Jeffrey-Epstein-E-Mails sorgen für politisches Beben in den USA und Großbritannien
Das in den USA veröffentlichte, 20.000 Seiten umfassende E-Mail-Archiv von Jeffrey Epstein steht im Zentrum von Kontroversen, in die zahlreiche prominente Namen verwickelt sind – vom britischen Königshaus bis hin zu republikanischen Politikern. Während die Echtheit eines umstrittenen Fotos bestätigt wurde, lösten die republikanischen Unterstützer in den Akten den Zorn von Donald Trump aus.
Mit der Veröffentlichung von 20.000 Seiten an E-Mails und Dokumenten durch demokratische Abgeordnete im Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses ist der Fall Jeffrey Epstein erneut an die Spitze der Agenda gerückt. In den betreffenden Korrespondenzen wurde die Echtheit eines zuvor dementierten Fotos bestätigt, was in Großbritannien für große Diskussionen sorgte.
In einer E-Mail schrieb Jeffrey Epstein: „Ja, Giuffre war in meinem Flugzeug und ja, das Foto mit Andrew wurde aufgenommen“, womit die Behauptungen, die der britische Prinz Andrew jahrelang hartnäckig bestritten hatte, widerlegt wurden.

DAS FOTO, DAS ER 2019 ALS FÄLSCHUNG BEZEICHNETE, WURDE ALS ECHT BESTÄTIGT
Virginia Giuffre, eines der Opfer Epsteins, hatte behauptet, dass Andrew dreimal sexuelle Beziehungen mit ihr hatte, als sie noch minderjährig war. Andrew wies alle Anschuldigungen zurück und einigte sich 2022 außergerichtlich mit Giuffre. In einem Interview mit der BBC im Jahr 2019 hatte Andrew erklärt, er kenne Giuffre weder, noch sei das Foto echt. Die neu veröffentlichten Dokumente zeigen jedoch, dass diese Behauptung nicht der Wahrheit entspricht und dass Andrew und Epstein weitaus engere Beziehungen pflegten als bisher angenommen.
Aus den veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass Andrew auch nach dem Zeitpunkt, an dem er behauptete, den Kontakt zu Epstein abgebrochen zu haben, noch vier Monate lang mit ihm in Verbindung stand. Zudem enthalten andere in den Medien verbreitete Informationen Vorwürfe, wonach in Epsteins Haus in New York minderjährige Mädchen missbraucht wurden und Treffen auf der sogenannten „Privatinsel“ stattfanden.

DEMOKRATEN LADEN ANDREW IN DEN KONGRESS EIN
Einige Demokraten im US-Kongress haben den ehemaligen Prinzen aus Großbritannien zur Aussage geladen. Während auf diese Aufforderung noch keine offizielle Antwort eingegangen ist, erklärten US-Behörden, dass Andrew die Fragen auch per Videoschalte beantworten könne.
Nach dem unerwarteten Tod von Giuffre Anfang dieses Monats und der Veröffentlichung eines Memoiren-Buches sowie neuer Vorwürfe über die Beziehungen zwischen Epstein und Maxwell wurden Andrew seine königlichen Titel vollständig entzogen.

ANDREWS REAKTION: „DAS HAT NICHTS MIT MIR ZU TUN“
Unter den Dokumenten befindet sich auch eine Nachricht, die Andrew an Epstein und seine Assistentin Ghislaine Maxwell schrieb, in der er äußerte: „Ich halte das nicht mehr aus.“ Nachdem Andrew erfahren hatte, dass eine britische Zeitung über die Vorwürfe berichten würde, schrieb er in einer E-Mail, die besonders Aufmerksamkeit erregte: „Ich habe keinerlei Informationen zu diesem Thema! Bitte gib du die Erklärung ab. Das hat nichts mit mir zu tun. Ich halte das nicht mehr aus.“

GIUFFRES TOD UND DIE UNGEWISSE ZUKUNFT DER ERMITTLUNGEN
Virginia Giuffre war als eines der prominentesten Opfer Epsteins bekannt. Ihr Tod und das daraufhin veröffentlichte Memoiren-Buch führten dazu, dass sowohl Andrew als auch die Beziehungen zwischen Epstein und Maxwell erneut in den Fokus rückten. In den Dokumenten wurde auch die Echtheit des Fotos, auf dem Andrew den Arm um Giuffre legt, bestätigt.

Epsteins Äußerungen in einer E-Mail aus dem Jahr 2011, in der er schrieb: „Es lässt sich leicht beweisen, dass das Mädchen, das Prinz Andrew beschuldigt, lügt. Recherchieren Sie selbst über Virginia Roberts Giuffre, die der Queen Probleme bereitet. Sie ist eine Betrügerin“, verliehen den Diskussionen eine neue Dimension.
DIE AUSWIRKUNGEN DES EPSTEIN-DOSSIERS AUF DIE AMERIKANISCHE POLITIK
In Epsteins Korrespondenz finden sich nicht nur Mitglieder des britischen Königshauses, sondern auch wichtige Akteure der US-Politik. Nachrichten an Soon-Yi Previn, die Ehefrau von Woody Allen, Korrespondenzen mit Steve Bannon und die Erwähnung des Journalisten Michael Wolff zeigen, wie umfassend Epsteins Kontakte waren.

Die Abschnitte in den E-Mail-Dokumenten, die Donald Trump und sein Umfeld betreffen, wurden zu einer der bemerkenswertesten Schlagzeilen. Obwohl die US-Justizministerin Pam Bondi gegenüber Fox News erklärte, die „Akten liegen auf meinem Tisch“, was Spekulationen über die Existenz von „Kundenlisten“ befeuerte, stellte Bondi später klar, dass eine solche Liste nicht existiere.

SPANNUNGEN BEI DEN REPUBLIKANERN UND IM LAGER VON TRUMP
Im Kongress fordern insgesamt 218 Abgeordnete, darunter Republikaner wie Thomas Massie und Marjorie Taylor Greene, die Veröffentlichung aller Epstein-Dokumente. Der ehemalige Präsident Donald Trump stellte sich jedoch offen gegen die Unterstützung in seiner Partei mit den Worten: „Jeder Republikaner, der die Epstein-Ermittlungen unterstützt, ist entweder sehr schlecht oder dumm.“

HARTE EINSCHÄTZUNGEN VON EPSTEIN ÜBER TRUMP
In einem der Dokumente finden sich scharfe Äußerungen Epsteins über die geistige Gesundheit von Donald Trump. Dass er in verschiedenen Korrespondenzen über Jahre hinweg Einschätzungen wie „grenzwertig verrückt“ oder „frühe Demenz?“ für Trump äußerte, hat eine neue Debatte in der amerikanischen Öffentlichkeit ausgelöst.
Nach der Veröffentlichung der Dokumente scheint es, als würden Epsteins Kontakte sowie deren Auswirkungen auf das Königshaus und die amerikanische Politik noch lange Zeit ein Thema bleiben.
Nachrichtenquelle: 12punto
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