Drohungen gegen zwei Moscheen in Frankreich
In Frankreich wurden Drohbotschaften an zwei Moscheen verschickt, die mit der Messerstecherei in Verbindung stehen, bei der in der vergangenen Woche ein 16-jähriger Jugendlicher getötet wurde.
Nachdem ein Jugendlicher namens Thomas in der vergangenen Woche im französischen Département Drôme durch einen Messerstich ums Leben gekommen war, erhielten zwei Moscheen Drohbotschaften.
MUSLIME WURDEN ZIELGRUPPE
Nach Angaben des französischen Anwalts Nabil Boudi auf der Social-Media-Plattform X wurde an eine Moschee in der Stadt Valence im Département Drôme eine Drohbotschaft geschickt, die auch eine Karikatur mit Beleidigungen gegen den Propheten enthielt. Unter der Karikatur war zu lesen: "Ein guter Muslim ist ein toter Muslim. Gerechtigkeit für Thomas".
Unterdessen wurde an die Wand einer Moschee in der Stadt Cherbourg-en-Cotentin im Norden des Landes "Tod den Arabern" und "Gerechtigkeit für Thomas" geschmiert.
REAKTIONEN FRANZÖSISCHER BEHÖRDEN AUF DIE DROHUNGEN
Während eine Untersuchung zu den Schmierereien an der Moschee in Cherbourg eingeleitet wurde, bezeichnete der Bürgermeister von Cherbourg-en-Cotentin, Benoit Arrive, den Angriff als "abscheuliche, rassistische Tat". Auch der Bürgermeister von Valence, Nicolas Daragon, gab eine schriftliche Erklärung zu der Drohbotschaft an die Moschee der Stadt ab.
VERURTEILUNG
Daragon stellte fest, dass es Akteure gebe, die die Gesellschaft aufhetzen wollten, und wies darauf hin, dass dies nur die Spannungen und Spaltungen in der Gesellschaft verschärfe.
Daragon erklärte: "Mehr denn je müssen wir gemeinsam und wirksam handeln, um Ruhe, nationale Einheit und Respekt für alle zu wahren."
Unterdessen ging in der Stadt Romans-sur-Isère, in der der getötete Jugendliche wohnte, eine Gruppe von etwa 60 Rechtsextremen in der Nacht auf die Straße. Die Rechtsextremen, die Eisenstangen und Feuerwerkskörper bei sich trugen, skandierten Parolen wie "Islam raus aus Europa".
16 PERSONEN FESTGENOMMEN
Der Abgeordnete Thomas Portes von der Partei La France Insoumise (LFI) erklärte auf der Social-Media-Plattform X, dass in den letzten 48 Stunden zwei Moscheen Ziel rassistischer Drohungen geworden seien. Portes wies darauf hin, dass es im gleichen Zeitraum in zwei Städten des Landes Versuche gegeben habe, Razzien gegen Minderheitengruppen durchzuführen, und warf den Medien und Politikern vor, die extreme Rechte zu ermutigen. Der französische Abgeordnete betonte, dass diese Situation gefährlich sei.
Portes wies darauf hin, dass die Rechtsextremen in Romans-sur-Isère versuchten, den Hass gegen Muslime zu schüren, und sagte: "Wir müssen sie stoppen."
WAS WAR PASSIERT?
Die Bewohner des Dorfes Crépol hatten sich am Abend des 18. November zu einem Winterball im Gemeindehaus versammelt. Bei einer Schlägerei, die aus unbekannten Gründen im Ballsaal ausbrach, wurde der 16-jährige Thomas erstochen und 18 weitere Personen wurden verletzt.
Die Behörden gaben an, sie gingen davon aus, dass die Angreifer, die den Saal mit mehr als 400 Personen stürmten und anschließend mehrere Menschen verletzten, nicht aus politischer oder religiöser Motivation gehandelt hätten.
Die Staatsanwaltschaft Valence hatte eine Untersuchung zu dem Vorfall eingeleitet. Am 21. November wurden 9 Verdächtige im Zusammenhang mit dem Vorfall wegen "Mordes" und "versuchten gemeinschaftlichen Mordes" festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Valence teilte mit, dass unter den Festgenommenen ein 20-jähriger Franzose als Hauptverdächtiger für den Tod von Thomas gilt.
Nachrichtenquelle: AA
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