„Akt der Zivilisation“ durch die Stadtverwaltung in Mailand: Haustiere dürfen im Grab ihrer Besitzer beigesetzt werden
In der italienischen Stadt Mailand ist es nun rechtlich möglich, Haustiere im selben Grab wie ihre Besitzer beizusetzen.
In Mailand, einer der größten Städte des Landes, hat die Stadtverwaltung beschlossen, dass die Asche von Haustieren, die verstorben sind, in den städtischen Friedhöfen in der Grabstätte ihrer Besitzer beigesetzt werden darf.
Diese Regelung gilt ausschließlich für Haustiere, darunter Katzen, Hunde, Vögel, Fische, Schildkröten und Hamster. Tiere, die „zu Produktionszwecken genutzt werden“, wie etwa Nutztiere, sind von dieser Regelung ausgenommen.
Wer sein Haustier mit sich bestatten lassen möchte, muss dies oder die Angehörigen müssen dies gesondert beantragen. Nach dem Tod des Tieres kann es ordnungsgemäß eingeäschert und die Asche in einer separaten Urne im Grab des Besitzers oder der Familie beigesetzt werden.
Es ist jedoch nicht gestattet, den Namen, das Geburts- oder Sterbedatum oder Fotos der Haustiere auf dem Grabstein anzubringen. Auf Wunsch kann jedoch ein Foto, auf dem der Grabinhaber mit seinem Haustier zu sehen ist, auf dem Grabstein platziert werden.
Das Verstreuen der Asche der Tiere auf dem Friedhof oder deren Aufbewahrung in Gemeinschaftsdepots ist ebenfalls nicht erlaubt.
Die Stadtverwaltung erklärte, sie habe diese Entscheidung getroffen, da „viele Menschen heutzutage eine so enge Beziehung zu ihren Haustieren pflegen wie zu einem nahen Familienmitglied“.
Gaia Romani, die für städtische Dienste zuständige Stadträtin, bezeichnete die Beisetzung von Haustieren auf städtischen Friedhöfen als einen „Akt der Zivilisation“, der von zahlreichen Bürgern gefordert worden sei.
Romani betonte, man komme damit den sensiblen Wünschen der Tierhalter entgegen, „die den Wunsch haben, gemeinsam mit den Tieren, mit denen sie einen Teil ihres Lebens geteilt haben, bestattet zu werden und ihren Haustieren eine würdevolle Bestattung zu ermöglichen“.
Die rechtliche Grundlage, die der Stadtverwaltung grünes Licht für diese Praxis gab, wurde durch ein Gesetz aus dem Jahr 2022 der Region Lombardei geschaffen, zu der auch Mailand gehört. Mit ihrem Beschluss vom 2. Januar 2025 legte die Stadt Mailand die notwendigen Verfahren für die Umsetzung dieses Gesetzes fest.
Laut einem Bericht des Forschungsinstituts Eurispes aus dem Jahr 2023 lebt in 37,3 Prozent der Haushalte in Italien mindestens ein Haustier. 41,8 Prozent der Tierhalter bevorzugen Hunde, 37,7 Prozent Katzen.
Einer Untersuchung von Ipsos zufolge betrachten 79 Prozent der Haustierbesitzer ihre Tiere als vollwertige Familienmitglieder. Andererseits lehnen 63 Prozent der Haustierbesitzer die Ansicht ab, dass Tiere als Ersatz für Kinder dienen.
Einige Kreise, darunter auch das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus, bringen die Zunahme der Haustierpopulation bei gleichzeitig sinkenden Geburtenraten im Land gelegentlich miteinander in Verbindung.
Papst Franziskus hatte mehrfach kritisiert, dass Katzen oder Hunde an die Stelle von Kindern träten, und erklärt, dass in Italien eine „Kultur vorherrsche, in der man es vorzieht, einen Hund oder eine Katze zu besitzen, anstatt Kinder zu haben“.
Nachrichtenquelle: 12punto
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