Ukraine-Russland-Gipfel in Istanbul: Delegationen bereiten sich auf zweites Treffen vor
Vor den zweiten direkten Gesprächen zwischen der Ukraine und Russland in Istanbul konnte trotz der zunehmenden Spannungen vor Ort noch keine Einigung zwischen den Parteien erzielt werden.
Die Delegationen der Ukraine und Russlands werden am Montag in Istanbul zu Friedensgesprächen zusammenkommen. Diese Gespräche finden jedoch in einer Zeit statt, in der sich die Spannungen zwischen den beiden Ländern verschärfen. Die von der Ukraine durchgeführten Angriffe haben in Russland für heftige Reaktionen gesorgt.
In der Ukraine wiederum hat das mangelnde Interesse des russischen Präsidenten Wladimir Putin an Friedensgesprächen und das Ausbleiben offizieller Friedensbedingungen das Vertrauen der Ukraine in die Verhandlungen geschwächt.
SELENSKYJ BESTÄTIGT GESPRÄCHE
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass Verteidigungsminister Rustem Umerow mit der russischen Delegation zusammentreffen werde. Die russische Delegation wird vom Kreml-Berater Wladimir Medinski geleitet. Die erste Gesprächsrunde fand am 16. Mai statt; als Ergebnis dieser Gespräche kam es zum größten Gefangenenaustausch seit Beginn des Krieges. Ein konkreter Fortschritt in Bezug auf Frieden oder einen Waffenstillstand konnte jedoch nicht erzielt werden.
UKRAINE WARTET AUF ENTWURF
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte als Reaktion auf die Waffenstillstandsaufrufe aus Europa direkte Verhandlungen vorgeschlagen. Der Kreml erklärte jedoch, dass ein Waffenstillstand erst nach einem umfassenden Friedensabkommen diskutiert werde. Die Ukraine teilte mit, dass sie auf den Entwurf warte, den Moskau angekündigt hatte. Medinski erklärte, dass die Ukraine ihren eigenen Entwurf für ein Abkommen übermittelt habe und der Kreml am Montag auf dieses Dokument antworten werde.
Das von der Ukraine vorgelegte Dokument enthält Forderungen, wonach die militärischen Kapazitäten nicht eingeschränkt werden dürfen, die Souveränität über die von Russland besetzten Gebiete nicht anerkannt wird und Entschädigungszahlungen geleistet werden müssen. Bei den Gesprächen wird die aktuelle Frontlinie als Ausgangspunkt für die Gebietsstreitigkeiten dienen. Russland kontrolliert derzeit etwa 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets.
Nach drei Jahren Krieg konnten die Parteien noch immer keine Einigung erzielen. US-Präsident Donald Trump erneuerte seinen Friedensaufruf und erklärte, dass bei einer Verzögerung seitens Moskaus harte Sanktionen gegen Russland verhängt werden könnten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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