Ungarns neuer Ministerpräsident macht seinen Schwager zum Minister
Nachdem Péter Magyar das Amt des Ministerpräsidenten übernommen hat, sorgte die Ernennung seines Schwagers zum Justizminister in seinem Kabinett für landesweite Diskussionen. Magyar betonte angesichts der Kritik die fachliche Eignung und kündigte an, dass seine Schwester ihr Richteramt niederlegen werde, um Debatten über die Gewaltenteilung zu vermeiden.
Péter Magyar, der die 16-jährige Regierungszeit von Viktor Orbán beendete, hat sein neues Kabinett vorgestellt. Doch einer der meistdiskutierten Namen im Kabinett ist sein Schwager, der auf den Posten des Justizministers berufen wurde. Magyar erklärte, die Sorgen der Öffentlichkeit aufgrund der familiären Beziehungen seien verständlich, verteidigte die Ernennung jedoch als rein kompetenzbasiert. Zudem betonte er, dass diese Entscheidung für ihn persönlich ein äußerst schwieriges Dilemma dargestellt habe.
Der Ministerpräsident sagte: „Meine Entscheidung basierte eher auf der Vorbereitung als auf politischer Abrechnung. Entscheidend war, wer ein gerechtes und prinzipientreues Ungarn am besten vertreten kann. Nachdem Orbáns Partei den Rechtsstaat beschädigt hat, war es wichtig, dass diese historische und große Aufgabe würdig erfüllt wird.“
SCHWESTER TRITT FÜR DIE GEWALTENTEILUNG ZURÜCK
Einer der bemerkenswertesten Punkte in Magyars Kabinettsvorstellung war die Ankündigung, dass die Ehefrau des zum Justizminister ernannten Schwagers, also seine Schwester Anna Ilona Melléthei-Barna, ihr Richteramt aufgeben wird. Der Ministerpräsident betonte, dies sei ein Schritt, um den Grundsatz der Gewaltenteilung nicht zu gefährden und ethische Debatten zu vermeiden. In einer Erklärung in den sozialen Medien bezeichnete er die berufliche Qualifikation seines Schwagers zudem als „unbestreitbar“.
Die neue Regierung soll am 9. Mai, dem Europatag, ihr Amt antreten. In dieser Zeit hat Péter Magyar die diplomatischen Gespräche intensiviert, um die Probleme mit der Europäischen Union, insbesondere im Bereich der Rechtsstaatlichkeit, zu lösen und die Freigabe eingefrorener EU-Mittel zu erwirken. Magyar, der sich kürzlich mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, traf, konzentriert sich darauf, konkrete Schritte zur Normalisierung der Beziehungen Ungarns zur EU zu unternehmen.
Brüssel erwartet von der ungarischen Regierung Fortschritte, insbesondere in Bezug auf die Ukraine-Krise und die Einhaltung demokratischer Standards. Der 9. Mai, das Datum der Amtsübernahme durch Magyar, wird als Symbol für einen Neuanfang in den Beziehungen Ungarns zur Europäischen Union gesehen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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