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Gefahr für die Einkommensverteilung in der Türkei: Gehälter nähern sich dem Mindestlohn an

Eine neue Studie zeigt, dass die Annäherung der Gehälter an das Mindestlohnniveau in der Türkei negative Auswirkungen auf die Einkommensverteilung hat. Laut der Untersuchung führt diese Entwicklung bei einem großen Teil der Bevölkerung zu realen Einkommensverlusten und zunehmenden finanziellen Schwierigkeiten.

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Gefahr für die Einkommensverteilung in der Türkei: Gehälter nähern sich dem Mindestlohn an

Eine neue Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Prof. Dr. Aykut Kibritçioğlu von der Türkisch-Deutschen Universität hat ergeben, dass sich die Gehälter und Löhne in der Türkei rapide dem Mindestlohnniveau annähern und diese Situation zu ernsthaften Problemen bei der Einkommensverteilung führt.

Die Untersuchung betont, dass der Mindestlohn insbesondere unter dem Einfluss der in den letzten Jahren gestiegenen Inflation angehoben wurde, andere Gehalts- und Lohngruppen jedoch nicht mit dieser Entwicklung Schritt halten konnten.

Dies führt bei einem großen Teil der Bevölkerung zu realen Einkommensverlusten und finanziellen Engpässen.

In der Erklärung heißt es:

"In der Studie von Prof. Dr. Kibritçioğlu wurde das Verhältnis der Gehälter verschiedener Einkommensgruppen – wie etwa Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Akademiker, Arbeiter in der verarbeitenden Industrie und Rentner der Sozialversicherungsanstalt SGK – zum Mindestlohn und zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Gehälter seit den 2000er Jahren (insbesondere seit 2014) generell auf das Niveau des Mindestlohns gesunken sind und in einigen Fällen sogar darunter liegen.

'BETRIFFT 20 MILLIONEN AKTIVE UND PASSIVE SGK-VERSICHERTE'

Die Studie zeigt auf, dass insbesondere die Renten sowie die Gehälter von Beschäftigten in der verarbeitenden Industrie und im öffentlichen Dienst nicht nur unter dem Mindestlohn, sondern auch unter dem BIP pro Kopf liegen. Diese negative Entwicklung betrifft die rund 20 Millionen aktiven und passiven SGK-Versicherten, deren Bezüge in der Studie berücksichtigt wurden.

Prof. Kibritçioğlu plädiert dafür, das bestehende System der sozialen Sicherheit und des Mindestlohns grundlegend zu überarbeiten und zugunsten der Arbeitnehmer zu reformieren. In seiner Arbeit schlägt er die Einführung innovativer politischer Maßnahmen wie ein 'System gestaffelter Mindestlöhne' vor, um eine gerechtere Einkommensverteilung zu gewährleisten. Dieses System sieht vor, unterschiedliche Mindestlöhne für verschiedene Berufsbezeichnungen und erforderliche Qualifikationen festzulegen und diese regelmäßig an die Inflation sowie an die Wachstumsraten des BIP pro Kopf anzupassen.

Beispielsweise wird angeführt, dass eine Pilot-Gehaltsskala, die an öffentlichen und privaten Universitäten in der Türkei basierend auf akademischen Titeln erstellt werden könnte, als Modell für die Umsetzbarkeit dieses Systems in der gesamten Wirtschaft dienen könnte.

'VON GROSSER BEDEUTUNG FÜR DEN AUFBAU EINER NACHHALTIGEN WIRTSCHAFTSSTRUKTUR'

Darüber hinaus weist die Studie darauf hin, dass die gewerkschaftlichen Rechte gestärkt werden müssen. Es wird betont, dass Gewerkschaften gestärkt und bestehende Hindernisse beseitigt werden müssen, damit Arbeitnehmer gerechtere Lohnverhandlungen führen können.

Zusammenfassend verdeutlicht diese Studie die Notwendigkeit tiefgreifender Veränderungen, um den wirtschaftlichen Wohlstand eines großen Teils der Bevölkerung in der Türkei zu steigern und die Einkommensverteilung zu verbessern. Die Schritte, die unternommen werden, damit nicht nur Mindestlohnempfänger, sondern auch andere Einkommensgruppen ein angemessenes Einkommen erzielen können, sind von großer Bedeutung für den Aufbau einer nachhaltigeren Wirtschaftsstruktur im ganzen Land."

 


Nachrichtenquelle: 12punto