Drei Jahre Russland-Ukraine-Krieg: Was wird aus der Zukunft der Region?
Die am 24. Februar 2022 von Russland begonnene Invasion der Ukraine hat das dritte Jahr hinter sich gelassen. In diesem Zeitraum mussten Millionen Menschen ihre Heimat verlassen, Zehntausende kamen ums Leben und die Infrastruktur des Landes wurde schwer beschädigt. Die Auswirkungen des Krieges haben sowohl in humanitärer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht tiefe Spuren hinterlassen.
Der Krieg zwischen der Ukraine und Russland ist in sein viertes Jahr eingetreten. Während zwischen den USA und Russland Friedensgespräche zur Beendigung des Krieges geführt werden, dauern die heftigen Kämpfe an den Fronten in der Ukraine an. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, er könne sein Amt aufgeben, wenn sein Land im Gegenzug NATO-Mitglied werde. Russland, das sich entschieden gegen einen NATO-Beitritt der Ukraine ausspricht, stellte die Bedingung, dass diese Option vom Tisch genommen werden müsse, damit der Krieg ende.
Russland hat etwa 11 Prozent des ukrainischen Territoriums unter seine Kontrolle gebracht. Rechnet man die 2014 annektierte Krim und die Gebiete im Osten des Donbas hinzu, die von russischen Separatisten kontrolliert werden, so wird angegeben, dass Russland etwa 20 Prozent der Ukraine beherrscht.
Während es keine gesicherten Daten zu den militärischen Verlusten der Parteien gibt, erklärte Selenskyj in einem Interview mit dem amerikanischen Sender NBC, dass etwa 46.000 ukrainische Soldaten ihr Leben verloren hätten und 360.000 Soldaten verwundet worden seien.
Unabhängige Untersuchungen schätzen die militärischen Verluste der Ukraine auf 50.000 bis 100.000. Auf russischer Seite wird trotz der im September 2022 gemeldeten 6.000 gefallenen Soldaten von unabhängigen Quellen behauptet, dass diese Zahl zwischen 140.000 und 200.000 liege und etwa 500.000 Soldaten verwundet worden seien.
Die Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung waren ebenfalls verheerend. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) haben 6,8 Millionen Ukrainer ihr Land verlassen, während 3,7 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben wurden.
Von den ins Ausland geflüchteten Ukrainern befinden sich 1,2 Millionen in Deutschland, 1 Million in Polen und 400.000 in Tschechien.
Das UN-Menschenrechtsbüro gab bekannt, dass im Krieg mehr als 40.000 Zivilisten getötet oder verletzt wurden. Unter den etwa 12.000 getöteten Zivilisten befinden sich 669 Kinder.
Auch die Infrastruktur der Ukraine hat durch den Krieg großen Schaden erlitten. Nach Daten der Kyiv School of Economics belaufen sich die Kosten des Krieges für die Infrastruktur auf 170 Milliarden Dollar.
Im Land wurden 294.000 Wohngebäude, 26.000 Kilometer Straßen, mindestens vier Kraftwerke, mehr als 4.000 Bildungseinrichtungen und über 1.500 Gesundheitseinrichtungen entweder zerstört oder schwer beschädigt.
Russland hat etwa 20 Prozent des ukrainischen Territoriums unter seine Kontrolle gebracht, einschließlich der 2014 annektierten Krim. Diese Fläche entspricht der Größe des US-Bundesstaates Ohio. Über 75 Prozent der Regionen Donezk, Saporischschja und Cherson sowie mehr als 99 Prozent der Region Luhansk sind unter russische Herrschaft geraten.
Im dritten Kriegsjahr erregten die Kämpfe in der russischen Region Kursk Aufmerksamkeit. Die ukrainische Armee eroberte mit einem Überraschungsangriff ein großes Gebiet in Kursk. Russland gelang es, einen Großteil dieser Gebiete durch Gegenangriffe zurückzuerobern. Auch nordkoreanische Soldaten waren an den Kämpfen beteiligt. Da sie jedoch unerfahren waren und schwere Verluste erlitten, mussten sich die nordkoreanischen Einheiten innerhalb von drei Monaten zurückziehen.
Die internationale Unterstützung für die Ukraine beeinflusste ebenfalls den Kriegsverlauf. Der ehemalige US-Präsident Joe Biden erteilte die Erlaubnis zum Einsatz von Langstreckenraketen in der Ukraine. Nach dieser Entscheidung begann die Kiewer Regierung, russisches Territorium mit in den USA hergestellten ATACMS-Raketen zu beschießen.
Die USA haben der Ukraine militärische, humanitäre und finanzielle Hilfe in Höhe von etwa 95 Milliarden Dollar bereitgestellt.
Russland änderte als Reaktion auf diese Entwicklungen seine Nukleardoktrin. Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte an, auf die Angriffe mit Oreschnik-Raketen zu reagieren, die seiner Aussage nach 'nicht aufzuhalten' seien.
Zu Beginn des dritten Kriegsjahres wirkte sich auch der politische Wandel in den USA auf die Ukraine aus. Mit der erneuten Präsidentschaft von Donald Trump im Januar schwächten sich die Beziehungen zu den USA, dem größten militärischen Unterstützer der Ukraine, ab. Trumps Bemühungen, einen Frieden zu erzwingen, schufen Unsicherheit für die Ukraine.
Trumps Annäherung an russische Beamte und seine Versuche, Friedensgespräche ohne die Zustimmung Kiews zu führen, machten die Situation noch komplizierter. Selenskyj sprach sich entschieden gegen US-russische Gespräche aus. Selenskyj äußerte: ''Es wird keine Gespräche hinter dem Rücken von Kiew geben.''
Während Selenskyj Trump kritisierte, er lebe in einer 'russischen Desinformationsblase', bezeichnete Trump seinen ukrainischen Amtskollegen als 'Diktator' und 'mittelmäßig erfolgreichen Komiker'.
Selenskyj betonte, dass neben der Ukraine auch die USA, Russland und europäische Länder an den Friedensgesprächen teilnehmen sollten, und stellte die Höhe der aus den USA erhaltenen Hilfe klar. Er sagte, die Ukraine habe nicht 350 Milliarden Dollar, sondern 100 Milliarden Dollar an Hilfe aus den USA erhalten.
Selenskyj erklärte, er sei bereit für Friedensgespräche, um den Krieg zu beenden. Der ukrainische Staatschef drückte aus, dass er sein Amt als Präsident im Gegenzug für eine NATO-Mitgliedschaft aufgeben könne.
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