Vizepräsident Cevdet Yılmaz: Bei der Senkung der Inflation muss man ein gewisses Opfer beim Wachstum bringen
Vizepräsident Cevdet Yılmaz beantwortete in einer Live-Sendung Fragen zur aktuellen Agenda. Yılmaz erklärte: „Die Türkei schafft es einerseits, die Inflation schrittweise zu senken, und andererseits ein gewisses Maß an Wachstum aufrechtzuerhalten.“
Vizepräsident Cevdet Yılmaz äußerte sich zu aktuellen Themen und ging auf das neu veröffentlichte Mittelfristprogramm (OVP) ein.
Auf die Frage nach angeblichen Widersprüchen zwischen den Wachstums- und Inflationszielen im neuen OVP antwortete Yılmaz: „Wenn man die Inflation senkt, ist man gezwungen, die Nachfrage ein Stück weit zu dämpfen. Das spiegelt sich auch im Wachstum wider. Es gibt einen Ansatz, der besagt, dass man bei der Senkung der Inflation ein gewisses Opfer beim Wachstum bringen muss.“
Die wichtigsten Punkte aus Yılmaz' Erklärungen:
„Wir handeln nicht mit kurzfristigen Entscheidungen. Der Feind der Wirtschaft ist Unsicherheit, seien es politische oder wirtschaftspolitische Unsicherheiten. Wir befinden uns in einer glücklichen Phase. Wir sind in eine lange Zeit ohne Wahlen eingetreten. Das diesjährige OVP ist eine Fortsetzung des Programms vom letzten Jahr. Was auch immer unsere grundlegenden Ziele im letzten Jahr waren, wir behalten diese bei der Aktualisierung bei. Wir haben jedoch unsere Prognosen und Haushaltsgrößen aktualisiert. Zu unseren Hauptzielen gehört erstens das Ziel des OVP, die Inflation wieder in den einstelligen Bereich zu senken und Preisstabilität zu gewährleisten. Zweitens das Wachstum, drittens die Heilung der Wunden der Erdbebenkatastrophe vom letzten Jahr und viertens die Schaffung von dauerhaftem Wohlstand.“
'ES GIBT KEINEN WIDERSPRUCH ZWISCHEN WACHSTUM UND INFLATION'
Bei der Senkung der Inflation kann es kurzfristig zu Schwierigkeiten kommen, aber im Grunde gibt es keinen Widerspruch zwischen Wachstum und Inflation. Die Türkei schafft es einerseits, die Inflation schrittweise zu senken, und andererseits ein gewisses Maß an Wachstum aufrechtzuerhalten.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zusammensetzung des Wachstums. Es ist möglich, Wachstum auf unterschiedliche Weise zu erzielen. Man kann auch durch Konsum wachsen. Das schafft ein inflationäreres Umfeld. Man kann auch durch Produktion wachsen. Dieser zweite Kanal unterstützt die Desinflationspolitik. Unser Ziel ist es, nicht durch Konsum, sondern durch Produktion zu wachsen. Wir wollen die Früchte des Wachstums auf alle Bevölkerungsschichten verteilen. Insbesondere wenn die Last des Erdbebens abnimmt, werden wir uns stärker auf diese Prioritäten konzentrieren.
'UNSER ZIEL IST ES, DIE ZINSEN ZU SENKEN'
Die Erwartung an die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) ist, dass sie die Zinsen senken werden. Dies wird Auswirkungen auf uns und die aufstrebende Welt haben. Es wird positiv sein. Wir werden in eine Phase eintreten, in der die Liquidität weltweit zunimmt und es Kapitalflüsse in Richtung der Schwellenländer geben wird.
Wir werden davon profitieren. Was die Entscheidungen der Zentralbank bei uns betrifft, so möchte ich dazu sagen, dass die Zentralbank über Instrumentenunabhängigkeit verfügt. Unser politisches Ziel ist es, die Zinsen zu senken. Unser Plan und unser Programm liegen auf dem Tisch. Die Zentralbank verfügt im Rahmen dieser Ziele über Instrumentenunabhängigkeit. Worauf wird sie achten? Sie wird darauf achten, wie sich die Inflation entwickelt und wie sich die Erwartungen entwickeln. Es wäre nicht richtig, dazu zu viel zu kommentieren, aber unser politischer Rahmen ist klar. Wir streben eine stabilere Türkei an.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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