18 Jahre Haft für Bauunternehmer! Erstes Urteil in den Prozessen nach den Erdbeben vom 6. Februar

Die Erdbeben vom 6. Februar mit Zentrum in Kahramanmaraş liegen nun ein Jahr zurück. Das erste Urteil zu den eingestürzten Gebäuden wurde in Şanlıurfa gefällt.

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Nach den Erdbeben vom 6. Februar mit Zentrum in Kahramanmaraş ist das erste Urteil in den daraufhin eingeleiteten Gerichtsverfahren gefallen. Der Bauunternehmer des Wohnhauses, bei dessen Einsturz 34 Menschen ums Leben kamen und 10 weitere verletzt wurden, wurde zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren, 1 Monat und 15 Tagen verurteilt.

VERPFLICHTUNGEN NICHT ERFÜLLT

Am 9. Schwurgericht von Şanlıurfa nahmen an der Urteilsverkündung die Anwälte des inhaftierten Bauunternehmers Müslüm Demirer sowie die Anwälte der Opferparteien teil.

Aufgrund einer Änderung in der Richterbank wurden während der Verhandlung die Berichte und Protokolle der Sachverständigenprüfung verlesen, die an den Trümmern des Gebäudes durchgeführt worden war.

Die Anwälte der Opferseite forderten, das Strafmaß gegen den Angeklagten am oberen Ende des gesetzlichen Rahmens festzulegen.

Die Anwälte des Angeklagten erklärten, sie akzeptierten das vorgelegte Plädoyer nicht und wiesen darauf hin, dass ihr Mandant ebenfalls einen Schaden erlitten habe, da er seinen eigenen Sohn in den Trümmern desselben Gebäudes verloren habe.

Der Staatsanwalt hielt in seinem Schlussplädoyer fest, dass festgestellt wurde, dass der Angeklagte beim Bau des Wohnhauses seinen Verpflichtungen gemäß den geltenden Standards nicht nachgekommen sei und somit als schuldig befunden wurde.

STRAFMINDERUNG GEWÄHRT

In dem einstimmig gefassten Urteil wurde der Angeklagte wegen "fahrlässiger Tötung und Verletzung mehrerer Personen unter bewusster Inkaufnahme der Folgen" zu einer Freiheitsstrafe von 21 Jahren und 9 Monaten verurteilt.

Da der Angeklagte bei dem Einsturz des betreffenden Gebäudes auch seinen eigenen Sohn verloren hatte, wurde das Strafmaß um ein Sechstel reduziert, sodass eine endgültige Freiheitsstrafe von 18 Jahren, 1 Monat und 15 Tagen festgesetzt wurde.

In der Urteilsbegründung wurde zudem daran erinnert, dass drei der vier für den Bau des Wohnhauses verantwortlichen Personen bereits in den Jahren vor dem Erdbeben verstorben waren.

Dieses Urteil ist das erste, das gegen Verantwortliche für Gebäude gefällt wurde, die bei den Erdbeben eingestürzt sind.