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Historische Wende der Zentralbanken hin zu Gold: Ein Novum nach 30 Jahren

Die weltweit führenden Zentralbanken haben eine neue Ära in der Reserveverwaltung eingeleitet und beginnen, sich von Vermögenswerten in US-Dollar abzuwenden und stattdessen auf Gold zu setzen. Laut Bloomberg-Daten übersteigt der Goldbestand der Zentralbanken erstmals seit 30 Jahren den Wert der gehaltenen US-Staatsanleihen.

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Historische Wende der Zentralbanken hin zu Gold: Ein Novum nach 30 Jahren

Die Weltwirtschaft hat mit der Veränderung der Reservepräferenzen der Zentralbanken eine neue Schwelle überschritten. Insbesondere die in den letzten Jahren zunehmenden geopolitischen Spannungen und Finanzsanktionen haben Gold in den Vordergrund gerückt, während das Gewicht des Dollars abgenommen hat. Nach den von Bloomberg veröffentlichten Zahlen erreichten die Goldreserven der Zentralbanken weltweit etwa 4 Billionen Dollar und übertrafen damit den Bestand an US-Staatsanleihen in Höhe von 3,9 Billionen Dollar.

Während in der Vergangenheit US-Staatsanleihen das größte Vermögen in den Tresoren der Zentralbanken darstellten und der Anteil von Gold bei einem bescheidenen Niveau von 9 Prozent lag, ist der Anteil von Gold an den Reserven in den letzten Jahren auf 24 Prozent gestiegen, während der Anteil der US-Staatsanleihen auf 21 Prozent gesunken ist.

DIE GRÜNDE FÜR DEN STRATEGIENWECHSEL

Nach Ausbruch des Krieges zwischen Russland und der Ukraine beschleunigte der Schritt westlicher Länder, Vermögenswerte der russischen Zentralbank in Höhe von etwa 300 Milliarden Dollar einzufrieren, die Suche der Zentralbanken nach sicheren Häfen in der Reserveverwaltung. Gold, das von Sanktionen unabhängig bleibt, trat als Alternative zum US-Dollar hervor und löste weltweit massive Käufe aus.

Nach den vom World Gold Council veröffentlichten Daten kauften die Zentralbanken im Jahr 2025 insgesamt 863 Tonnen Gold und brachen damit den Rekord der letzten 10 Jahre. Diese Menge entspricht etwa dem Doppelten des Zehnjahresdurchschnitts und verdeutlicht das wachsende Interesse der Zentralbanken.

Den bemerkenswertesten Kauf tätigte Polen; das Land fügte seinen Reserven 102 Tonnen hinzu und erhöhte damit seinen Gesamtgoldbestand auf 550 Tonnen. Auch die Chinesische Volksbank meldete offizielle Käufe von 27 Tonnen, doch der World Gold Council gab bekannt, dass 57 Prozent der gemeldeten Gesamtkäufe in Wirklichkeit nicht gemeldet wurden und die tatsächliche Menge weitaus höher sein könnte.

DAS INTERESSE AN GOLD WÄCHST WEITER

Auch die Zukunftserwartungen der Zentralbanken sprechen für Gold. Laut einer Umfrage des World Gold Council aus dem Jahr 2025 plant die Mehrheit der Zentralbanken nicht, ihre Goldreserven in der kommenden Zeit zu reduzieren, und die Erwartung eines Rückgangs des globalen Gewichts des Dollars verstärkt sich.

In den letzten fünf Jahren ist der Anteil des US-Dollars an den Reserven von 72 Prozent auf 58 Prozent gesunken. Dieser Rückgang erschwert auch die Möglichkeiten der USA, sich an den Finanzmärkten zu niedrigen Zinsen zu verschulden.

Gleichzeitig verzeichnete Gold im vergangenen Jahr einen Anstieg von etwa 70 Prozent und erzielte damit die beste jährliche Performance seit 1979. Die anhaltenden Käufe durch Institutionen und Zentralbanken spielten bei diesem Anstieg eine große Rolle.

Die in diesem Bericht enthaltenen Aussagen stellen keine Anlageberatung dar.


Nachrichtenquelle: 12punto