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Lkw-Fahrermangel in Deutschland bedroht Lieferketten

Der zunehmende Mangel an Lkw-Fahrern im Land führt zu Lieferverzögerungen in der Logistikbranche, Produktengpässen in den Regalen und löst ernsthafte Sorgen um die Zukunft der Branche aus.

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Lkw-Fahrermangel in Deutschland bedroht Lieferketten

Die Logistikbranche in Deutschland steht vor einer großen Herausforderung bei der Suche nach Lkw-Fahrern. Nach Angaben des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) werden im Land derzeit mindestens 120.000 Lkw-Fahrer benötigt. Branchenvertreter erklären, dass dieser Personalmangel zu Störungen in den Lieferketten führt und einige Transportunternehmen gezwungen sind, ihre Fahrzeuge stehen zu lassen, da sie keine Fahrer finden.

BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt erklärte, dass derzeit jedes Jahr 30.000 bis 35.000 Fahrer in den Ruhestand gehen, während die Zahl der neuen Fahrer, die in die Branche eintreten, nur zwischen 15.000 und 20.000 liegt. Engelhardt warnte: "Der Fahrermangel wird sich in den kommenden Jahren noch weiter verschärfen."

Experten weisen darauf hin, dass der Personalmangel in der Logistikbranche zu Lieferverzögerungen führt, dazu beiträgt, dass sich einige Unternehmen aus Ausschreibungen zurückziehen, und die Kosten erheblich in die Höhe treibt. Viele Logistikunternehmen vermeiden es, an neuen Transportausschreibungen teilzunehmen, da steigende Personalkosten und Frachteinnahmen die Kosten möglicherweise nicht decken können.

Wie die DW berichtet, sagte Engelhardt, dass die gelegentlichen Produktengpässe in den Supermarktregalen nicht immer auf Preisstreitigkeiten zurückzuführen seien, sondern dass auch der Fahrermangel eine Rolle bei diesem Problem spiele. Etwa 80 Prozent der in Deutschland verkauften Waren werden auf der Straße transportiert. Engelhardt erinnerte an den Toilettenpapiermangel während der Coronavirus-Pandemie und betonte, dass sich die Auswirkungen von Störungen in der Lieferkette direkt auf das Leben der Verbraucher auswirken.

Trotz technologischer Fortschritte betont der BGL, dass kurzfristig keine autonomen Fahrtechnologien, die durch Sensoren, Kameras oder künstliche Intelligenz unterstützt werden, eine Lösung für den Lkw-Fahrermangel bieten können.

Engelhardt äußerte sich wie folgt:

"Lkw-Fahrer sind Begleiter und Beschützer der Ladung; sie sind für die ordnungsgemäße Lieferung, den Transport und die Ladungssicherung verantwortlich. In Situationen, die die Technologie nicht vorhersehen kann, ist der Mensch immer noch das einzige Element, das eingreifen kann."

FAST JEDER ZWEITE LKW MIT AUSLÄNDISCHEM KENNZEICHEN

Der BGL wies darauf hin, dass mögliche geopolitische Entwicklungen in Osteuropa das Personalproblem der Branche weiter verschärfen könnten. Insbesondere wird geschätzt, dass ein möglicher militärischer Eingriff Russlands in einem Land in Osteuropa dazu führen könnte, dass viele ausländische Lkw-Fahrer in ganz Europa in ihre Heimatländer zurückkehren. Engelhardt erklärte, dass heute fast die Hälfte der Lkw auf deutschen Autobahnen ausländische Kennzeichen trage und in naher Zukunft jeder dritte Fahrer in Fahrzeugen mit deutschen Kennzeichen einen ausländischen Pass besitzen werde.

Während betont wird, dass für die Zukunft der Logistikbranche dauerhafte Lösungen für den Fahrermangel gefunden werden müssen, fordern Arbeitgeber dazu auf, Schritte zu unternehmen, um junge Arbeitskräfte für die Branche zu gewinnen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.


Nachrichtenquelle: 12punto