Neuer Trend in der Türkei! Second-Hand-Shopping
Einer neu veröffentlichten Studie zufolge hat in der Türkei jeder zweite Mensch im vergangenen Jahr Second-Hand-Produkte gekauft. Besonders Menschen, die in Großstädten leben, einen Hochschulabschluss haben und digitale Plattformen aktiv nutzen, treiben diesen Trend voran.
Die Ergebnisse der Studie "Der Einfluss von Nachhaltigkeit auf den Second-Hand-Handel", die in Zusammenarbeit von sahibinden.com und KONDA Araştırma ve Danışmanlık durchgeführt wurde, wurden der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die auf einer Pressekonferenz in Istanbul bekannt gegebenen Ergebnisse zeigen, dass sich der Second-Hand-Handel in der gesamten Türkei schnell sowohl als wirtschaftliche als auch als nachhaltige Konsumform verbreitet.
Im Rahmen dieser Studie wurden 2.700 Personen in 28 Provinzen befragt. Dabei kam heraus, dass jeder zweite Befragte innerhalb eines Jahres ein gebrauchtes Produkt gekauft oder verkauft hat. Die Palette der bevorzugten Second-Hand-Produkte reicht von Kleidung über elektronische Geräte und Möbel bis hin zu Haushaltsgeräten. Es wird angegeben, dass 45 Prozent der Teilnehmer Second-Hand-Produkte wählen.
Mit der Verbreitung digitaler Plattformen ist der Verkauf von gebrauchten Produkten von einer einmaligen Erfahrung zu einer regelmäßigen Gewohnheit geworden. In der Studie wurde festgestellt, dass jeder vierte Befragte mindestens einmal im Monat Second-Hand-Produkte kauft. Diese Gruppe wurde als "echte Nachhaltigkeitsträger" bezeichnet; das Durchschnittsalter dieser Konsumenten liegt bei 35 Jahren, und die große Mehrheit verfügt über eine Hochschulbildung.
Die Nutzung von Second-Hand-Produkten verliert in der Gesellschaft zunehmend ihr negatives Image. Während der Anteil derjenigen, die sagen: "Second-Hand ist ein Zeichen für niedrigen Status", bei nur 10 Prozent liegt, verbreiten sich positive Begriffe wie "sparsam", "umweltbewusst" und "stilvoll".
SECOND-HAND-PRÄFERENZ STEIGT IN GROSSSTÄDTEN UND BEI DER JUNGEN GENERATION
Die Studienergebnisse zeigen, dass Menschen in Großstädten, Hochschulabsolventen und junge Menschen auf dem Second-Hand-Markt aktiver sind. Es wird betont, dass Ansätze wie nachhaltiges Leben und die Reduzierung von Verschwendung für diese Zielgruppe zu einem wichtigen Teil ihrer täglichen Gewohnheiten geworden sind.
Der Bericht zeigt, dass das Konzept der Nachhaltigkeit in der Türkei einen Bekanntheitsgrad von 61 Prozent erreicht hat und sich 40 Prozent der Gesellschaft mittlerweile des CO2-Fußabdrucks bewusst sind. Mit der Entwicklung der digitalen Infrastruktur wird darauf hingewiesen, dass sichere Einkaufsmöglichkeiten und verifizierte Verkäufer das Vertrauen auf dem Second-Hand-Markt gestärkt haben.
Zu den Kategorien mit der höchsten Aktivität gehören Mobiltelefone und Zubehör; diese Gruppe macht 54 Prozent des Second-Hand-Marktes aus. Darüber hinaus verzeichnen Kleidung und Schuhe einen Anteil von 42 Prozent, Computer und Tablets 45 Prozent sowie elektrische Haushaltsgeräte 41 Prozent. Während weibliche Konsumentinnen bei Kleidung, Mutter-Kind-Produkten und Wohndekoration führend sind, spielen Männer in den Elektronikkategorien eine aktivere Rolle.
FAST JEDER ZWEITE HAUSHALT IN DER TÜRKEI BESITZT SECOND-HAND-PRODUKTE
Es wurde festgestellt, dass sich in 46 Prozent der Haushalte mindestens ein Second-Hand-Produkt befindet, wobei elektronische Geräte die am häufigsten vorkommende Kategorie sind. Auch Möbel, Kleidung und Schuhe werden häufig bevorzugt. In jedem dritten Haushalt findet man gebrauchte Kleidung. Besonders bei Mutter-Kind-Produkten deutet die hohe Spendenbereitschaft darauf hin, dass die Tradition der Solidarität und gegenseitigen Hilfe in dieser Kategorie fortbesteht.
Die Wahl der Einkaufsplattform durch die Nutzer variiert je nach Alter und Lebensstil. Der Anteil derjenigen, die ausschließlich online einkaufen, liegt bei 8 Prozent, während 19 Prozent nur traditionelle Methoden bevorzugen. Diejenigen, die beide Methoden kombinieren, liegen bei 16 Prozent.
Vertrauen erweist sich als entscheidender Faktor beim Second-Hand-Shopping. 83 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie ein gebrauchtes Produkt kaufen würden, wenn sie dem Verkäufer vertrauen. Auch der Zustand der Ware ohne Mängel sowie Garantie- und Rückgabemöglichkeiten beeinflussen die Kaufentscheidung. Hygienebedenken sind mit 58 Prozent eine der am häufigsten genannten Vorbehalte.
DIE KULTUR DER KREISLAUFWIRTSCHAFT WÄCHST
Während die Zahl der bewussten Konsumenten stetig wächst, zeigt sich, dass Second-Hand-Shopping in der Türkei zum Kern des Nachhaltigkeitsverständnisses geworden ist. Dass neben den wirtschaftlichen Vorteilen auch die Umweltauswirkungen in den Vordergrund rücken, sorgt dafür, dass sich diese Gewohnheit dauerhaft in der Gesellschaft etabliert.
Der CEO von sahibinden.com, Burak Ertaş, erklärte, dass die Studienergebnisse den gesellschaftlichen Wandel deutlich aufzeigen, und sagte:
"Dass jeder zweite Mensch in den Prozess involviert ist, zeigt, dass der Ansatz der Kreislaufwirtschaft auf eine starke Resonanz stößt." Ertaş erklärte, dass das Reparieren und Wiederverwenden von Vorhandenem unter den aktuellen Bedingungen sowohl einen Beitrag zur Umwelt leiste als auch das Budget der Einzelnen schone. Zudem betonte er, dass sie daran glauben, dass jedes Produkt, das auf ihrer Plattform den Besitzer wechselt, ein Zeichen einer neuen Kultur sei, und dass das Interesse der jungen Generation an einem nachhaltigen Leben Hoffnung für die Zukunft gebe.
Nachrichtenquelle: 12punto
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