Schüler wollen keine Stifte mehr benutzen: Werden sie durch Tastaturen ersetzt?
Da die Technologie in allen Bereichen immer mehr an Bedeutung gewinnt, werden Tinte, Papier und Stifte zunehmend durch Tastaturen verdrängt. Die neue Schülergeneration zieht das Schreiben mit der Tastatur dem Stift vor. Es ist möglich, dass das Schreiben mit der Hand in den kommenden Jahrhunderten in Vergessenheit gerät.
Früher dachte man beim Wort „Schreiben“ an Papier, Stift, Tinte sowie an aufrechte, verbundene oder kursive Schrift. Heute werden diese zunehmend durch Computer und Tastaturen ersetzt. Auch Kinder der neuen Generation möchten lieber mit der Tastatur schreiben, anstatt einen Stift zu benutzen. Insbesondere Eltern berichten, dass sie Schwierigkeiten haben, ihre Kinder dazu zu bewegen, ihre Hausaufgaben zu erledigen. Dabei ist das Schreiben mit der Hand für die Entwicklung von Kindern sehr wichtig, da es sowohl die motorischen Fähigkeiten als auch die Kreativität fördert.
Doz. Dr. İlknur Doğu Öztürk, die darauf hinweist, dass die Schrift der wichtigste Punkt in der Geschichte der Kommunikation ist, sagte: "Das Schreiben, das einen physischen Beitrag im Zusammenhang mit motorischen Fähigkeiten leistet, ist mit seinen Beiträgen zur Kreativität, zum Denken und zum Ausdruck sehr wichtig. Da digitale Technologien jedoch unsere Gewohnheiten verändern und Bildschirme in den Mittelpunkt unseres Lebens rücken, wird das handschriftliche Schreiben nicht mehr so bevorzugt wie früher. Dies hat dazu geführt, dass das Benutzen von Stiften bei Kindern auf wenig Interesse stößt. Es ist mittlerweile attraktiver, durch Berühren eines Tablets oder Telefons zu schreiben."
Öztürk wies darauf hin, dass die Schwächung der Gewohnheit, mit dem Stift zu schreiben, zu einer Schwächung der Verbindung zwischen Schreiben und Denken führen könnte: "Handschrift ist eine grundlegende Fähigkeit, die für den Selbstausdruck und die Kreativität von Kindern wichtig ist. Eine Schwächung dieser Fähigkeit könnte zu einer Standardisierung der schriftlichen Kommunikation führen. Zudem ist es eine Tatsache, dass dies negative Auswirkungen auf die Einhaltung von Sprach- und Rechtschreibregeln haben wird."
Öztürk erklärte, dass das Schreiben in den kommenden Jahren möglicherweise nur noch für offizielle Dokumente sowie für Aktivitäten im Bereich Literatur und Kunst von Bedeutung sein könnte.
Die Bildungssoziologin Prof. Dr. Tunay Kamer erklärte, dass die Vorliebe der Kinder, keinen Stift zu benutzen, in direktem Zusammenhang mit ihrer Vertrautheit mit digitalen Werkzeugen und deren Annehmlichkeiten stehe, und äußerte sich wie folgt:
"In traditionellen Bildungssystemen ist das Schreiben mit dem Stift ein Mittel zur Wissensvermittlung. Da es zudem motorische Fähigkeiten wie die Hand-Auge-Koordination sowie das konzeptionelle Lernen unterstützt, fördert es das Gedächtnis und die Kreativität, etwa beim Zeichnen oder beim Schreiben von Geschichten. Angesichts der Bedeutung solcher Fähigkeiten erscheint es wenig wahrscheinlich, dass das Schreiben mit dem Stift in naher Zukunft vollständig aufgegeben wird."
"Die Verbreitung digitaler Lernplattformen und deren Ersatz durch Werkzeuge wie Tablets und intelligente Stifte könnte jedoch die Verwendung des traditionellen Stifts einschränken. In der digitalen Welt werden zunehmend Werkzeuge wie Sprachbefehle und KI-gestützte Notiz-Apps anstelle des Schreibens übernommen. Dies könnte die Schreibgewohnheit weniger notwendig machen. Dennoch kann das Schreiberlebnis durch digitale Geräte, die das Gefühl von Stift und Papier nachahmen, digital fortgeführt werden."
Kamer erklärte, dass die Handschrift Kindern dabei helfe, eine eigene Identität zu entwickeln: "Dass die Handschrift jedes Einzelnen unterschiedlich ist, fördert den persönlichen Ausdruck und die Individualität. Darüber hinaus kann ein getippter Brief oder eine Notiz im Vergleich zu digitalen Alternativen eine persönlichere Erfahrung der Bindung bieten. Daher ist es aus kultureller und künstlerischer Sicht wenig wahrscheinlich, dass der Stift völlig in Vergessenheit gerät. Andererseits erhöht das Korrigieren von Fehlern oder das Neuformulieren einer Idee beim Schreiben die kognitive Flexibilität des Kindes. Das Schreiben mit dem Stift ermöglicht es Kindern, ihre Fähigkeiten zur Textgestaltung und -bearbeitung zu verbessern. Diese Rückmeldungen könnten das Überleben des Stifts sichern."
Nachrichtenquelle : 12punto
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