Deutschlands Verteidigungsminister macht wichtiges Geständnis zur Armee
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte, dass etwa 5 bis 8 Jahre benötigt werden, um die Lücken bei den Ausrüstungsbedürfnissen der Armee und in der Verteidigungsindustrie zu schließen.
Pistorius wies in einem Gespräch mit der Zeitung Welt am Sonntag darauf hin, dass es Zeit brauche, bis die Verteidigungsindustrie ihre Kapazitäten steigern könne, und sagte: „Wir brauchen etwa fünf bis acht Jahre, um den Rückstand sowohl bei den Streitkräften als auch in der Verteidigungsindustrie aufzuholen.“
Pistorius wies darauf hin, dass die USA in den nächsten zehn Jahren stärker im pazifischen Raum engagiert sein werden und es zu einer Verringerung des amerikanischen Engagements in Europa kommen könnte. Er bewertete dies wie folgt: „Das bedeutet, dass wir Europäer unsere Entschlossenheit erhöhen müssen, um die Sicherheit auf unserem Kontinent zu gewährleisten.“
Pistorius erläuterte, dass Russland seine Verteidigungsproduktion erheblich gesteigert habe. Er forderte dazu auf, die Bedrohungen für die baltischen Staaten, Georgien und Moldau ernst zu nehmen, und fügte hinzu: „Es geht nicht nur um Sabotage. Am Ende dieses Jahrzehnts könnten wir mit Gefahren konfrontiert sein, aber bis dahin werden wir darauf vorbereitet sein.“
„ICH HABE ANWEISUNGEN GEGEBEN“
Pistorius erklärte, dass die Bundeswehr derzeit gut genug ausgestattet sei, um alle Aufgaben innerhalb der NATO zu erfüllen, und fuhr fort:
„Es ist sehr wichtig, dass die Bundeswehr über die richtigen Strukturen verfügt. Wenn sich der Auftrag vom internationalen Krisenmanagement hin zur Landes- und Bündnisverteidigung verschiebt, muss sich auch die Organisation ändern. Deshalb habe ich den Auftrag erteilt, konkrete Vorschläge für die künftige Struktur der Streitkräfte und des zivilen Bereichs vorzulegen. Wann die Bundeswehr voll einsatzbereit sein wird, hängt vom Erfolg der bereits ergriffenen und noch zu ergreifenden Maßnahmen sowie von der Zusammenarbeit mit der Industrie ab.“
Pistorius ging auch auf die in Deutschland zuvor ausgesetzte Wehrpflicht ein und bewertete dies wie folgt: „Ich prüfe alle Optionen, aber jedes Modell benötigt eine politische Mehrheit. Es gab damals Gründe, die Wehrpflicht auszusetzen. Wenn wir jedoch zurückblicken, sehen wir, dass es ein Fehler war.“
„ICH SCHAUE MIR ANDERE MODELLE AN“
Pistorius betonte, dass die Wiedereinführung der Wehrpflicht strukturell, verfassungsrechtlich und politisch schwierig sei, und fügte hinzu:
"Deshalb schaue ich mir andere Modelle an, wie das schwedische Modell, bei dem alle jungen Männer und Frauen erfasst werden und nur eine ausgewählte Gruppe den Grundwehrdienst leistet. Ob so etwas auch hier möglich wäre, ist Teil dieser Überlegungen."
Nachrichtenquelle: AA
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