Warnung vor Gold und Silber: Vorsicht vor Manipulationen
Der Finanzanalyst İslam Memiş weist darauf hin, dass hinter der außergewöhnlichen Volatilität auf den Gold- und Silbermärkten der letzten Zeit Manipulationsversuche stecken könnten, und betont, wie wichtig es für Anleger ist, langfristig zu denken.
Die zunehmenden Unsicherheiten und geopolitischen Risiken in der Weltwirtschaft führen zu Schwankungen bei den Edelmetallen, die fast einem Sturm gleichen. İslam Memiş, der regelmäßig Finanzanalysen veröffentlicht, erklärte, dass man insbesondere im Jahr 2026 in eine Phase eintrete, in der Preisvolatilität und manipulative Bewegungen bei Gold und Silber in den Vordergrund rücken. Memiş betonte, dass der Goldpreis pro Unze in den letzten Tagen tägliche Schwankungen von bis zu 300 Dollar aufweisen könne, und riet Anlegern, ihre Portfoliostrategien eher langfristig auszurichten, anstatt auf spekulative und kurzfristige Geschäfte zu setzen.
Den Einschätzungen von Memiş zufolge haben die Botschaften an die globalen Märkte nach dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump in den USA auch die Rolle des Dollars im Welthandel infrage gestellt. Memiş verwies auf die jüngsten Entwicklungen mit den Worten: „Trump hat der Welt gleich nach seinem Amtsantritt eine Botschaft übermittelt: ‚Wenn ihr den Dollar verlasst, seid auf 100 Prozent Steuern gefasst.‘ Die Länder wurden also bedroht.“ Dennoch sei die weltweite Nachfrage nach dem Dollar zurückgegangen und die internationale Nutzung des Dollars sei von 80 Prozent auf 46 Prozent im Jahr 2025 gefallen. Memiş erwähnte zudem, dass die BRICS-Staaten dazu übergegangen seien, ihre eigenen Währungen zu bevorzugen.
Der Analyst wies die im Januar 2026 in den sozialen Medien verbreiteten Behauptungen, dass „es weltweit kein Gold mehr gibt“, als weitgehend spekulativ zurück: „Im Januar wurden in den sozialen Medien Fotos von Warteschlangen mit der Behauptung ‚Es gibt weltweit kein Gold mehr‘ geteilt. Ein Großteil davon war Manipulation und Spekulation. Sie haben die Menschen in eine Falle gelockt und sie dazu gebracht, zu hohen Preisen zu kaufen. Dann ist die Blase geplatzt.“ Er fügte hinzu, dass es auf dem Großen Basar (Kapalıçarşı) keine Panikkäufe gegeben habe und die Bürger mittlerweile bewusster mit solchen Manipulationen umgingen.
GLOBALE EINFLÜSSE UND DRUCK AUF DIE GOLDPREISE
Während İslam Memiş darauf hinwies, dass es auch auf dem physischen Goldmarkt bedeutende Veränderungen gebe, erklärte er, dass die Bearbeitungsgebühr für ein Kilogramm Goldbarren, die im Januar noch bei 14.500 Dollar lag, mit der Zeit auf 2.500 Dollar gesunken sei. Er führte diesen Rückgang auf die Beschränkungen bei Goldimporten und den nachlassenden Bedarf zurück.
Memiş wies darauf hin, dass hinter dem jüngsten Rückgang der Goldpreise globale makroökonomische Indikatoren stünden, und betonte, dass der Anstieg des Dollar-Index über die Marke von 99 Punkten dazu geführt habe, dass Vermögenswerte wie Euro, Gold und Silber an Wert verloren hätten. Auch die Zinsentscheidungen der Zentralbanken und die nach oben korrigierten Inflationserwartungen hätten den Druck auf Gold erhöht.
Mit Blick auf den weltweiten Trend der Zentralbanken zur Goldhortung sagte Memiş: „Die Zentralbanken haben sich bereits vor Jahren darauf vorbereitet und wie verrückt Gold gehortet. Fällt Gold in einem solchen Umfeld? Meine Antwort lautet nein.“ An die Anleger gerichtet warnte er, dass die Intraday-Volatilität stark zugenommen habe und Gold fast so anfällig für plötzliche Veränderungen geworden sei wie Aktien oder Kryptowährungen: „Sie werden versuchen, den Menschen den Gedanken einzupflanzen, dass ‚Gold und Silber kein sicherer Hafen mehr sind‘. Eine solche Vorbereitung findet statt.“
Memiş machte zudem auf die aktuellen Risiken aufmerksam: „Der Goldpreis pro Unze hat die Woche bei 5.153 Dollar beendet. Aber letzte Woche hat er auch die Marke von 5.060 gesehen und ist über 5.200 Dollar gestiegen. Wir haben einen Goldpreis pro Unze, der täglich um 300 Dollar schwankt. Früher gab es diese Volatilität auf Jahresbasis. Jetzt sehen wir Bewegungen von 300 Dollar sogar innerhalb eines Tages.“
Memiş erklärte, dass Chinas Exportbeschränkungen für Silber und die Größe der Goldreserven der USA die Machtverhältnisse auf dem globalen Rohstoffmarkt ernsthaft beeinflussten, und stellte fest, dass die Unsicherheit über die Zukunft der Märkte unter den gegenwärtigen Bedingungen zugenommen habe: „Die Märkte befinden sich in einem nebligen, dunklen Tunnel. Es ist ungewiss, in welcher Weltwirtschaft wir morgen früh aufwachen werden. In einem Kriegsumfeld ist Gold das einzige gültige Geld. Die Bürger sollten eher langfristig denken, anstatt nach dem Motto ‚Ich kaufe und verkaufe und verdiene Geld‘ zu handeln.“
Abschließend wies Memiş auf die Goldansammlungspolitik der Zentralbanken hin und sagte: „Die Reservewährung der Welt ist der Dollar. Aber warum liegt das meiste Gold mit 8.133 Tonnen in Amerika? Warum horten die Zentralbanken seit zwei Jahren ständig Gold? In einem System, in dem man sagt ‚Ich drucke unbegrenzt Geld‘, werden die Menschen, je mehr sie die Antworten auf diese Fragen finden, besser verstehen, dass Gold das wahre Geld ist.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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