27 Jahre nach dem Marmara-Erdbeben: TKP betont sicheren Wohnraum und öffentliches Interesse
Die Kommunistische Partei der Türkei (TKP) wies in einer Erklärung zum Jahrestag des schweren Marmara-Erdbebens vom 17. August 1999 darauf hin, dass Millionen von Bürgern nach wie vor an der Sicherheit ihrer Wohngebäude zweifeln, und forderte ein Ende der Profitgier in der Stadtplanung.
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Die Türkei sieht sich am 27. Jahrestag des Marmara-Erdbebens vom 17. August 1999, das zu massiven Zerstörungen und zahlreichen Todesopfern führte, erneut mit der Realität von Erdbeben konfrontiert. Die Kommunistische Partei der Türkei (TKP) rief an diesem wegweisenden Tag in einer schriftlichen Erklärung zu einer umfassenden gesellschaftlichen Auseinandersetzung auf.
In der Erklärung wurde zum Ausdruck gebracht, dass in den Jahren seit der Katastrophe, bei der Hunderttausende Menschen ihr Leben verloren und Tausende Gebäude dem Erdboden gleichgemacht wurden, kein dauerhafter Wandel im Verantwortungsbewusstsein und in der Verwaltung erreicht werden konnte. Die TKP betonte, dass trotz der nach dem 17. August wiederholt geäußerten Beteuerungen „Nie wieder“ aufgrund ausbleibender Vorsorgemaßnahmen und einer weiterhin renditeorientierten Stadtentwicklung ähnliche Tragödien erneut stattgefunden hätten.
Unter Hinweis auf die Todesopfer bei den Erdbeben in Van und Elazığ sowie auf die umstrittenen Änderungen in den Bebauungsplänen wurde darauf aufmerksam gemacht, dass neue Bauvorhaben und Projekte zur Stadterneuerung profitorientiert verwaltet würden. In der Erklärung wurde unterstrichen, dass sich bei dem schweren Erdbeben vom 6. Februar 2023 eine ähnliche Zerstörung wiederholt habe und trotz der in der Öffentlichkeit erneut bemühten „Nie wieder“-Rhetorik keine dauerhaften und wirksamen Maßnahmen ergriffen worden seien.
In der Erklärung hieß es: „Trotz der vergangenen 27 Jahre sind sich heute immer noch Millionen Menschen nicht sicher, ob ihre Wohngebäude sicher sind. Der Wohnungsbau und die Stadtplanung müssen dem Profitstreben entzogen werden.“
Es wurde festgehalten, dass in der Türkei, die mit der ständigen Erdbebengefahr lebt, insbesondere für Istanbul kontinuierlich neue Studien und Diskussionsrunden organisiert würden, jedoch bis heute keine konkreten, dauerhaften Lösungen umgesetzt worden seien. Die TKP erklärte, dass die Stadtplanung nach wie vor nach den Interessen von Kapital und Bauunternehmern gestaltet werde und der Zugang zu solidem Wohnraum für alle zu einem Privileg geworden sei.
In der Erklärung, in der auch gegen die Verwendung öffentlicher Mittel zugunsten des Kapitals anstelle der Sicherheit der Gesellschaft protestiert wurde, lautete die Warnung: „Solange sich dieses System nicht ändert, das den Zugang zu solidem und lebenswertem Wohnraum zu einem Privileg macht und öffentliche Ressourcen den Interessen des Kapitals statt der Sicherheit der Bevölkerung unterordnet, wird jedes neue Erdbeben wieder Zerstörung, wieder Leid und wieder das Verschüttetsein unter Trümmern bedeuten.“
Abschließend rief die TKP dazu auf, um schwere Verluste durch Erdbeben zu vermeiden: „Für ein Land, in dem wir das Leid vom 17. August und 6. Februar nicht noch einmal erleben müssen, werden wir gemeinsam eine unabhängige und souveräne Türkei aufbauen, in der die Wirtschaft nach dem öffentlichen Interesse geplant wird.“