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EILMELDUNG... Er hatte gesagt: 'So eine Zeit habe ich noch nicht erlebt': Altan Öymen ist verstorben

Der ehemalige CHP-Vorsitzende und Journalist Altan Öymen ist an den Folgen von Multiorganversagen verstorben. Der 93-Jährige starb etwa sechs Wochen nach einer Lungenoperation.

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EILMELDUNG... Er hatte gesagt: 'So eine Zeit habe ich noch nicht erlebt': Altan Öymen ist verstorben

Der ehemalige Vorsitzende der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP) und Journalist Altan Öymen ist in dem Krankenhaus, in dem er behandelt wurde, an Multiorganversagen verstorben.

Die Erklärung des Krankenhauses lautet wie folgt:

„Herr Mehmet Altan ÖYMEN wurde vor 6 Wochen aufgrund einer Lungenkrebsdiagnose in unserem Krankenhaus erfolgreich an der Lunge operiert und konnte eine Woche später bei guter Gesundheit entlassen werden. Vor etwa 15 Tagen wurde unser Patient, Herr Mehmet Altan Öymen, jedoch erneut aufgrund einer viralen Pneumonie (Lungenentzündung) in unser Krankenhaus aufgenommen. Aufgrund eines durch das schnelle Fortschreiten der Lungeninfektion entwickelten Atemversagens wurde unser Patient, Herr Mehmet Altan Öymen, 3 Tage lang auf unserer Intensivstation überwacht und ist heute um 14:38 Uhr an Multiorganversagen verstorben. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.“

WER IST ALTAN ÖYMEN?

Altan Öymen, eine der führenden Persönlichkeiten der türkischen Presse und Politik, wurde am 20. Juni 1932 in Istanbul geboren. Öymen, der ursprünglich aus Trabzon stammte, absolvierte seine Grund- und Sekundarschulbildung in der Hauptstadt, nachdem seine Familie nach Ankara gezogen war. Öymen, der 1955 seinen Abschluss an der Fakultät für Politikwissenschaften der Universität Ankara machte, erregte bereits während seiner Studienzeit Aufmerksamkeit in seinem gewählten Beruf, dem Journalismus.

Öymen begann seine journalistische Laufbahn 1950 als Parlamentskorrespondent bei der Zeitung Ulus und war in den folgenden Jahren in verschiedenen Funktionen bei Zeitungen wie Akşam, Cumhuriyet, Günaydın, Milliyet und Radikal tätig.

Zwischen 1962 und 1966 arbeitete er als Presseattaché an der türkischen Botschaft in Bonn. Von 1972 bis 1979 leitete er die von ihm gegründete Nachrichtenagentur Anka.

Seinen Einstieg in die Politik fand Öymen 1961 als Mitglied der Verfassungsgebenden Versammlung. Bei den Parlamentswahlen 1977 und 1995 wurde er als Abgeordneter der Cumhuriyet Halk Partisi für Istanbul in die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) gewählt. 1999 wurde Öymen auf dem 27. Außerordentlichen Parteitag der CHP zum Vorsitzenden gewählt und übte dieses Amt etwa 15 Monate lang aus. Auf dem Parteitag im Jahr 2000 übergab er das Amt an Deniz Baykal.

'SO EINE ZEIT HABE ICH NOCH NICHT ERLEBT', HATTE ER GESAGT

Der ehemalige CHP-Chef Altan Öymen hatte vor seinem Tod an den Kundgebungen in Saraçhane nach der Operation vom 19. März teilgenommen und diese nachdrücklich unterstützt.

Zuletzt bewertete Öymen den schwierigen Prozess, den die Türkei durchlebt, auf den Bildschirmen von 12punto und äußerte sich wie folgt:

''In den 1950er Jahren hatten sie zuerst Cüneyt Arcayürek und Bedii Faik Akın festgenommen und die beiden Journalisten 15 Tage lang festgehalten, weil sie die Regierung kritisiert hatten. Es sollte also ein Verfahren eröffnet werden, aber es war wie eine Inhaftierung. Später ließen sie diese Freunde frei. Wenn damals jemand ein Verbrechen begangen hatte, begann die Strafvollstreckung. Jetzt gibt es keine Strafvollstreckung oder Ähnliches; die Anklageschrift ist noch nicht einmal geschrieben, und die Menschen sitzen bereits im Gefängnis. Nicht für 3 Monate, 5 Monate, 7 Monate; manchmal dauert es Jahre. Und das ist keine Strafvollstreckung, sondern eine Strafanwendung. Das heißt, die Untersuchungshaft wird wie eine Strafe eingesetzt. Die Untersuchungshaft wird mittlerweile wie eine Strafe genutzt.''

Öymen äußerte sich auch zu dem neuen Annäherungsprozess: ''Die Regierung verhandelt einerseits mit der DEM-Partei und der PKK, andererseits eröffnet sie gegen die CHP Ermittlungen mit dem Vorwurf, 'ihr habt mit ihnen zusammengearbeitet'. Was ist das für eine Logik? Diese Widersprüche sind nicht durch einen gesunden Denkprozess gefiltert worden. Man kann nicht einfach so zu jemandem sagen: 'Du bist schuldig'. Selbst wenn ein Verfahren gegen jemanden eröffnet wird, kann niemand für schuldig erklärt werden, bevor das Urteil rechtskräftig ist. Das ist mit der Demokratie nicht vereinbar.''


Nachrichtenquelle: 12punto

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