meinung kann bei optimaler Sorgfalt bereits beim ersten Versuch eine Schwangerschaft eintreten. Dr. Çağlar Yazıcıoğlu sagt: „Nicht die Anzahl der Versuche bestimmt den Erfolg bei der IVF-Methode, sondern viele Faktoren, allen voran das Alter der werdenden Mutter“, und fährt fort: „Das Thema, dem bei der Behandlung Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, ist die Vorbereitung, wie etwa der Verzicht auf das Rauchen, Gewichtskontrolle, Schlafrhythmus und die Behebung etwaiger Vitaminmängel. Falls erforderlich, kann es hilfreich sein, die Eizell- und Spermienqualität durch vorbereitende Behandlungen zu verbessern.“

Es reicht aus, ab dem Tag des Embryotransfers nicht mehr zu rauchen. FALSCH!

RICHTIG: Eine der Zellen, auf die das Rauchen die stärkste toxische Wirkung hat, sind die Fortpflanzungszellen. Dr. Çağlar Yazıcıoğlu weist daher darauf hin, dass das Rauchen insbesondere bei Paaren, die beim vorherigen Versuch kein Ergebnis erzielt haben oder Probleme bei der Embryonalentwicklung hatten, unbedingt 2-3 Monate vor der Behandlung eingestellt werden muss.

Übergewicht beeinflusst den Erfolg der IVF-Behandlung nicht. FALSCH!

RICHTIG: Adipositas und Diabetes wirken sich negativ auf die Ergebnisse der IVF-Behandlung aus. Eine Meta-Analyse hat gezeigt, dass bei Frauen mit einem BMI > 30 die Lebendgeburtenraten bei IVF-Behandlungen niedriger sind als bei Frauen ohne Adipositasprobleme. Zudem gibt es Studien, die zeigen, dass bei unfruchtbaren Frauen im Vergleich zu nicht-diabetischen Frauen die Eizellreserve und die Schwangerschaftsraten sinken.

Nach dem Embryotransfer muss man ständig liegen. FALSCH!

RICHTIG: Es ist durch wissenschaftliche Meta-Analysen erwiesen, dass Bettruhe nach dem Embryotransfer bei IVF-Behandlungen nicht nützlich ist, sondern im Gegenteil aufgrund von Angst- und Stressmechanismen negative Auswirkungen haben kann.

Männer ohne Spermien im Ejakulat haben keine Chance! FALSCH!

RICHTIG: Während nach einer 3-4-monatigen Behandlung manchmal eine direkte Spermienausscheidung erreicht werden kann, lässt sich bei einigen Männern durch die Mikro-TESE-Methode, also die Entnahme von Spermien aus dem Hoden unter dem Mikroskop bei Männern ohne Spermien im Ejakulat, eine begrenzte Anzahl an Spermien gewinnen. Mit diesen Spermien kann eine IVF-Behandlung durchgeführt und eine Schwangerschaft erzielt werden.

Babys, die durch die IVF-Methode zur Welt kommen, werden meist mit Anomalien geboren. FALSCH!

RICHTIG: Babys, die durch die IVF-Methode zur Welt kommen, unterscheiden sich nicht von Babys aus natürlichen Schwangerschaften. Im Gegenteil: Die bei der IVF-Behandlung durchgeführten Untersuchungen und Gentests minimieren die Wahrscheinlichkeit für Babys mit Anomalien.

Mit der Hysterosalpingographie (HSG) lässt sich der Zustand der Eileiter nicht genau bestimmen. FALSCH!

RICHTIG: Während der Aufnahme des Gebärmutter-Eileiter-Röntgens kann es zu Krämpfen in den Eileitern kommen, was dazu führen kann, dass ein offener Eileiter verschlossen erscheint. Bei der mittels selektiver Salpingographie durchgeführten Hysterosalpingographie (HSG) hingegen kann durch die Zufuhr von Flüssigkeit mittels Katheter am Eileitereingang eine klare Information gewonnen werden.


Nachrichtenquelle: 12punto

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