Ermittlungen im Fall Gülistan Doku: Aussage von Tuncay Sonel bei der Staatsanwaltschaft bekannt geworden
Die Aussage des ehemaligen Gouverneurs Tuncay Sonel, der im Rahmen der Ermittlungen zum Fall Gülistan Doku festgenommen wurde, liegt nun vor. Zu seinen Telefonaten mit einem entlassenen Polizisten sagte er zunächst, er könne sich nicht erinnern, fügte dann aber hinzu: „Falls diese Gespräche stattgefunden haben, dienten sie ausschließlich dazu, unser vermisstes Mädchen zu finden.“ Die Vorwürfe, sein Sohn Mustafa Türkay Sonel habe Gülistan Doku getötet, wies Sonel als „niederträchtige Verleumdung und Rufmord“ zurück.
In den Ermittlungen zum Fall der Universitätsstudentin Gülistan Doku, von der seit ihrem Auszug aus ihrem Wohnheim in Tunceli am 5. Januar 2020 jede Spur fehlt, sind Unstimmigkeiten in den Aussagen des damaligen Gouverneurs Tuncay Sonel, der inzwischen festgenommen wurde, in den Akten aufgetaucht.
VORWURF BEZÜGLICH DER SIM-KARTE ZURÜCKGEWIESEN
Nachdem der entlassene Polizist Gökhan Ertok, der die SIM-Karte von Doku untersuchte und später festgenommen wurde, ausgesagt hatte, die Karte sei ihm erst zugeschickt worden, nachdem einige Daten gelöscht worden waren, wies Sonel diesen Vorwurf zurück.
„FALLS DIESE GESPRÄCHE STATTGEFUNDEN HABEN, DIENTEN SIE DAZU, UNSER VERMISSTES MÄDCHEN ZU FINDEN“
Im Rahmen der Ermittlungen wurde bekannt, dass Sonel nach dem Verschwinden von Gülistan Doku mehrfach über verschiedene Telefonanschlüsse mit Gökhan Ertok kommuniziert hatte. Im ersten Teil seiner Aussage gab der ehemalige Gouverneur an, sich nicht an diese Gespräche erinnern zu können. Im weiteren Verlauf sagte er jedoch: „Falls diese Gespräche stattgefunden haben, dienten sie ausschließlich dazu, unser vermisstes Mädchen zu finden. Da mich auch unser Justizminister und unser Innenminister ständig anriefen, habe ich die Angelegenheit zu den fraglichen Zeitpunkten persönlich verfolgt, indem ich selbst Anrufe tätigte.“
„MANCHMAL HANDELT DER MENSCH IN SOLCHEN SITUATIONEN AUS EMOTIONEN“
Sonel wurde auch dazu befragt, warum die SIM-Karte auf irreguläre Weise an den entlassenen Polizisten Gökhan Ertok geschickt wurde. In seiner Antwort darauf erklärte er: „Als wir die Schwester vor dem Tor des Gouverneursamtes weinend und verzweifelt sahen und sie sagte: 'Wir erreichen die Staatsanwaltschaft nicht, bei Ihnen kommen wir leichter durch', sind wir auch nur Menschen. Manchmal handelt der Mensch in solchen Situationen aus Emotionen.“
„DAS ZIEL WAR HIER, DIE FAMILIE ZU SCHÜTZEN“
Einer der auffälligen Punkte in den Ermittlungen war, dass der Freund von Gülistan, Zeinal, und seine Familie nach ihrem Verschwinden in einem 5-Sterne-Hotel in Antalya untergebracht waren. Sonel sagte dazu: „Das Ziel war hier, die Familie zu schützen. Es gab meinerseits keinerlei Anweisung oder Transaktion.“
„ER MAG IN EINEM ODER ZWEI CAFÉS GEWESEN SEIN, ABER ER KENNT IHN NICHT“
Der ehemalige Gouverneur behauptete, sein Sohn Mustafa Türkay Sonel kenne Zeinal Abakarov nicht. Er äußerte dies mit den Worten: „Er mag in einem oder zwei Cafés gewesen sein, aber er kennt ihn nicht. Sie könnten sich zufällig am Arbeitsplatz begegnet sein.“
„EINE NIEDERTRÄCHTIGE VERLEUMDUNG, EIN RUFMORD“
Sonel wies die Vorwürfe, sein Sohn habe Gülistan Doku getötet, zurück und bezeichnete sie als „niederträchtige Verleumdung und Rufmord“. Zudem äußerte er sich zu den Brüdern von Doku: „Ich hatte in dieser Angelegenheit ständig mit ihrer Mutter und ihrem Vater, vor allem aber mit Aygül Doku zu tun. Warum kommen ihre Brüder nicht vorbei, warum machen sie sich keine Sorgen? Ich möchte, dass auch diese Themen untersucht werden.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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