Eine verborgene Mondpopulation: Gibt es winzige Monde um die Erde?
Wissenschaftler sagen, dass eine neue Studie darauf hindeutet, dass sich Tausende bisher unentdeckte winzige Monde in der Erdumlaufbahn befinden könnten. Doch wie hoch ist die Anzahl dieser Mini-Monde? Werden sie weiterhin die Umlaufbahn unseres Planeten beibehalten? Hier sind die Details...
Die im The Astrophysical Journal Letters veröffentlichte Studie des Planetenwissenschaftlers Teddy Kareta vom Lowell-Observatorium und seinem Team zeigt, dass kleine Fragmente, die vom Mond abgesprengt wurden, die Erdumlaufbahn durchqueren und eine neue Mondpopulation bilden, die als „Mini-Monde“ bezeichnet wird.
In einer Untersuchung, die im August 2024 von einem südafrikanischen Astronomenteam durchgeführt wurde, wurde das Objekt mit dem Code 2024 PT5 entdeckt und analysiert. Es wurde festgestellt, dass sich der Mini-Mond mit einer extrem niedrigen Geschwindigkeit von nur etwa 7,2 Kilometern pro Stunde bewegt. Diese Geschwindigkeit ist im Vergleich zu Asteroiden, die eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 61.200 km/h erreichen können, äußerst gering.
Der Planetenwissenschaftler Kareta erklärte auf der 56. jährlichen Konferenz für Mond- und Planetenwissenschaften: „Wäre es ein einzelnes Beispiel, wäre dies interessant, aber ein Ausnahmefall. Da es jedoch zwei Beispiele gibt, sind wir uns ziemlich sicher, dass es sich um eine Population handelt.“

DAS GEHEIMNIS DER MINI-MONDE
Die Forscher am Lowell-Observatorium stellten bei ihren Beobachtungen mit dem Lowell Discovery Telescope fest, dass 2024 PT5 kein gewöhnlicher Asteroid ist. Die Zusammensetzung des Mini-Mondes weist Ähnlichkeiten mit Gesteinsproben auf, die während des Apollo-Programms zur Erde gebracht wurden, sowie mit Proben, die bei der Luna-24-Mission der Sowjetunion gesammelt wurden. Die Forscher bestimmten zudem, dass 2024 PT5 einen Durchmesser von 8 bis 12 Metern hat.
2024 PT5 trat vorübergehend in die Erdumlaufbahn ein, ähnlich wie ein Auto, das die Spur wechselt, und entfernte sich im September wieder. Wissenschaftler prognostizieren das Jahr 2055 als Datum für die nächste kosmische Begegnung.

WOHER KOMMEN DIE MINI-MONDE?
Den Ergebnissen der Studie zufolge entstanden die Mini-Monde durch Fragmente, die bei Kollisionen auf dem Mond abgesprengt wurden. Es wird vermutet, dass Kamo’oalewa aus der Kollision stammen könnte, die den 22 Kilometer breiten Giordano-Bruno-Krater auf der Rückseite des Mondes bildete.
„Das ist so, als würde man an einem Tatort eine neue Art von Beweisen entdecken, von denen man vorher nichts wusste. Es hilft vielleicht nicht, den Fall sofort zu lösen, aber angesichts der Bedeutung der Aufgabe sind neue Details zum Vergleich immer wertvoll.“
Das Vera-Rubin-Observatorium wird in Zukunft den Betrieb aufnehmen und dabei helfen, groß angelegte Beobachtungsprojekte durchzuführen und weitere dieser lichtschwachen Objekte aufzudecken. Die Forscher gehen davon aus, dass einige Objekte, die zuvor als gewöhnliche Asteroiden klassifiziert wurden, in Wirklichkeit unentdeckte Mini-Monde sein könnten.
Quelle: Orbital Today
Nachrichtenquelle: 12punto
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