Alarmierender Rückgang der Schneedecke in den griechischen Bergen: Wissenschaftler warnen
Der Rückgang der Schneedecke in den höheren Lagen Griechenlands um mehr als die Hälfte in den letzten 40 Jahren verdeutlicht die Auswirkungen des Klimawandels. Forscher weisen darauf hin, dass steigende Temperaturen einen weiten Bereich bedrohen, von den Wasserressourcen bis hin zur Wirtschaft.
Eine aktuelle umfassende Studie in den Bergregionen Griechenlands hat gezeigt, dass die Schneedecke rapide schwindet. In der von einem Team der Universität Cambridge durchgeführten Untersuchung wurden verschiedene Satellitenbilder, Klimastatistiken und auf künstlicher Intelligenz basierende Auswertungen zusammengeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schneedecke innerhalb von 40 Jahren um 58 Prozent abgenommen hat.
Experten betonen insbesondere, dass die steigenden Temperaturen der Hauptfaktor für diesen dramatischen Rückgang sind. Die Ergebnisse stießen in wissenschaftlichen Kreisen auf großes Interesse und wurden in der Fachzeitschrift The Cryosphere veröffentlicht.
Schnee bildet das Fundament für lebenswichtige Sektoren wie die Landwirtschaft und die Produktion von Wasserkraft, indem er den Wasserstand von Flüssen, Seen und Grundwasser in der Region ausgleicht. Konstantinos Alexopoulos, der Leiter der Studie, wies auf die Rolle des Schnees hin und erklärte: „Schnee ist wie ein natürliches Reservoir. Es ist, als würde man Geld auf ein Sparkonto legen; anstatt es sofort auszugeben, gewinnt es mit der Zeit an Wert.“ Es wird betont, dass das allmähliche Schmelzen des Schnees die Wasserressourcen insbesondere in den Sommermonaten speist.
Ein weiteres kritisches Ergebnis ist, dass nicht nur die Schneemenge, sondern auch die Schneesaison im Vergleich zu früheren Jahren deutlich kürzer geworden ist. Das Forschungsteam berichtet, dass das Wetter in der letzten Zeit Schneefälle erst später zulässt und die Schmelze viel früher einsetzt. Dadurch entstehen ernsthafte Risiken für wasserabhängige Lebensweisen und Aktivitäten.
Prof. Ian Willis wies darauf hin, dass der Temperaturanstieg die Form der Niederschläge direkt beeinflusst: „Mit steigenden Temperaturen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Niederschlag eher als Regen denn als Schnee fällt. Auch der angesammelte Schnee schmilzt schneller“, sagte er.
Es wird darauf hingewiesen, dass Griechenland eines der Länder ist, das am stärksten von den negativen Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist. Insbesondere die Tatsache, dass die Lufttemperaturen in den Wintermonaten nur noch selten unter den Gefrierpunkt fallen, führt zu einem gefährlichen Rückgang der Wasserreserven. Die Schneespeicher, die früher Dürreperioden verhinderten, verschwinden zunehmend.
Regionalen Wissenschaftlern zufolge wird bei einem Fortbestehen dieser Entwicklung neben den Wasserressourcen auch eine Vielzahl wirtschaftlicher Bereiche, allen voran der Tourismus, einen schweren Schlag erleiden. Die Zukunft von Sektoren wie dem Skitourismus ist erheblich gefährdet.
Abschließend weisen die Forscher darauf hin, dass es weltweit vielen Bergregionen an einer ausreichenden Messinfrastruktur mangelt. Es wird jedoch betont, dass die entwickelten neuen analytischen Modelle auch bei fehlenden lokalen Daten zuverlässige Prognosen für solch sensible Gebiete liefern können.
Nachrichtenquelle: 12punto
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