Russischer Scherz löst diplomatische Krise in Italien aus, die zum Rücktritt führt
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gab bekannt, dass ihr diplomatischer Berater, Botschafter Francesco Maria Talo, heute zurückgetreten ist und die Verantwortung für den Skandal übernommen hat, bei dem zwei russische Komiker sie in einem Telefonat als afrikanischer Staatschef täuschten und ihre Äußerungen an die Presse gelangten.
Meloni beantwortete nach einer Kabinettssitzung Fragen zu dem Telefonstreich, der am 1. November öffentlich wurde und bei dem sie von zwei russischen Komikern hinters Licht geführt wurde.
Auf die Frage, ob sie während des Telefonats, das am 18. September von den als "Vovan & Lexus" bekannten russischen Komikern Vladimir Kuznetsov und Aleksej Stolyarov geführt wurde und dessen Aufzeichnung am 1. November an die Presse gelangte, bemerkt habe, dass es sich um einen Scherz handelte, antwortete Meloni: "Gegen Ende des Telefonats hatte ich einige Zweifel. Besonders bei dem Teil, in dem es um den ukrainischen Nationalismus ging, ein typisches Thema der russischen Propaganda. Deshalb bat ich um eine Überprüfung. Ich habe dies meinem diplomatischen Beraterbüro gemeldet."
Meloni erklärte, dass sie zwar häufig solche Gespräche mit Staats- und Regierungschefs führe, das Büro des diplomatischen Beraters in diesem Fall jedoch "oberflächlich" und "unvorsichtig" gehandelt habe.
Meloni betonte, dass ihr diplomatischer Berater, Botschafter Francesco Maria Talo, die Verantwortung für den Vorfall übernommen habe und sagte: "Diplomatischer Berater Botschafter Francesco Talo hat heute Morgen seinen Rücktritt eingereicht."
Meloni dankte Talo für seine bisherige Arbeit.
Ministerpräsidentin Meloni bezeichnete den Vorfall zudem als "Kreml-Propaganda".
WAS IST PASSIERT?
Die als "Vovan & Lexus" bekannten russischen Komiker Vladimir Kuznetsov und Aleksej Stolyarov hatten am 18. September ein Telefonat mit der italienischen Ministerpräsidentin Meloni geführt, indem sie sich als Vorsitzender der Afrikanischen Union ausgaben.
Die Aufzeichnung des Gesprächs gelangte am 1. November in die sozialen Medien.
In der betreffenden Aufnahme wurde bekannt, dass Meloni äußerte: "Es gibt eine Müdigkeit auf allen Seiten in Bezug auf den Konflikt in der Ukraine. Der Moment rückt näher, in dem jeder verstehen wird, dass ein Ausweg nötig ist. Das Problem ist, einen für beide Seiten akzeptablen Ausweg zu finden, ohne das Völkerrecht zu verletzen. Die Gegenoffensive der Ukraine verläuft nicht wie erwartet. Das hat das Schicksal des Konflikts nicht verändert."
Das italienische Ministerpräsidium bestätigte den Vorfall in einer schriftlichen Erklärung vom 1. November und teilte mit: "Das Büro des diplomatischen Beraters der Ministerpräsidentin bedauert zutiefst, dass es von einem Betrüger getäuscht wurde, der sich als Vorsitzender der Kommission der Afrikanischen Union ausgab und so ein Gespräch mit der Ministerpräsidentin (Meloni) ermöglichte."
Nachdem der Skandal in der Presse bekannt wurde, gab es in den italienischen Medien Berichte, wonach Botschafter Talo aufgrund des besagten Scherzes möglicherweise vorzeitig von seinem Amt zurücktreten müsse.
Nachrichtenquelle: AA
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