Jede dritte Frau in der EU von Gewalt betroffen: 'Es wird noch 130 Jahre bis zur Gleichstellung dauern'
Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat die Europäische Union (EU) einen Bericht zur Lage der Frauenrechte veröffentlicht, in dem sie bekannt gab, dass jede dritte Frau Gewalt erfährt. Der Bericht stellt fest, dass die EU weiterhin mit 'ernsthaften Problemen' bei der Gleichstellung von Frauen und Männern zu kämpfen hat.
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Die für Vorsorge, Krisenmanagement und Gleichstellung zuständige EU-Kommissarin Hadja Lahbib gab bekannt, dass jede dritte Frau in der EU von Gewalt betroffen ist. Lahbib erklärte, dass die jährlichen Kosten dieser Situation sich auf 290 Milliarden Euro belaufen. In dem Bericht, der im Rahmen des Internationalen Frauentags am 8. März vorgestellt wurde, werden die Arten von Gewalt und Ungleichheiten, mit denen Frauen konfrontiert sind, detailliert behandelt.
Dem Bericht zufolge erlebt jede dritte Frau in den EU-Ländern physische oder sexuelle Gewalt. Jede fünfte Frau wird von ihrem Partner oder einem Verwandten körperlich oder sexuell misshandelt. Jede achte Frau ist Opfer sexueller Gewalt. Im Bericht wird zudem darauf hingewiesen, dass neue Formen der Gewalt gegen Frauen auf digitalen Plattformen zunehmen. Lahbib bezifferte die jährlichen Kosten der Gewalt gegen Frauen auf 289 Milliarden Euro.
Laut einem Bericht von Reuters betonte Lahbib, dass Frauen auch im Gesundheitswesen diskriminiert werden. Lahbib wies darauf hin, dass die Sterblichkeitsrate bei Frauen durch Erkrankungen wie Herzinfarkte höher sei als bei Männern, und führte dies darauf zurück, dass medizinische Forschungen historisch gesehen Männer priorisiert hätten. Lahbib sagte: 'Dies zeigt, dass im Gesundheitswesen keine Gleichstellung erreicht wurde, und es kostet Menschenleben.'

KEINE GLEICHSTELLUNG IN DER POLITIK
Lahbib machte zudem auf die unzureichende Vertretung von Frauen in der Politik aufmerksam. Sie wies darauf hin, dass weltweit von etwa 200 Staats- und Regierungschefs nur 28 Frauen seien, und schätzte ein: 'Wenn wir im aktuellen Tempo weitermachen, wird es noch 130 Jahre dauern, bis die Geschlechtergleichstellung in der Politik erreicht ist.'
Auch zur Lohnungleichheit äußerte sich Lahbib und merkte an, dass Frauen für die gleiche Arbeit durchschnittlich 12 Prozent weniger Lohn pro Stunde erhalten als Männer. Sie fügte hinzu:
'Dies zeigt, dass im Gesundheitswesen keine Gleichstellung erreicht wurde, und es kostet Menschenleben. Auch im Jahr 2025 besteht diese Ungleichheit weiterhin. Es gibt eine kleine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, aber das reicht nicht aus.'
Nachrichtenquelle: 12punto
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