Börsen unter dem Einfluss des 'Rechtsrucks' nach den Europawahlen
Die europäischen Börsen schlossen den ersten Handelstag der Woche mit Verlusten, da der Rechtsruck bei den Wahlen zum Europäischen Parlament (EP) und die Auflösung des französischen Parlaments die Anleger verunsicherten.
Zum Handelsschluss verlor der Leitindex Stoxx Europe 600 0,27 Prozent und schloss bei 522,16 Punkten.
In Frankreich sank der CAC 40-Index um 1,35 Prozent auf 7.893,61 Punkte, während der italienische FTSE MIB 30-Index um 0,34 Prozent auf 34.542,01 Punkte nachgab.
Der deutsche DAX 40-Index verlor 0,34 Prozent auf 18.494,89 Punkte und der britische FTSE 100-Index schloss mit einem Minus von 0,20 Prozent bei 8.228,48 Punkten.
Das Euro/Dollar-Paar notierte zum Stand von 19.22 Uhr türkischer Zeit mit einem Minus von 0,42 Prozent bei 1,075.
Unterdessen belegte in Frankreich bei den EP-Wahlen die rechtsextreme Partei Rassemblement National (RN) mit 31,50 Prozent mit großem Abstand den ersten Platz, während die Partei Renaissance von Präsident Emmanuel Macron mit 14,6 Prozent auf dem zweiten Platz landete.
Der französische Präsident Macron räumte gestern in einer Erklärung ein, dass die Ergebnisse "nicht gut für die Parteien sind, die Europa verteidigen".
Mit einer unerwarteten Entscheidung kündigte Macron vorgezogene Neuwahlen im Land für den Zeitraum vom 30. Juni bis 7. Juli an und sagte: "Ich habe beschlossen, Ihnen die Wahl unserer parlamentarischen Zukunft durch eine Abstimmung zurückzugeben. Deshalb löse ich heute Abend die Nationalversammlung auf."
Die Opposition, insbesondere die Rechtsextremen, äußerte ihre Zufriedenheit mit dieser Entscheidung Macrons, dem sie den Verlust seiner "Legitimität" vorwirft.
Damit bereitet sich das Land weniger als 50 Tage vor den Olympischen Spielen in Paris, die vom 26. Juli bis 11. August stattfinden, zum vierten Mal innerhalb der letzten zwei Jahre auf nationale Wahlen vor.
Analysten stellten fest, dass insbesondere die Erwartung baldiger Neuwahlen für die Nationalversammlung in Frankreich bei den Anlegern für Unsicherheit sorgt, was wiederum Druck auf die Aktienkurse ausübt.
Die Anleger sind zudem besorgt über die interventionistische Wirtschaftspolitik des RN und das Risiko einer stärkeren Regulierung.
Die politische Unsicherheit setzte insbesondere die Aktien französischer Banken unter Druck. Die Aktien von BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole verloren 5,56 Prozent, 7,46 Prozent beziehungsweise 3,70 Prozent an Wert.
JPMorgan-Analysten kommentierten die Neuwahlen mit den Worten: "Diese Entscheidung war eine Überraschung und ist ein bedeutendes politisches Ereignis."
Während der Aufstieg der extremen Rechten bei den Wahlen in Europa auch europäische Staatsanleihen negativ beeinflusste, verkauften Anleger vorwiegend französische Anleihen. Die Renditedifferenz französischer Anleihen stieg an.
Die Verkäufe bei französischen Anleihen ließen die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen des Landes auf 3,24 Prozent steigen.
Nachrichtenquelle: AA
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