Finden Sie Nachrichten im folgenden Datumsbereich
und und
und und
und und
Löschen
Euro
Arrow
54,0133
Dollar
Arrow
44,7721
Pfund Sterling
Arrow
62,7528
Gold
Arrow
6144,1156
BIST 100
Arrow
10.729

Neurologen bezweifeln, dass sich das Gehirn selbst neu strukturiert

Ein Forschungsteam hat die weit verbreitete Annahme infrage gestellt, dass das Gehirn nach Sehverlust, Amputationen oder Schlaganfällen die Fähigkeit besitzt, sich grundlegend neu zu strukturieren.

Überlass die Wahl deiner Nachrichten nicht dem Algorithmus - entscheide selbst, was du liest. Füge 12punto zu deinen bevorzugten Quellen hinzu!
Neurologen bezweifeln, dass sich das Gehirn selbst neu strukturiert

Ein internationales Team aus US-amerikanischen und britischen Wissenschaftlern hat die weit verbreitete Annahme infrage gestellt, dass das Gehirn nach Sehverlust, Amputationen oder Schlaganfällen die Fähigkeit besitzt, sich grundlegend neu zu strukturieren. Die entsprechenden Forschungsergebnisse von Prof. Tamar Makin von der Universität Cambridge im Vereinigten Königreich und John Krakuer von der Johns Hopkins University in den USA wurden am 21. November in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift eLife veröffentlicht.

Wie Independent Türkçe berichtet, argumentieren die Wissenschaftler, dass die allgemeine Annahme, das Gehirn würde sich als Reaktion auf Verletzungen oder medizinische Zustände neu strukturieren, grundlegend fehlerhaft sei. Stattdessen legen die Forscher nahe, dass das Gehirn lediglich bereits vorhandene, aber bisher verborgene Fähigkeiten aktiviert.

EIN IN WISSENSCHAFTLICHEN PUBLIKATIONEN VERBREITETES KONZEPT

In wissenschaftlichen Lehrbüchern wird häufig behauptet, dass sich bestimmte Hirnareale für neue Funktionen neu strukturieren können.

Viele Menschen glauben beispielsweise, dass das Gehirn bei einem Sehverlust den visuellen Kortex so umbauen kann, dass er Geräusche verarbeitet, was die Orientierung erleichtert.

Dies wird als Echolokationsfähigkeit bezeichnet, die es Menschen ermöglicht, Echos von Objekten wahrzunehmen und diese zu orten.

Als weiteres Beispiel wird in der Studie die Vorstellung angeführt, dass bei Schlaganfallpatienten, die ihre Gliedmaßen zunächst nicht bewegen können, bestimmte Hirnareale sich neu organisieren, um die Kontrolle wiederzuerlangen.

NEUE FÄHIGKEITEN SIND KEIN WUNDER!

Krauker erklärte, die Vorstellung, das Gehirn besitze eine enorme Fähigkeit zur Selbstumstrukturierung und -organisation, sei sehr attraktiv, und fügte hinzu:

Besonders Geschichten über Blinde, die eine fast übermenschliche Echolokationsfähigkeit entwickeln, oder Schlaganfallpatienten, die auf wundersame Weise ihre verlorenen motorischen Fähigkeiten zurückgewinnen, geben Hoffnung.

Krauker betonte, dass dieser Gedanke weit über eine einfache Anpassung oder Plastizität (die Fähigkeit des Gehirns, strukturelle oder physiologische Veränderungen zu erfahren) hinausgehe: „Das würde bedeuten, dass Hirnareale komplett neu entworfen werden. Selbst wenn diese Geschichten wahr sind, werden die zugrunde liegenden Vorgänge falsch erklärt.“

Frühere Studien haben gezeigt, dass das Gehirn anpassungsfähig ist.

Makin und Krauker erklärten jedoch, dass das Gehirn nicht, wie bisher angenommen, aktiv neue Funktionen erschaffe, sondern dass die genutzten Areale tatsächlich seit der Geburt vorhanden seien.

AUCH FRÜHERE STUDIEN WURDEN UNTERSUCHT

In einer Studie aus den 1980er Jahren wurde der Effekt einer Fingeramputation auf den Körper untersucht. Der Studie zufolge wurde beobachtet, dass die Signale, die das Gehirn zuvor an den Finger gesendet hatte, nach dessen Amputation neu auftraten.

Das Team argumentierte damals, dies zeige, wie sich das Gehirn als Reaktion auf Veränderungen neu strukturiere. Prof. Makin lieferte jedoch in einer Studie aus dem Jahr 2022 Beweise dafür, dass dies nicht der Fall sein dürfte.

Sie verwendete Nervenblocker, um den Effekt einer Zeigefingeramputation vorübergehend zu simulieren. Makin stellte fest, dass bereits vor der Amputation Signale von anderen Fingern mit dem Bereich des Gehirns korrespondierten, der als für den Zeigefinger zuständig galt.

Dies belegt, dass dieser Hirnbereich zwar primär Signale des Zeigefingers verarbeitete, dies jedoch nicht exklusiv tat. In der Studie zeigte sich, dass nach der Simulation die bereits vorhandenen Signale der anderen Finger zunahmen.

Makin betonte, dass in diesen Bereichen keine neuen Informationen von Grund auf entstanden seien: „Die Fähigkeiten bezüglich der anderen Finger waren in diesem untersuchten Hirnareal bereits vor der Amputation vorhanden.“

Die Wissenschaftler gaben in ihrem Artikel an, dass sie neben ihrer eigenen Forschung auch andere Studien untersucht hätten und kein Ergebnis gefunden hätten, das die gängigen Annahmen beweise.

„Wir sind Wissenschaftler, wir glauben nicht an Magie“, sagte Makin und erklärte, dass das Gehirn grundlegend über diese Fähigkeiten verfüge, um bestimmte Funktionen auszuführen.


Nachrichtenquelle: 12punto

Verwandte Nachrichten