Achtung, Immobilienbesitzer: Ministerium wird in 81 Provinzen aktiv
Das Ministerium für Schatz und Finanzen hat das MEVA-System eingeführt, um die Schattenwirtschaft im Immobiliensektor zu bekämpfen. Mehr als 16.000 Immobilien, bei denen eine Diskrepanz zwischen dem im Grundbuch angegebenen Wert und dem tatsächlichen Wert festgestellt wurde, wurden untersucht; von 9.150 Personen wurde eine Stellungnahme angefordert. Wer freiwillig nachzahlt, kann das Verfahren ohne Strafzahlung abschließen.
Die dem Ministerium für Schatz und Finanzen unterstellte Finanzverwaltung (GİB) hat mit dem Mekansal Veri Analiz Sistemi (MEVA) – dem System zur Analyse räumlicher Daten – Immobilientransaktionen ins Visier genommen, um gegen die Schattenwirtschaft vorzugehen. Mit diesem neuen System wurden mehr als 16.000 Immobilien untersucht, die im Laufe des Jahres den Besitzer gewechselt haben. Von 9.150 Personen, bei denen eine Differenz zwischen der Grundbuchangabe und dem tatsächlichen Wert festgestellt wurde, wurde eine Stellungnahme angefordert.
Das Ministerium überwacht genau, ob die Einkünfte aus Immobilienverkäufen oder -vermietungen sowie die daraus resultierenden Steuern und Gebühren korrekt deklariert werden. Das zur Vermeidung von nicht registrierten Einnahmen entwickelte MEVA hat sich zu einem der wichtigsten digitalen Kontrollinstrumente in diesem Bereich entwickelt.
Das von den Technologie-Teams der Finanzverwaltung entwickelte MEVA arbeitet als Software auf Basis eines geografischen Informationssystems. In diesem System werden zahlreiche Datenquellen zusammengeführt, darunter die der GİB vorliegenden Steuererklärungen, Meldungen und Prüfprotokolle sowie Grundbuch- und Katasterdaten, Baugenehmigungen, Wohnsitzinformationen, Bankkredite und Immobilienanzeigen auf Online-Plattformen. Zudem fließen Berichte von Bewertungsexperten in die Analyse ein.
Das System kann den tatsächlichen Kauf- oder Mietwert einer Immobilie ermitteln, indem es all diese Daten sowohl auf einer Karte visualisiert als auch mit verschiedenen Algorithmen analysiert. Dank dieser Analysen lassen sich Diskrepanzen zwischen dem realen Marktwert der Immobilie und dem im Grundbuch gemeldeten Betrag leicht feststellen.
MEVA wurde vor Kurzem in den zentralen Finanzämtern aller 81 Provinzen der Türkei aktiv in Betrieb genommen. In diesen Provinzen steuern spezialisierte Teams die auf den Systemanalysen basierenden Prüfprozesse. Um die tatsächlichen Verkaufspreise zu ermitteln, werden die Transaktionen der letzten Monate detailliert untersucht und mit den Angaben im Grundbuch verglichen.
Für Transaktionen, bei denen festgestellt wurde, dass der tatsächliche Wert unter dem angegebenen liegt, werden Käufer und Verkäufer um eine Stellungnahme gebeten. Personen in dieser Situation können von den „Reue“-Bestimmungen profitieren und ihre fehlenden Gebühren ohne strafrechtliche Konsequenzen nachzahlen. Sollten die abgegebenen Erklärungen jedoch nicht ausreichen oder keine freiwillige Zahlung erfolgen, werden die Steuerpflichtigen einer Steuerprüfung unterzogen.
In der ersten Phase wurden bei den Analysen der Finanzämter mehr als 16.000 Immobilientransaktionen bewertet. Aufgrund der Wertdifferenz wurden 9.150 Personen informiert und zur Stellungnahme aufgefordert. In diesem Prozess zeigten sich 2.475 Personen freiwillig kooperativ, und es wurden insgesamt 113,9 Millionen Lira an Grundbuchgebühren auf Basis eines Verkaufswerts von 5,9 Milliarden Lira straffrei eingezogen.
Gegen diejenigen jedoch, die nicht positiv auf die Aufforderung reagierten, wurde ein Steuerprüfungsverfahren eingeleitet. Die von diesen Personen zu wenig gezahlten Gebühren werden zuzüglich eines Steuerverlustzuschlags von 25 % eingezogen.
"AUCH MIETEINKÜNFTE WERDEN ERMITTELT"
Schatz- und Finanzminister Mehmet Şimşek erklärte, dass das MEVA-System in Kürze in allen Finanzämtern aktiv genutzt werde, und äußerte sich wie folgt:
"Auf diese Weise wird jedes Finanzamt in der Lage sein, alle Immobilien in seinem Zuständigkeitsbereich über eine Karte zu verfolgen und sofort auf zahlreiche Informationen zuzugreifen. Dadurch können nicht nur Kauf- und Verkaufstransaktionen zu realen Werten abgewickelt werden, sondern auch Immobilien, die vermietet werden und für die eine Steuererklärung abgegeben werden muss, lassen sich leicht identifizieren, sodass notwendige Maßnahmen schnell ergriffen werden können. Wer bei Immobilientransaktionen im Grundbuch einen niedrigeren als den tatsächlichen Verkaufspreis angibt, kann seine Gebühren unter Inanspruchnahme der Reue-Bestimmungen straffrei nachzahlen, ohne darauf zu warten, dass er zur Stellungnahme aufgefordert wird. Mit der MEVA-Anwendung soll sichergestellt werden, dass Transaktionen zu korrekten und realen Werten erfolgen, um die Schattenwirtschaft zu reduzieren und die freiwillige Einhaltung der Steuervorschriften zu erhöhen."
Nachrichtenquelle: AA
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