Ratingagenturen heben Bonität der Türkei an: Wichtige Änderungen bei Fitch, Moody's und S&P
Nach Änderungen in der makroökonomischen Politik der Türkei haben Fitch Ratings, Moody's und S&P Global Ratings die langfristige Kreditwürdigkeit des Landes in Fremdwährung heraufgestuft. Fitch vergab ein "BB-", Moody's ein "B1" und S&P ein "B+". Vor der Bewertung durch S&P Global Ratings am 1. November wurden der Anstieg der türkischen Netto-Devisenreserven und die Verringerung des Leistungsbilanzdefizits berücksichtigt. Die Auswirkungen dieser positiven wirtschaftlichen Entwicklungen auf die Inflations- und Zinspolitik werden mit Spannung erwartet.
Fitch Ratings hat die Kreditwürdigkeit der Türkei auf "BB-" angehoben, während Moody's das Rating um zwei Stufen von "B3" auf "B1" verbesserte. S&P Global Ratings hob das Rating der Türkei von "B" auf "B+" an. Diese Heraufstufungen werden als Ergebnis der politischen Veränderungen in der türkischen Wirtschaft und der Verbesserung der externen Wirtschaftsindikatoren gewertet.
NETTORESERVEN UND LEISTUNGSBILANZDEFIZIT
Frank Gill, Senior Director bei S&P Global Ratings, betonte, dass der Anstieg der Netto-Devisenreserven und die rasche Verringerung des Leistungsbilanzdefizits wichtige Faktoren für die türkische Wirtschaft seien. Gill erklärte, man erwarte für dieses Jahr ein Leistungsbilanzdefizit, das leicht über 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen werde. Auch der positive Effekt sinkender Brent-Ölpreise auf das Leistungsbilanzdefizit wurde hervorgehoben.
INFLATIONSERWARTUNGEN
Gill äußerte, dass man nicht damit rechne, dass die Inflation in der Türkei bis 2027 in den einstelligen Bereich falle, und gab die Inflationsprognose für das Jahresende mit 43 Prozent und für 2025 mit 23 Prozent an. Trotz der hohen Dienstleistungsinflation merkte er an, dass sich die Lebensmittelinflation leicht abgeschwächt habe.
ZINSPOLITIK DER ZENTRALBANK (TCMB)
Gill erklärte, dass die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) zum Jahresende eine "vorsichtige Lockerung" einleiten könnte, betonte jedoch, dass eine verfrühte Zinssenkung angesichts einer Inflationsrate von über 50 Prozent Risiken berge. Er unterstrich, man gehe davon aus, dass der Leitzins am Jahresende über der Inflationsrate bleiben werde.
PROGNOSEN ZUM WIRTSCHAFTSWACHSTUM
Gill, der für dieses Jahr ein Wachstum von 3,6 Prozent in der Türkei erwartet, prognostiziert für das kommende Jahr einen Rückgang auf 2 Prozent. Er betonte jedoch, dass man keine Rezession erwarte und das Wachstum 2026 wieder anziehen werde. Er wies zudem darauf hin, dass die starke und vielfältige Wirtschaft der Türkei das Potenzial habe, sich auf den Export zu konzentrieren.
Während die positiven Entwicklungen in der türkischen Wirtschaft durch die Heraufstufungen der Ratingagenturen gekrönt werden, ist die künftige Gestaltung der Inflations- und Geldpolitik von großer Bedeutung. Die Bewertung durch S&P Global Ratings am 1. November könnte in dieser Hinsicht ein kritischer Wendepunkt sein.
Nachrichtenquelle: AA
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