Israel verabschiedet Gesetz zur Ausweitung der Regierungsbefugnisse über die Justiz: Proteste in Tel Aviv ausgebrochen
Die israelische Knesset hat den Gesetzentwurf verabschiedet, der tiefgreifende Änderungen am Justizsystem vorsieht. Berichten zufolge stimmten 67 Abgeordnete für das Gesetz. Es wurde darauf hingewiesen, dass das Reformpaket die Befugnisse der Regierung bei der Ernennung von Richtern erweitern wird. Nach der Verabschiedung des Gesetzes begannen in der Hauptstadt Tel Aviv großflächige Proteste.
Gemäß der neuen gesetzlichen Regelung, die das israelische Parlament verabschiedet hat, wird sich die Zusammensetzung der neunköpfigen Richterwahlkommission ändern. In der Kommission, in der sowohl die Regierung als auch die Opposition jeweils einen Juristen ernennen werden, wird es ein Vetorecht gegen politische Ernennungen geben. Israelis, die gegen das neue Gesetz protestierten, hielten in Tel Aviv eine Demonstration ab. Oppositionsparteien argumentierten, dass diese Änderung die Unabhängigkeit der Justiz untergraben werde.
Der Vorsitzende der größten Oppositionspartei Jesch Atid, Yair Lapid, reichte beim Obersten Gerichtshof Klage gegen das Gesetz ein. Auch zivilgesellschaftliche Organisationen und die israelische Anwaltskammer reichten Klagen mit der Begründung ein, das Gesetz sei verfassungswidrig. Im Parlament wurde eine Rekordzahl von 71.000 Einspruchsschreiben eingereicht.

ISRAELIS GEHEN AUF DIE STRASSE
Während des Abstimmungsprozesses verließen die Abgeordneten der Opposition aus Protest den Plenarsaal. Es wurde festgehalten, dass die Beratungen insgesamt 18 Stunden dauerten. Der Gesetzentwurf war zuvor vom Obersten Gerichtshof aufgrund von Vorwürfen der Unvereinbarkeit mit den Grundgesetzen Israels annulliert worden.
Die Justizreform, die Premierminister Benjamin Netanjahu im vergangenen Jahr auf die Tagesordnung setzte, löste im Land massive Proteste aus. Das Reformpaket, das aufgrund der Militäroperationen in Gaza verschoben worden war, kam erneut auf die Tagesordnung des Parlaments.
Der Oberste Gerichtshof hatte im Januar Regelungen, die einige Befugnisse der Regierung einschränkten, für verfassungswidrig erklärt und annulliert. Das neue Gesetz wurde trotz dieser Entscheidung des Gerichts verabschiedet. Experten prognostizieren, dass es zu einem Kompetenzkonflikt zwischen der Justiz und der Exekutive kommen könnte.
Nachrichtenquelle: AA
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