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EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen: 'Der Westen, wie wir ihn kannten, existiert nicht mehr!'

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, erklärte, dass der alte Westen nicht mehr existiere und die Welt auch in geopolitischer Hinsicht globaler geworden sei.

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EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen: 'Der Westen, wie wir ihn kannten, existiert nicht mehr!'

Gegenüber der deutschen Zeitung „Die Zeit“ sagte von der Leyen, sie halte es für wichtig, dass Europa zur Gestaltung der neuen Weltordnung, die sich allmählich abzeichne, beitrage, und dass dies auch gelingen könne.

Mit Blick auf die letzten zehn Jahre in Europa betonte von der Leyen, dass der Kontinent von tiefgreifenden Krisen wie der Bankenkrise, der Migrationskrise, dem Brexit (dem Austritt Großbritanniens aus der EU), der Pandemie, der Energiekrise und dem von Russland gegen die Ukraine geführten Krieg erschüttert wurde, Europa jedoch aus jeder dieser Krisen gestärkt hervorgegangen sei.

Auf die Frage, ob sie sich als Anführerin der westlichen Welt sehe, antwortete von der Leyen: „Der Westen, wie wir ihn kannten, existiert nicht mehr. Die Welt ist zu einer geopolitischen Sphäre geworden, und unsere Netzwerke der Freundschaft erstrecken sich heute über den ganzen Globus.“

Dies zeige sich bereits bei Zollstreitigkeiten, so von der Leyen weiter. Sie fügte hinzu, dass sie Gespräche mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs führe, die mit ihnen an der neuen Ordnung arbeiten wollten.

Auf die Frage, ob die Aussage „Es gibt keinen Westen mehr“ ein endgültiger Abschied von den USA bedeute, entgegnete von der Leyen, sie sei eine Freundin der USA und glaube daran, dass die Freundschaft zwischen Amerikanern und Europäern Bestand haben werde.

Von der Leyen erklärte: „Zur neuen Realität gehört aber auch, dass viele andere Länder die Nähe zu uns suchen. 13 Prozent des Welthandels entfallen auf die USA. Das ist ein großer Anteil. Aber die restlichen 87 Prozent bestehen aus dem Handel, den andere Staaten weltweit betreiben. Sie alle wollen Vorhersehbarkeit und verlässliche Regeln.“

Mit dem Fall der Berliner Mauer sei 1990 das „Ende der Geschichte“ ausgerufen worden, so von der Leyen. „Jetzt ist die Geschichte zurückgekehrt, und mit ihr die Geopolitik. Was wir als Weltordnung empfunden haben, entpuppt sich als Weltunordnung“, sagte sie.


Nachrichtenquelle: 12punto

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen