Straßengenehmigung für die Bucht Limanağzı: Aufruf zum Protest
Im Bezirk Kaş in Antalya wurde eine Straßengenehmigung für die Bucht Limanağzı erteilt, die bisher nicht auf dem Landweg erreichbar war.
Im Bezirk Kaş in Antalya wurde eine Straßengenehmigung für die Bucht Limanağzı erteilt. Die Genehmigung für ein etwa 4.000 m² großes Waldgebiet in der Bucht, die bisher nur per Boot erreichbar war, wurde einem Unternehmen erteilt, das dem ehemaligen Minister für Kultur und Tourismus, Erkan Mumcu, gehört. Diese Genehmigung gilt als eine bedeutende Entwicklung, von der erwartet wird, dass sie die natürliche Struktur der Region beeinträchtigt.
Dem Bericht von Yusuf Yavuz zufolge handelt es sich bei dem weiteren, etwa 17.000 m² großen Gelände, für das ebenfalls eine Zufahrt auf dem Landweg gefordert wird, um Olivenhaine.
Die Bucht Limanağzı liegt im speziellen Umweltschutzgebiet Kaş-Kekova und ist ausschließlich mit dem Boot zugänglich. Die Bucht dient als natürlicher Hafen, in dem insbesondere an stürmischen Tagen schwer beladene Schiffe Schutz suchen. An der Küste sind seit Jahren einige wenige Betriebe unter Schutzauflagen tätig. Dennoch wird seit Jahren versucht, dieses Naturparadies für die Bebauung zu öffnen. In dem Gebiet, in dem es gelegentlich zu illegalen Bauaktivitäten kommt, befinden sich neben Spuren antiker Siedlungen auch archäologische Stätten.
DER ERSTE KULTURWANDERWEG DER TÜRKEI FÜHRT DURCH LIMANAĞZI
Limanağzı ist auch von großer Bedeutung, da der Lykische Weg, der erste Kulturwanderweg der Türkei, durch dieses Gebiet führt. Gleichzeitig steht das Gebiet als Naturschutzgebiet 3. Grades unter Schutz. Die Region, die innerhalb der Grenzen des Stadtteils Bayındır in Kaş liegt, wurde 2019 in den vom Ministerium für Umwelt und Städtebau erstellten Flächennutzungsplan im Maßstab 1/25.000 aufgenommen. Die Entscheidung, bestimmte Grundstücke als „Ökotourismus“-Gebiete auszuweisen, stieß jedoch bei Umweltschützern und Bürgern in der Region auf Widerstand.
PLAN DES MINISTERIUMS FÜR UMWELT UND STÄDTEBAU WURDE AUFGEHOBEN
Viele Personen, die sich für den Schutz der Region einsetzen, haben rechtliche Schritte eingeleitet, mit der Begründung, dass die natürliche Struktur der Region Limanağzı zerstört werde. In einem von 27 Bürgern angestrengten Verfahren hob das 2. Verwaltungsgericht von Antalya den vom Ministerium für Umwelt und Städtebau erstellten Plan auf. In der Entscheidung des Gerichts wurde darauf hingewiesen, dass Limanağzı ein von den bestehenden Siedlungsgebieten in Kaş entferntes, bisher unbebautes Gebiet sei und solche Pläne nicht mit städtebaulichen Grundsätzen vereinbar seien. Zudem berücksichtigte das Gericht den Status als Naturschutzgebiet 3. Grades, das Vorhandensein archäologischer Stätten sowie die Nähe zum speziellen Umweltschutzgebiet Kaş-Kekova.
BAUVERSUCHE IN DER REGION DAUERN AN
Trotz dieser rechtlichen Hindernisse gehen die Bemühungen zur Bebauung in der Region Limanağzı jedoch weiter. Die Straßengenehmigung, die das Unternehmen des ehemaligen Ministers Erkan Mumcu erhalten hat, könnte den Weg für neue Schritte ebnen, die die natürliche Struktur der Region gefährden. Solche Regelungen, die unter dem Vorwand der touristischen Attraktivität getroffen werden, stoßen sowohl bei Umweltschützern als auch bei der lokalen Bevölkerung auf Protest. Gegen die umstrittene Straßengenehmigung wurde für das Wochenende zu einer Protestaktion aufgerufen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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