56 Personen in den letzten 2 Jahren! Terroristen erhielten Staatsbürgerschaft und Aufenthaltserlaubnis

Die jüngste Zunahme von Terroranschlägen in der Türkei wirft die Frage auf, ob 'schlafende Terrorzellen wieder aktiv geworden sind'. Auffällig ist zudem, dass die jüngsten Terroranschläge von ausländischen Staatsangehörigen verübt wurden.

Ercan Küçük

Ercan KÜÇÜK - 12punto.com.tr

Die Türkei hat in den letzten zwei Jahren schmerzhafte Tage durch Terroranschläge erlebt. Bei diesen Angriffen kamen 8 Menschen ums Leben. Auffällig ist dabei der Einsatz von ausländischen Staatsangehörigen bei diesen Anschlägen.

Diese Taktik der Terrororganisationen ist nun auch in den Fokus der Terrorismusbekämpfung gerückt. Laut den im Amtsblatt veröffentlichten Daten fällt bei den Personen, deren Vermögenswerte in den letzten zwei Jahren wegen Finanzierung der Terrororganisationen IS und Al-Qaida eingefroren wurden, der hohe Anteil an Ausländern auf, die erst später in die Türkei gekommen sind.

In den letzten zwei Jahren verübten Terrororganisationen in der Türkei Anschläge auf den Taksim-Platz in Istanbul, die Santa-Maria-Kirche und das Çağlayan-Gerichtsgebäude. Bei diesen Anschlägen kamen 8 Menschen ums Leben. Bei zwei der drei Anschläge (Taksim und Santa-Maria-Kirche) fiel auf, dass die Terroristen ausländischer Herkunft waren. Den Anschlag am Taksim verübte die syrische Staatsangehörige Ahlam Albashır. Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Santa-Maria-Kirche wurden 34 Verdächtige festgenommen, darunter Amirjon Kholikov und David Tanduev. Unter den Festgenommenen befanden sich auch Personen uigurischer Herkunft, die die türkische Staatsbürgerschaft erhalten hatten.

41 ERHIELTEN AUFENTHALTSERLAUBNIS, 15 DIE STAATSBÜRGERSCHAFT

Einer der Punkte im am 14. Februar veröffentlichten Amtsblatt betraf die Beschlagnahmung von Vermögenswerten von Personen, die an der Terrorfinanzierung beteiligt waren. Den Zahlen des Amtsblatts zufolge wurden in den letzten zwei Jahren in 8 Ausgaben die Vermögenswerte von 86 Personen wegen Finanzierung der Terrororganisationen IS und Al-Qaida beschlagnahmt. Von diesen 86 Personen sind nur 30 von Geburt an türkische Staatsbürger. Von den verbleibenden 56 Personen besitzen 41 eine registrierte Aufenthaltserlaubnis in der Türkei, während 15 die türkische Staatsbürgerschaft erhalten haben.

Die Daten zu den Personen, deren Vermögenswerte in den letzten zwei Jahren wegen Finanzierung der Terrororganisationen IS und Al-Qaida beschlagnahmt wurden, stellen sich wie folgt dar:

14. Februar 2024:

In der Entscheidung zum Einfrieren von Vermögenswerten, unterzeichnet von Innenminister Ali Yerlikaya und Finanzminister Mehmet Şimşek, wurden 6 Personen mit Verbindungen zur Terrororganisation IS aufgeführt. 5 der 6 Personen sind syrischer Herkunft (Rakka, Idlib, Hasaka, Raqqa, Latakia). 3 dieser 5 Personen sind türkische Staatsbürger, 2 besitzen noch keine Staatsbürgerschaft, verfügen aber über eine Aufenthaltserlaubnis. Auffällig ist, dass alle 5 Personen eine Steuernummer besitzen.

9. Mai 2023:

In der Entscheidung zum Einfrieren von Vermögenswerten, unterzeichnet von Innenminister Süleyman Soylu und Finanzminister Nureddin Nebati, wurden die Vermögenswerte von 8 türkischen Staatsbürgern wegen Verbindungen zu den Terrororganisationen IS und Al-Qaida beschlagnahmt.

2. Mai 2023:

In der Entscheidung zum Einfrieren von Vermögenswerten, unterzeichnet von Innenminister Süleyman Soylu und Finanzminister Nureddin Nebati, wurden die Vermögenswerte von 2 Personen, darunter 1 türkischer Staatsbürger syrischer Herkunft, wegen Verbindungen zu den Terrororganisationen IS und Al-Qaida beschlagnahmt.

4. April 2023:

In der Entscheidung zum Einfrieren von Vermögenswerten, unterzeichnet von Innenminister Süleyman Soylu und Finanzminister Nureddin Nebati, wurden die Vermögenswerte von 6 Personen wegen Verbindungen zu den Terrororganisationen IS und Al-Qaida beschlagnahmt. Von diesen 6 Personen besaßen 2 die Staatsbürgerschaft, 3 besaßen noch keine Staatsbürgerschaft, verfügten aber über eine Aufenthaltserlaubnis, und bei 1 Person wurde eine Steuernummer registriert.

5. Januar 2023:

In der Entscheidung zum Einfrieren von Vermögenswerten, unterzeichnet von Innenminister Süleyman Soylu und Finanzminister Nureddin Nebati, wurden die Vermögenswerte von 5 Personen wegen Verbindungen zu den Terrororganisationen IS und Al-Qaida beschlagnahmt. Es zeigte sich, dass 4 der 5 Personen noch keine Staatsbürgerschaft besaßen, aber über eine Aufenthaltserlaubnis verfügten.

1. Dezember 2022:

In der Entscheidung zum Einfrieren von Vermögenswerten, unterzeichnet von Innenminister Süleyman Soylu und Finanzminister Nureddin Nebati, wurden die Vermögenswerte von 17 Personen wegen Verbindungen zu den Terrororganisationen IS und Al-Qaida beschlagnahmt. Von den 17 Personen, von denen 16 syrischer Herkunft sind, besaßen 4 die Staatsbürgerschaft und 10 besaßen noch keine Staatsbürgerschaft, verfügten aber über eine Aufenthaltserlaubnis.

23. Juni 2022:

In der Entscheidung zum Einfrieren von Vermögenswerten, unterzeichnet von Innenminister Süleyman Soylu und Finanzminister Nureddin Nebati, wurden die Vermögenswerte von 27 Personen wegen Verbindungen zu den Terrororganisationen IS und Al-Qaida beschlagnahmt. Von den 27 Personen besaßen 9 die Staatsbürgerschaft, während 15 noch keine Staatsbürgerschaft besaßen, aber über eine Aufenthaltserlaubnis verfügten.

9. März 2022:

In der Entscheidung zum Einfrieren von Vermögenswerten, unterzeichnet von Innenminister Süleyman Soylu und Finanzminister Nureddin Nebati, wurden die Vermögenswerte von 13 Personen wegen Verbindungen zu den Terrororganisationen IS und Al-Qaida beschlagnahmt. 8 der 13 Personen sind türkische Staatsbürger, wobei 4 davon erst nachträglich eingebürgert wurden. Von den verbleibenden 5 Personen besitzen 4 eine Aufenthaltserlaubnis.