Enver Aysever schickt Brief aus dem Gefängnis: Die größte Oppositionspartei beschäftigt die Agenda mit Boulevardthemen
Der Journalist Enver Aysever, der im Marmara-Gefängnis in Silivri inhaftiert ist, hat über seinen Anwalt Mikayil Dilbaz einen Brief veröffentlicht und der CHP vorgeworfen, die Agenda mit Boulevardthemen zu beschäftigen.
In seinem Brief erklärte Aysever: „Ich bin außerordentlich traurig, nachdem ich die Diskussionen der letzten Tage gesehen habe. Die größte Oppositionspartei beschäftigt die Agenda mit Boulevardthemen, anstatt die rechtswidrige Verfolgung eines Journalisten zur Sprache zu bringen.“
Die regierungsnahe Zeitung Sabah hatte berichtet, dass der Journalist Enver Aysever, der wegen seiner Kommentare in einer Live-Sendung wegen „Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit oder Herabwürdigung“ inhaftiert wurde, den inhaftierten Oberbürgermeister von Istanbul (IBB) und CHP-Präsidentschaftskandidaten Ekrem İmamoğlu sowie den CHP-Vorsitzenden Özgür Özel als „Diebe“ bezeichnet und beiden nicht die Hand gereicht habe.
Aysevers Anwalt Mikayil Dilbaz klärte diesen in der Öffentlichkeit diskutierten Punkt auf.
Dilbaz teilte mit, dass Aysever über İmamoğlu gesagt habe: „Ich schüttle keinem Dieb die Hand“, und an Özel gerichtet geäußert habe: „Wenn Sie die einzige Agenda der Partei damit beschäftigen, Diebe zu verteidigen, Herr Vorsitzender, fürchte ich, dass wir die Plätze tauschen werden.“ Während die Debatte zwischen Aysever und Özel andauerte, kam eine neue Erklärung von Aysever.
Enver Aysever äußerte sich in einer über seinen Anwalt übermittelten Erklärung mit dem Titel „Erforderliche Erklärung an die Öffentlichkeit“ wie folgt:
„Ich sitze seit einiger Zeit zu Unrecht und ohne rechtliche Grundlage im Marmara-Gefängnis in Silivri. Unter diesen Bedingungen ist es mir nicht möglich, die sozialen Medien und die Presse angemessen zu verfolgen. Ich bin außerordentlich traurig, nachdem ich die Diskussionen der letzten Tage gesehen habe. Die größte Oppositionspartei beschäftigt die Agenda mit Boulevardthemen, anstatt die rechtswidrige Verfolgung eines Journalisten zur Sprache zu bringen. Dies ist meine letzte Erklärung. Ich werde keine weiteren Erklärungen mehr abgeben. Die Erklärungen, die ich zuvor über meinen Anwalt abgegeben habe, entsprechen meinem Willen. Alle weiteren notwendigen Erklärungen werde ich in freien Tagen abgeben.“

Nachrichtenquelle: 12punto
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