Führungskampf in Israel spitzt sich zu
Die jüngste Einigung zwischen den USA und dem Iran hat die politischen Spannungen in Israel verschärft. Währenddessen übte der ehemalige Premierminister Naftali Bennett scharfe Kritik an der aktuellen Regierung und kündigte an, sich auf die Führung des Landes vorzubereiten. Bennett betonte, er sei entschlossen, die „Oktopus-Doktrin“ gegenüber dem iranischen Regime anzuwenden.
Die Ankündigung der USA und des Iran, eine Einigung zur Beendigung des militärischen Konflikts erzielt zu haben, löste in Tel Aviv, insbesondere unter rechten Abgeordneten, eine Welle der Empörung aus. Der bemerkenswerteste Vorstoß auf der politischen Bühne Israels kam dabei von dem ehemaligen Premierminister Naftali Bennett.
Bennett nahm die Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu ins Visier, erklärte, er erwarte dessen Rücktritt und sei bereit, eine neue Regierung zu bilden. „Die Netanjahu-Regierung wird bald enden. Ich werde die neue Regierung bilden“, bekräftigte Bennett seinen Anspruch und signalisierte eine neue Strategie, die sich auf die Wiederherstellung der Sicherheit Israels konzentrieren werde.
In seinen Erklärungen betonte Bennett, dass ein Regierungswechsel in Israel die Voraussetzung für einen Wandel des Regimes in Teheran sei, und versprach, der Hauptgegner des Iran zu werden.
BENNETTS „OKTOPUS-DOKTRIN“-PLAN
Bennett kritisierte die Amtszeit der Regierung Netanjahu und erklärte, das Land befinde sich in einer Phase, die einem Bürgerkrieg nahekomme, und dass man nach den Angriffen vom 7. Oktober mit einem historischen Fehler gegenüber dem Iran aus dem Prozess hervorgegangen sei.
Bennett äußerte, er sei bereit, in vielen Bereichen, von diplomatischen Schritten bis hin zu militärischen Maßnahmen, einen anderen Weg einzuschlagen, und kritisierte persönlich die Forderungen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump nach einer Amnestie für Netanjahu. Stattdessen merkte er an, dass Israel seine Stärke in den Beziehungen zu den USA ausschließlich im Einklang mit den Interessen des Landes einsetzen werde.
Bennett teilte zudem Details seines Ansatzes mit, den er als „Oktopus-Doktrin“ bezeichnete: „Mit der einen Hand verhindern, dass der Iran Atomwaffen erwirbt, und mit der anderen Hand den Zusammenbruch des Regimes durch politische, wirtschaftliche, technologische und militärische Mittel beschleunigen.“ Mit dieser Strategie signalisierte er, dass Israel in der Außenpolitik einen neuen Kurs einschlagen werde.
Zum Abschluss behauptete Bennett, dass der Countdown für einen Regimewechsel im Iran mit einem Regierungswechsel in Israel beginnen werde. Die politische Zukunft Israels und die neuen Machtverhältnisse in der Region dürften in den kommenden Tagen das meistdiskutierte Thema bleiben.
Nachrichtenquelle: 12punto
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