5 Personen, darunter der 'Geschäftsmann des Jahres', festgenommen

In Izmir wurden der Vorstandsvorsitzende eines Unternehmens sowie vier weitere Personen festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Anteile einer insolventen Versicherungsgesellschaft illegal übernommen, Firmengelder veruntreut und einen öffentlichen Schaden in Höhe von 100 Millionen Lira verursacht zu haben. Zudem soll der Vorstandsvorsitzende 180.000 Lira gezahlt haben, um sich selbst als 'Geschäftsmann des Jahres' auszeichnen zu lassen.

İHA

Unter der Koordination der Generalstaatsanwaltschaft Izmir wurden bei einer simultanen Operation der Abteilung zur Bekämpfung von Finanzkriminalität in drei Provinzen, darunter Ankara und Istanbul, 11 Verdächtige festgenommen, unter ihnen auch K.G., der Vorstandsvorsitzende der Paragon Holding.

Im Rahmen der Ermittlungen wurde festgestellt, dass K.G. die Mehrheitsanteile einer überschuldeten Versicherungsgesellschaft auf illegalem Wege übernommen hatte. Während der fünfmonatigen Geschäftsführung durch ihn wurde zudem aufgedeckt, dass er durch verschiedene Transaktionen einen Teil des Kapitals des finanziell angeschlagenen Unternehmens veruntreut hatte.

Die Untersuchungen ergaben, dass K.G. versuchte, sich der Aufsicht durch die 'Regulierungs- und Aufsichtsbehörde für Versicherungswesen und private Altersvorsorge' zu entziehen. Hierzu wurden zahlreiche Überweisungen unterhalb der meldepflichtigen Beträge getätigt und das Kapital der Versicherungsgesellschaft unter dem Vorwand von Waren- und Dienstleistungskäufen an bestimmte Firmen transferiert. Die so aus dem Unternehmen abgezogenen Gelder flossen anschließend auf die Privatkonten von K.G.

Die Ermittler untersuchten auch die auf den Namen des Unternehmens ausgestellten Rechnungen und stellten fest, dass persönliche Ausgaben von K.G., Vorstandsmitgliedern und deren Familien – wie Hotelaufenthalte, Krankenhauskosten, Kleidung, Strandbesuche und Renovierungskosten für Privatwohnungen – über das Firmenkapital abgewickelt wurden.

180.000 LIRA FÜR EINE AUSZEICHNUNG GEZAHLT

Durch technische und physische Überwachung wurde zudem bekannt, dass Mitarbeiter des Unternehmens bei Gesprächen über die illegalen Zahlungen äußerten: „Er genießt es, und wir haben den Stress.“ Die Ermittlungen ergaben, dass K.G. etwa 180.000 Lira aus dem Firmenkapital zahlte, um sich selbst als 'Geschäftsmann des Jahres' auszeichnen zu lassen. Es stellte sich heraus, dass die Manager der Versicherungsgesellschaft etwa 15 Millionen Lira direkt veruntreut und durch überhöhte Zahlungen an ihnen nahestehende Firmen für Leistungen wie 'Pannenhilfe, Ersatzteile und Agenturkosten' einen Gesamtschaden für die Öffentlichkeit von rund 100 Millionen Lira verursacht hatten.

FESTNAHMEN

Die 11 im Rahmen der Operation festgenommenen Verdächtigen wurden nach ihrer polizeilichen Vernehmung der Justiz überstellt. Das Gericht ordnete die Untersuchungshaft für insgesamt 5 Personen an, darunter K.G., während 6 weitere Verdächtige unter Auflagen freigelassen wurden.