Parlamentswahlen in der Schweiz morgen: Rekordzahl an Kandidaten
In der Schweiz finden morgen Parlamentswahlen statt. Rund 5,5 Millionen Wahlberechtigte können ihre Stimme abgeben, um die Mitglieder des 200-köpfigen Nationalrats und des 46-köpfigen Ständerats zu bestimmen. Insgesamt bewerben sich 5.909 Personen um einen Sitz im Nationalrat, was einem Anstieg von 1.264 Personen bzw. 27 Prozent gegenüber dem Stand vor vier Jahren entspricht.
In der Schweiz gehen morgen rund 5,5 Millionen Wahlberechtigte für die Parlamentswahlen an die Urnen.
In der Schweiz, wo die Wahlen alle vier Jahre stattfinden, werden die Bürger ihre Stimmen abgeben, um die Mitglieder des 200-köpfigen Nationalrats (Volkskammer) und des 46-köpfigen Ständerats zu bestimmen.
In der Schweiz, die etwa 5,5 Millionen Wahlberechtigte zählt, können die Wähler ihre Stimme entweder an der Urne oder per Briefwahl abgeben. Während etwa 90 Prozent der Wähler die Briefwahl bevorzugen, nutzen 10 Prozent die Möglichkeit, ihre Stimme direkt an der Urne abzugeben.
Die Wahlunterlagen wurden den Wählern Anfang des Monats durch die Schweizerische Post zugestellt; die Briefwahl war bis zum 19. Oktober möglich.
WAHLBETEILIGUNG SEIT 50 JAHREN UNTER 50 PROZENT
In einem Land, in dem die Wahlbeteiligung seit etwa 50 Jahren unter 50 Prozent liegt, wird auch in diesem Jahr mit einer ähnlichen Anzahl an Wählern gerechnet.
REKORDZAHL AN KANDIDATEN
Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik wurde in diesem Jahr eine Rekordzahl an Kandidaten für die Parlamentswahlen verzeichnet.
Insgesamt bewerben sich 5.909 Personen um einen Sitz im Nationalrat, was einem Anstieg von 1.264 Personen bzw. 27 Prozent gegenüber dem Stand vor vier Jahren entspricht.
Der Frauenanteil unter den Kandidaten liegt bei 40,8 Prozent, zudem kandidieren 10 Personen im Alter von 18 Jahren.
SVP VOR ZUWACHS, GRÜNE VOR VERLUSTEN
Laut der letzten Umfrage des Schweizer Radio und Fernsehens (SRG) liegen die Koalitionspartner Schweizerische Volkspartei (SVP), Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP), FDP.Die Liberalen (FDP) und Die Mitte (ehemals CVP), die die Schweizer Politik seit Jahrzehnten prägen, erneut in Führung.
Anstelle der „ökologischen“ Atmosphäre vor den Wahlen 2019 wird aufgrund der zunehmenden Sorgen über Migrationswellen nach Europa erwartet, dass die rechtsgerichtete SVP ihren Stimmenanteil gegenüber der vorangegangenen Periode (25,5 Prozent) um 2,5 Prozentpunkte steigern kann.
Es wird prognostiziert, dass die SP ihren Stimmenanteil gegenüber der vorangegangenen Periode (16,8 Prozent) um etwa 1,5 Prozentpunkte ausbauen kann, während Die Mitte ihren Stimmenanteil von 11,4 Prozent voraussichtlich halten wird.
Für die FDP wird ein leichter Rückgang gegenüber ihrem Ergebnis der letzten Periode von 15,2 Prozent erwartet, während die Grüne Partei, die bei der letzten Wahl ihren Stimmenanteil um 6 Prozentpunkte auf 13 Prozent steigern konnte, in dieser Periode voraussichtlich unter der 10-Prozent-Marke bleiben wird.
Auch für die Grünliberalen Partei wird ein Rückgang gegenüber ihrem Ergebnis von 7,6 Prozent aus dem Vorjahr erwartet.
„MIGRATION“ ALS WICHTIGSTES THEMA
Während die „Migrationskrise“ zu den meistdiskutierten Themen während der Wahlperiode in der Schweiz zählte, standen auch die Krankenkassenprämien, der Klimawandel, die soziale Sicherheit und die Lebenshaltungskosten auf der Agenda der Kandidaten.
Themen wie Energieversorgungssicherheit, Rentenreform, Beziehungen zur EU, Wohnkosten und die Unabhängigkeit der Schweiz gehörten ebenfalls zu den Debattenpunkten.
BUNDESRAT BESTEHT AUS 7 MINISTERN
Die Schweiz mit ihren rund 9 Millionen Einwohnern wird aufgrund ihrer komplexen politischen Struktur und ihres Wahlsystems seit über 60 Jahren von Koalitionsregierungen geführt.
In der Schweiz, die ein föderales System besitzt, besteht die Regierung aus 7 Ministern, die vom Parlament gewählt werden.
Die Bundespräsidenten der Schweizerischen Eidgenossenschaft werden vom Parlament aus dem Kreis der 7 Kabinettsmitglieder gewählt und sind jeweils für ein Jahr im Amt.
Nach dem seit 1959 praktizierten System, der sogenannten „Zauberformel“, erhalten die drei stärksten Parteien bei den Wahlen jeweils zwei Sitze im Kabinett, die vierte Partei erhält einen Sitz.
Die Schweiz, deren offizieller Name „Schweizerische Eidgenossenschaft“ lautet, wurde Ende des 13. Jahrhunderts gegründet und bewahrt ihre Unabhängigkeit seit 1499.
Nachrichtenquelle: AA
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