Anthropic verhandelt mit US-Regierung über Aufhebung des Exportverbots
Das amerikanische Unternehmen für künstliche Intelligenz, Anthropic, führt intensive Gespräche mit der Regierung von Präsident Donald Trump, um das Exportverbot für seine neuesten Modelle aufheben zu lassen.
Anthropic hat Gespräche mit Regierungsvertretern aufgenommen, um die neuen Exportbeschränkungen zu umgehen, die die USA am 13. Juni in Kraft gesetzt haben. Das Exportverbot für die hochmodernen KI-Modelle des Unternehmens mit den Namen "Fable 5" und "Mythos 5" verhindert derzeit den Zugriff ausländischer Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen auf diese Systeme vollständig. Nach dieser Entwicklung trafen sich Führungskräfte von Anthropic am Wochenende in Washington mit der US-Administration.
An den Gesprächen nahmen Handelsminister Howard Lutnick und der nationale Cyber-Direktör Sean Cairncross sowie einer der Gründer von Anthropic, Tom Brown, und Sarah Heck, verantwortlich für Public Policy, teil. Es wurde berichtet, dass das Sicherheits- und Technikteam des Unternehmens den Dialog mit amerikanischen Cybersicherheitsbehörden fortsetzt, um eine Lösung zu finden.
UNTERSTÜTZUNG DURCH OFFENEN BRIEF
Nach der Entscheidung über die Beschränkungen sandten zahlreiche Cybersicherheitsexperten, Akademiker und führende Persönlichkeiten der Technologiebranche einen offenen Brief an die US-Regierung, in dem sie die Aufhebung der Exportbeschränkungen forderten. In dem Schreiben wurde betont, dass die Modelle "Fable 5" und "Mythos 5" kein einzigartiges Risiko darstellten und ähnliche Eigenschaften auch in anderen KI-Systemen vorhanden seien. Zudem wurde davor gewarnt, dass solche Verbote die globale Führungsposition der USA im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie deren Cyber-Verteidigungskapazitäten schwächen würden. Die Unterzeichner forderten zudem, dass zukünftige Risikobewertungen für künstliche Intelligenz wissenschaftlicher und transparenter durchgeführt werden sollten.
SPANNUNGSREICHE VERGANGENHEIT ZWISCHEN ANTHROPIC UND REGIERUNG
Die Auseinandersetzung zwischen Anthropic und der US-Regierung begann, als sich das Unternehmen weigerte, sein KI-Modell Claude für militärische Projekte zur Verfügung zu stellen. Das Pentagon hatte dem Unternehmen am 24. Februar ein Ultimatum gestellt: "Entweder wir arbeiten zusammen, oder der Vertrag endet." Präsident Trump ordnete am 27. Februar an, dass Bundesbehörden die Nutzung von Anthropic-Technologien mit sofortiger Wirkung einstellen müssen.
In den darauffolgenden Tagen stufte das Pentagon Anthropic als "Risiko in der Lieferkette" ein, nachdem das Unternehmen eine klare Haltung gegen den Einsatz seiner Technologie zur Überwachung von US-Bürgern und in vollautonomen Waffensystemen eingenommen hatte. Daraufhin reichte das Unternehmen zwei separate Klagen gegen die Regierung ein und behauptete, dass das Vorgehen der Ministerien in Bezug auf die Sicherheit künstlicher Intelligenz einer rechtswidrigen Vergeltungsmaßnahme gleichkomme.
Zum 13. Juni gab Anthropic bekannt, dass aufgrund der Exportkontrollen der Zugriff aller Ausländer außerhalb der USA, einschließlich der eigenen Mitarbeiter, auf die KI-Modelle "Fable 5" und "Mythos 5" mit sofortiger Wirkung beendet wurde. Das Unternehmen setzte im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen auch den Zugriff aller seiner Kunden aus.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Aufhebung des Exportverbots für die Modelle von Anthropic von entscheidender Bedeutung, und die zu treffende Entscheidung dürfte auch die internationale Position der USA im Bereich der künstlichen Intelligenz direkt beeinflussen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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