Großangelegte Razzia gegen das 'Islamische Zentrum Hamburg' in Deutschland
In Deutschland haben Sicherheitskräfte eine großangelegte Razzia gegen das "Islamische Zentrum Hamburg" (IZH) und fünf seiner Teilorganisationen durchgeführt. 12punto-Autorin Reyhan Küçük hat die in der deutschen Presse berichteten Ereignisse zusammengefasst.
Übersetzung: Reyhan Küçük
Nach Angaben des Innenministeriums wurden Durchsuchungen an insgesamt 54 Standorten in Hamburg, Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Das in Hamburg ansässige Zentrum, das die Blaue Moschee an der Alster betreibt, stand bereits seit längerer Zeit unter Beobachtung.
''WIR KÖNNEN KEINE HETZE DULDEN''
Bundesinnenministerin Nancy Faeser erklärte, dass das IZH aufgrund schwerwiegender Vorwürfe in den Fokus der Behörden gerückt sei.
Faeser sagte: "Gerade in einer Zeit, in der sich viele Jüdinnen und Juden bedroht fühlen, dulden wir keine islamistische Propaganda und keine antisemitische und israelfeindliche Hetze." Sie betonte, dass jeder Verdachtsfall mit Entschlossenheit verfolgt werde.
BEWEISMATERIAL SICHERGESTELLT
Die Innenministerin erklärte, dass das IZH bereits seit Längerem beobachtet werde und als islamistisch eingestuft sei. Sie teilte mit, dass der Verfassungsschutz sowie Landes- und Bundespolizeikräfte an den Razzien und deren Vorbereitungen beteiligt waren.
Faeser betonte, dass sich diese Razzien gegen islamistischen Extremismus richteten und nicht gegen eine Religion oder einen anderen Staat. Sicherheitskräfte beschlagnahmten in den Räumlichkeiten des IZH mögliche Beweismittel wie Computer und Mobiltelefone; der Prozess zur Auswertung dieser Materialien wurde eingeleitet.
SENATOR UNTERSTÜTZT DIE OPERATION
Der Hamburger Innensenator Andy Grotebezeichnete die bundesweiten Razzien als „harten Schlag“ und erklärte, dass dieser Schritt überfällig gewesen sei. Grote sagte: „Je schneller das IZH vollständig aus Hamburg verschwindet, desto besser. Mit dem heutigen Tag sind wir unserem Ziel einen Schritt näher gekommen“, und betonte, dass die Razzien einen Fortschritt im Verbotsverfahren gegen das Zentrum darstellen, das seit Jahren als islamistisch eingestuft wird.
Die Aktivitäten des IZH sollen darauf abzielen, das Revolutionskonzept der obersten iranischen Führung zu verbreiten. Das Amt für Verfassungsschutz geht davon aus, dass das IZH einen großen Einfluss auf bestimmte Moscheen und Vereine ausübt und im Namen des iranischen Staates eine antisemitische und demokratiefeindliche Haltung vertritt.
WAS IST DAS ISLAMISCHE ZENTRUM HAMBURG?
Das IZH ist die Trägerorganisation der Blauen Moschee, die 1953 von iranischen Einwanderern gegründet wurde und als Imam-Ali-Moschee bekannt ist. Es gilt als eines der bedeutendsten Zentren des schiitischen Islams in Europa. Das Zentrum bringt schiitische Muslime verschiedener Nationalitäten zusammen und ist Gründungsmitglied des Zentralrats der Muslime in Deutschland.
Das IZH, das seit 1993 vom Hamburger Verfassungsschutz beobachtet wird, vermittelt nach außen hin ein moderates Bild, wird jedoch als Außenstelle Teherans betrachtet.
Nach der jüngsten Protestwelle im Iran hatte das deutsche Parlament die Regierung dazu aufgefordert, eine Prüfung für ein Verbot des Vereins einzuleiten.Dies wurde nun umgesetzt.Die Maßnahmen markieren einen Wendepunkt in der Beobachtung der Organisation.
Diese Informationen wurden von Holger Schmidt, dem Terrorismusexperten der ARD beim SWR, zusammengestellt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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