Signal für das Ende der Korrektur an der US-Börse
Mike Wilson von Morgan Stanley, der die Einschätzung vertritt, dass die Korrektur am US-Aktienmarkt kurz vor dem Abschluss steht, betonte, dass negative Entwicklungen an den Märkten bereits weitgehend eingepreist seien.
Mike Wilson, Chefstratege für US-Aktien bei Morgan Stanley, erklärte, dass die jüngste Korrektur an den Börsen in ihre Endphase eingetreten sei. In seinem Podcast „Thoughts on the Market“ wandte sich Wilson an die Anleger und betonte, dass die Märkte trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen und geopolitischer Risiken ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Diese Ansicht, die Wilson bereits in einem am 30. März veröffentlichten Bericht äußerte, bekräftigte er nun in neuen Stellungnahmen.
Er wies darauf hin, dass der aktuelle Aufschwung, der im April 2024 begann und insbesondere durch Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz gestärkt wurde, trotz des neuen Kriegsrisikos im Iran, Unsicherheiten am Markt für Privatkredite und technologischer Umbrüche anhält. Er unterstrich, dass das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 auf 18 Prozent gesunken sei – ein Niveau, das außerhalb von Rezessionen oder Straffungsphasen der US-Notenbank selten zu beobachten ist.
Laut Wilson haben mehr als die Hälfte der Unternehmen im Index mindestens 20 Prozent, einige sogar 30 bis 40 Prozent ihres Wertes gegenüber ihren Höchstständen verloren. Der Stratege wies darauf hin, dass ein Rückgang in diesem Ausmaß in der Regel in der letzten Phase einer Korrektur auftrete.
Andererseits stützen auch die in der vergangenen Woche veröffentlichten Beschäftigungsdaten die Märkte. Die Beschäftigung im privaten Sektor in den USA stieg im vergangenen Monat um 186 Tausend und verzeichnete damit eine der stärksten Erholungen der letzten drei Jahre. Dass das Gewinnwachstum wieder auf hohe jährliche Niveaus gestiegen ist, hat den Optimismus der Anleger gestärkt.
Hinsichtlich der Portfolioallokation empfiehlt Wilson den Anlegern einen ausgewogenen Ansatz zwischen zyklischen Aktien und Qualitätswachstumswerten. Wilson erklärte, dass zyklische Sektoren wie Finanzen, zyklischer Konsum und Industrie bevorzugt würden, während große Technologieunternehmen durch ihr hohes Gewinnwachstum hervorstächen.
Nach Ansicht von Wilson ist die eigentliche Bedrohung für den Markt nicht in geopolitischen Risiken zu suchen, sondern in den Zinssätzen und der Geldpolitik der Zentralbanken. Der Stratege betonte, dass insbesondere die Marke von 4,5 Prozent bei den 10-jährigen US-Staatsanleihen eine kritische Schwelle darstelle, und deutete an, dass eine Straffung der finanziellen Bedingungen zu einer Änderung der Fed-Politik führen könnte.
Nachrichtenquelle: 12punto
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