Erhalten Mitglieder des Europäischen Parlaments Geld für 'Russland-Propaganda'? Belgischer Premierminister erhebt Vorwürfe
Der belgische Premierminister behauptet, dass einige EU-Abgeordnete für 'Russland-Propaganda' bezahlt werden, und kündigte an, dass Geheimdienstaktivitäten eingeleitet wurden, um dies zu unterbinden.
Der belgische Premierminister Alexander De Croo hat behauptet, dass es Abgeordnete im Europäischen Parlament (EP) gibt, die dafür bezahlt werden, 'Russland-Propaganda' zu verbreiten. De Croo kündigte zudem an, dass die belgischen und tschechischen Geheimdienste zusammenarbeiten werden, um ein europaweites 'russisches Propagandanetzwerk' zu zerschlagen.
De Croo merkte während einer Sitzung im belgischen Parlament zum Thema ausländische Einmischung an, dass es in letzter Zeit eine enge Zusammenarbeit zwischen den belgischen und tschechischen Geheimdiensten gebe, um die Struktur, die er als 'russisches Propagandanetzwerk' bezeichnete, zu zerschlagen.
De Croo, der die Namen der betreffenden Abgeordneten nicht nannte, erklärte: "Russische Organisationen haben sich an Abgeordnete gewandt und finanzielle Anreize geboten, damit diese prorussische Narrative verbreiten."
De Croo äußerte sich wie folgt: "Es hat sich beispielsweise herausgestellt, dass Russland hier Abgeordnete angesprochen und sie auch bezahlt hat, um russische Propaganda zu fördern."
OPPOSITION DES LANDESVERRATS BESCHULDIGT
In derselben Sitzung beschuldigte De Croo die rechtsextreme Partei Vlaams Belang aus der flämischen Region Belgiens, ein Verbündeter Russlands zu sein.
De Croo wandte sich an die Abgeordneten des Vlaams Belang und sagte: "Mit dieser blinden Besessenheit, unser Land zu ruinieren, sind Sie zu Verbündeten Russlands geworden, das alles zerstören will, was wir hier aufgebaut haben, unsere freie und wohlhabende Gesellschaft."
Vertreter anderer Parteien kritisierten ebenfalls die Politik des Vlaams Belang. Die Grünen warfen der rechtsextremen Partei 'Landesverrat' vor, während die flämischen Liberalen sie beschuldigten, 'die Interessen von Chinesen und Russen zu verteidigen'.
In der belgischen Presse war zuvor berichtet worden, dass Filip Dewinter, eine der führenden Persönlichkeiten des Vlaams Belang, Verbindungen zu chinesischen Agenten haben soll.
PROPAGANDAVORWÜRFE GEGEN RADIOSENDER VOICE OF EUROPE
Der tschechische Sicherheitsinformationsdienst (BIS) gab gestern bekannt, dass ein in Prag ansässiges und von Russland finanziertes 'Propagandanetzwerk' aufgedeckt wurde. Der Sprecher von De Croo teilte der Presse mit, dass sich der Premierminister mit dieser Aussage auf die Entscheidung der tschechischen Regierung beziehe, Sanktionen gegen die Nachrichtenseite Voice of Europe zu verhängen.
Der tschechische Premierminister Petr Fiala hatte erklärt, dass der tschechische Geheimdienst festgestellt habe, dass die in Prag ansässige und von Russland finanzierte Nachrichtenseite 'Voice of Europe' 'schwerwiegende Aktivitäten gegen die Sicherheit der Europäischen Union (EU) und seines Landes' ausübe.
Fiala gab an, dass die Nachrichtenseite Inhalte produziere, die darauf abzielten, die EU davon abzubringen, die ukrainische Armee im Kampf gegen Russland zu unterstützen.
Aufgrund dieser Entwicklungen kündigte Fiala an, dass neben der Nachrichtenseite Voice of Europe auch der russische Politiker und Geschäftsmann Viktor Medwedtschuk sowie der Politiker und Medienproduzent Artjom Martschewski auf die Sanktionsliste gesetzt wurden.
Nachrichtenquelle: AA
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