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Islamfeindliche Beiträge in von Konservativen verwalteten Facebook-Gruppen in Großbritannien

Es wurde aufgedeckt, dass in Facebook-Gruppen, die von Funktionären und Mitgliedern der Konservativen Partei in Großbritannien verwaltet werden, rassistische und muslimfeindliche (islamophobe) Äußerungen gegen den muslimischen Bürgermeister von London, Sadiq Khan von der Labour Party, getätigt wurden.

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Islamfeindliche Beiträge in von Konservativen verwalteten Facebook-Gruppen in Großbritannien

Laut einem Bericht der britischen Zeitung The Guardian untersuchte die Rechercheeinheit Unearthed der Umweltorganisation Greenpeace 36 geschlossene Facebook-Gruppen, die Khans Politik kritisieren.

Bei der Untersuchung der Administratoren dieser Gruppen, die insgesamt 38.000 Mitglieder zählen, deckte Unearthed auf, dass dieselben drei Personen in den Gruppen als Administratoren tätig sind.

Unearthed enthüllte, dass es sich bei einer dieser Personen um einen Stadtrat der Konservativen Partei, bei einer weiteren um einen für digitale Kampagnen zuständigen Parteimanager und bei der dritten um ein Parteimitglied handelt. Zudem wurde festgestellt, dass auch weitere Stadträte, Kommunalpolitiker und Parteifunktionäre als Administratoren in den Gruppen fungieren.

Unearthed gab bekannt, dass auch Susan Hall, die Kandidatin der Konservativen Partei für das Amt des Bürgermeisters von London, Mitglied in sechs der 36 Gruppen ist; heute trat Hall einer siebten Gruppe bei.

Unter den Gruppenmitgliedern befinden sich auch Abgeordnete der Konservativen Partei.

"ER HAT LONDON AN DIE ISLAMISTEN VERKAUFT"

In den betreffenden Facebook-Gruppen sticht Khans Projekt zur Erhebung einer täglichen Gebühr für Fahrzeuge mit hohen Emissionen im Londoner Stadtverkehr (ULEZ) als die am stärksten kritisierte Politik hervor.

Neben der Kritik an Khan oder Beleidigungen gegen ihn veröffentlichen die Gruppenmitglieder auch Beiträge, die gezielt gegen ULEZ-Kameras gerichtet sind.

Während in den Beiträgen Gewaltakte wie das Zerstören oder Besprühen von ULEZ-Kameras verherrlicht werden, finden sich gegen Khan Vorwürfe wie „Terror-Sympathisant“ und „Er hat London an Islamisten verkauft“.

In einem der Beiträge in den betreffenden Gruppen fällt zudem der Kommentar auf: „Die dunklen Mächte, die Prinzessin Diana vernichtet haben, könnten auch diesen geldgierigen Parasiten vernichten.“

In einem anderen Beitrag hieß es, Khan werde „einen großen Volksaufstand erleben und die Zeiten sehen, in denen Muslime nicht mehr auf den Straßen laufen können“.

„ICH GLAUBE, DASS SCHWERE STRAFTATEN BEGANGEN WURDEN“

In einem Gespräch mit The Guardian erklärte Khan, dass das Thema für die Sicherheit von ihm selbst, seiner Familie und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung von großer Bedeutung sei.

Khan sagte, sollte Hall die Wahl gewinnen, würde sie die gefährlichste und diskriminierendste Bürgermeisterin Londons werden, und merkte an, dass seine Partei bei der Polizei Beschwerde gegen die Gruppen eingereicht habe.

Die Labour-Abgeordnete Dawn Butler schrieb in einem Brief an die Londoner Metropolitan Police: „Ich glaube, dass diese Beiträge schwere rassistische und religiöse Straftaten darstellen. Ich finde es schockierend, dass diese Straftaten in Gruppen begangen werden, in denen viele prominente Abgeordnete der Conservative Party Mitglied sind. Hall hat nicht erklärt, warum sie Mitglied in diesen Gruppen ist, die Hass verbreiten, aber die Londoner werden besorgt darüber sein, dass sie dieses Verhalten toleriert.“

Ami McCarthy von Greenpeace erklärte: „Jeder seriöse Politiker würde sich sofort entschuldigen und diese Facebook-Gruppen verlassen, sobald er Beiträge sieht, die Rassismus, Islamfeindlichkeit und Straftaten enthalten. Susan Hall hat das jedoch nicht getan.“

Während die Konservative Partei keine offizielle Stellungnahme zu dem Vorfall abgab, erklärte ein namentlich nicht genannter Parteisprecher, dass man jede Form von diskriminierender Sprache ausdrücklich verurteile und weder Vandalismus noch Straftaten fördere oder dulde.


Nachrichtenquelle: AA