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TCMB kündigt an: Wer ein zweites Haus besitzt, muss künftig Steuern zahlen

Schlechte Nachrichten für alle, die mehr als eine Immobilie besitzen oder ihren Lebensunterhalt durch Mieteinnahmen bestreiten. Die Zentralbank fordert eine zusätzliche Steuer für Mehrfachwohnungsbesitzer und schlägt für Vermieter ein „Unternehmensmodell“ als Alternative vor.

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TCMB kündigt an: Wer ein zweites Haus besitzt, muss künftig Steuern zahlen

Während darüber spekuliert wird, dass die Regierung unmittelbar nach den Wahlen die Bürger mit einer Steuerflut überziehen könnte, kam das erste Signal für neue Steuern von der Zentralbank der Republik Türkei (TCMB).

Die Zentralbank hat der Regierung vorgeschlagen, eine gestaffelte Zusatzsteuer für Personen einzuführen, die mehr als eine Immobilie besitzen.

KONKRETE VORSCHLÄGE AN DIE REGIERUNG VORGELEGT

Die Bank unterbreitete zudem Vorschläge, wonach Unternehmen mehr Wohnungen bauen und vermieten sollten, um eine Alternative zu privaten Vermietern zu bieten, die ihren Lebensunterhalt aus Mieteinnahmen bestreiten. Zudem wurde die Einführung eines Modells des „anteiligen Eigentums“ (Shared Ownership) angeregt. Die Zentralbank veröffentlichte ihre konkreten Vorschläge zur Eindämmung des Anstiegs bei Wohnungs- und Mietpreisen in ihrem jüngsten Inflationsbericht.

Die Zentralbank erklärte, dass die Mietpreisbremse von 25 Prozent nicht ausreiche, um Preisanstiege zu verhindern, und dass wirksamere strukturelle Maßnahmen erforderlich seien. Sie forderte die Nachverfolgung von Mieten über eine zentrale Plattform, die Festlegung und verpflichtende Anwendung von Standards bei Mietverträgen sowie neue Regelungen für ein gesundes Funktionieren des Mietmarktes.

REGULIERUNG VON WOHNUNGSKÄUFEN

Die Zentralbank listete die neuen Regelungen, die die Regierung in diesem Bereich umsetzen sollte, wie folgt auf:

„Durch die zu treffenden gesetzlichen Regelungen: gestaffelte Besteuerung je nach Anzahl der Wohnimmobilien und eine Leerstandssteuer… Umsetzung von Hypothekenmodellen für Arbeitnehmer mit regelmäßigem Einkommen, die langfristig, variabel verzinst oder an einen Schwellenlohn gekoppelt sind und Zahlungsflexibilität bieten… Bereitstellung von Krediten für Wohnungskäufe mit Zinssätzen, die je nach Anzahl der vom Haushalt bereits gehaltenen Immobilien variieren… Schritte, die in Abstimmung mit der Geldpolitik unternommen werden, sind für die Gewährleistung der mittel- bis langfristigen Stabilität auf dem Wohnungsmarkt von Bedeutung.“

„ANTEILIGES EIGENTUM“ SOLL EINGEFÜHRT WERDEN

Die Zentralbank schlug zudem vor, in der Türkei Modelle einzuführen, die in verschiedenen Ländern angewandt werden, um einkommensschwachen Bürgern den Ausstieg aus der Mietabhängigkeit zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang verwies die Zentralbank auf das in London praktizierte Modell des „Shared Ownership“: „In London können beispielsweise Erstkäufer an Programmen teilnehmen, die als ‚Shared Ownership‘ bezeichnet werden. Dabei können sie mindestens 25 Prozent ihrer ersten Immobilie erwerben, für den verbleibenden Anteil Miete zahlen und zu einem späteren Zeitpunkt die restlichen Anteile an der Wohnung erwerben. Insbesondere in Großstädten, in denen die Immobilienpreise hoch sind, könnte die Einführung des ‚anteiligen Eigentums‘ Haushalten mit unzureichenden Ersparnissen den Erwerb von Wohneigentum ermöglichen“, so die Bank.

Die Zentralbank führte weitere Beispiele aus anderen Ländern an:

Niederlande: Der öffentliche Wohnungsbestand wird zu im Vergleich zum freien Markt günstigeren Mieten an verschiedene Einkommensgruppen verteilt.

Italien: Die Mieten für Sozialwohnungen werden in Sätzen subventioniert, die auf das Einkommensniveau der Bedürftigen abgestimmt sind.

UNTERNEHMEN SOLLEN WOHNUNGEN BAUEN UND VERMIETEN

Im Bericht wurde zudem empfohlen, Unternehmen zu fördern, um die Anzahl der Mietwohnungen zu erhöhen. Der Vorschlag wurde wie folgt formuliert:

„Neben dem öffentlichen Sektor ist der Bau von Wohnungen durch den privaten Sektor zu Mietzwecken ein weiterer Schritt zur Erhöhung des Mietwohnungsangebots. Wenn Wohnungen, wie in internationalen Beispielen zu beobachten, nicht nur von Privatinvestoren, sondern auch von privaten Unternehmen vermietet werden, erhöht dies die Institutionalisierung und erleichtert die Nachverfolgung, Regulierung und Besteuerung von Mieten. Dass diese Unternehmen über die Kapitalmärkte an die Börse gehen und ihre Portfolios diversifizieren, wird die Risiken senken, denen Privatinvestoren bei der Vermietung von Wohnungen ausgesetzt sind. Dies bietet den Teilnehmern einen regelmäßigen Cashflow und ermöglicht es Mietern, sich selbst bei niedrigen Sparquoten vor Schocks auf dem Mietmarkt zu schützen.“


Nachrichtenquelle: 12punto

Regelung Zinsen Miete Wohnraum Zentralbank