Während die Armut wächst, steigt auch die Zahl der Millionäre: Hier ist die Anzahl der Millionäre in der Türkei
Während sich in der Türkei die hohe Inflation und der Einkommensverlust verschärfen, nimmt die Zahl der neuen Millionäre rapide zu. Die Anzahl der Kontoinhaber mit Einlagen von 1 Million TL oder mehr, die Ende 2020 bei 308 Tausend lag, ist in 5 Jahren um 493 Prozent gestiegen und hat die Marke von 2 Millionen überschritten. Im gleichen Zeitraum wurde auch bei der Nutzung von Kreditkarten ein Rekord verzeichnet.
Während die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Türkei zunehmen, kämpfen auf der einen Seite Millionen Menschen mit Existenzsorgen, während auf der anderen Seite die Zahl der Millionäre rapide wächst.
Die hohe Inflation und der Kaufkraftverlust mindern den realen Wert von Ersparnissen im Millionen-TL-Bereich, während die Zahl der Kontoinhaber sprunghaft ansteigt.
ZAHL DER MILLIONÄRE HAT SICH IN 5 JAHREN VERFÜNFFACHT
Nach Daten der Bankenregulierungs- und Aufsichtsbehörde (BDDK) lag die Zahl der Personen mit einem Kontostand von 1 Million TL oder mehr Ende 2020 bei 308.278, während diese Zahl Ende 2024 auf 1.828.934 anstieg. Damit ist die Zahl der Millionäre in den letzten 5 Jahren um 493 Prozent gestiegen.
Die Zahl der Millionäre, die Ende 2023 noch bei 1.299.118 lag, stieg bis Ende 2024 um 529.816 Personen auf über 1,8 Millionen. Während die Zahl der im Inland ansässigen Millionäre im Dezember 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent zunahm, überstieg die Gesamtzahl zusammen mit den Millionären im Ausland die 2-Millionen-Marke.
GEHÄLTER GESCHMOLZEN, ARMUT VERSCHÄRFT
Dieses Bild der Wirtschaft verdeutlicht auch die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung. Während eine Person mit 1 Million TL vor der Pandemie noch eine mittelmäßige Wohnung kaufen konnte, ist es heute mit diesem Betrag schwierig geworden, selbst ein Auto zu erwerben, geschweige denn eine Immobilie.
Die Lohnerhöhungen bleiben angesichts der steigenden Inflation unzureichend. Während der Mindestlohn im Januar auf 22.104 TL angehoben wurde, stieg die Armutsgrenze laut Daten von Türk-İş im gleichen Zeitraum auf 72.088 TL.
EXPLOSION BEI KARTENZAHLUNGEN
Der Einkommensverlust und der Rückgang der Kaufkraft treiben die Bürger in eine höhere Verschuldung. Nach Daten des Interbankenkartenzentrums (BKM) stiegen die Ausgaben mit Kreditkarten, Bankkarten und Prepaid-Karten im Januar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 66 Prozent auf 1,61 Billionen TL.
Die gesamten Kartenausgaben verteilten sich wie folgt:
1 Billion 366,5 Milliarden TL entfielen auf Kreditkarten,
207,8 Milliarden TL auf Bankkarten,
32,4 Milliarden TL auf Prepaid-Karten.
Auch die Kartennutzung nimmt weiter rasant zu. Stand Januar 2024 gibt es in der Türkei:
130,2 Millionen Kreditkarten,
195,6 Millionen Bankkarten,
113,1 Millionen Prepaid-Karten.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deuten diese Zahlen auf einen Anstieg von 9 Prozent bei den Kreditkarten, 3 Prozent bei den Bankkarten und 24 Prozent bei den Prepaid-Karten hin.
EIN REICHER WERDENDER TEIL, TIEFERE ARMUT
Die Schere bei der Einkommensverteilung in der Türkei geht von Tag zu Tag weiter auseinander. Während auf der einen Seite jedes Jahr Hunderttausende zu den Millionären hinzukommen, kämpfen auf der anderen Seite Millionen Menschen unterhalb der Hunger- und Armutsgrenze ums Überleben.
Nachrichtenquelle : 12punto
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