78 Bürger kamen ums Leben: Begründetes Urteil im Kartalkaya-Prozess veröffentlicht

Das 1. Schwurgericht von Bolu hat das begründete Urteil im Prozess zur Brandkatastrophe in Kartalkaya veröffentlicht. In der Entscheidung wurde festgestellt, dass die Vorstandsmitglieder des Hotels von dem Moment an, als das Feuer ausbrach, über die Situation informiert waren, jedoch keine Warnungen oder Anweisungen zur Evakuierung der anderen Personen im Hotel gaben. Aus diesem Grund wurde betont, dass den Verteidigungsargumenten der Angeklagten, die auf Leugnung basierten, kein Glauben geschenkt wurde.

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Das 1. Schwurgericht von Bolu hat das begründete Urteil zu den Strafen im Zusammenhang mit dem Brand im Grand Kartal Hotel bekannt gegeben.

In der Entscheidung wurde bewertet, dass die Angeklagten Halit Ergül, Emir Aras, Ahmet Demir und Kadir Özdemir eine Haltung einnahmen, die die Grenzen der „bewussten Fahrlässigkeit“ überschritt. Das Gericht stellte fest, dass die Angeklagten, obwohl sie über die Mittel und die Befugnis verfügten, die festgestellten Mängel zu beheben, nach dem Prinzip „es komme, was wolle“ handelten, obwohl sie wussten, dass die Nichtbehebung dieser Mängel ein ernstes Brandrisiko darstellte, und somit keinerlei Schritte zur Gefahrenabwehr unternahmen.

Darüber hinaus wurde erklärt, dass die Vorstandsmitglieder, die Eigentümer des Hotels sind, von dem Moment an, als das Feuer ausbrach, über den Vorfall informiert waren, jedoch niemanden benachrichtigten oder Anweisungen zur Rettung der sich im Gebäude befindlichen Personen gaben. Aus diesem Grund wurde festgehalten, dass die leugnenden Aussagen der Angeklagten vom Gericht nicht akzeptiert wurden.

Das begründete Urteil enthielt auch bemerkenswerte Feststellungen zur Stadtverwaltung. Es wurde dargelegt, dass die städtischen Beamten, obwohl sie die Mängel im Hotel festgestellt hatten, nicht darauf drängten, diese Probleme zu beheben oder die zuständigen Behörden zu informieren, sondern stattdessen mit der Hotelleitung und dem verantwortlichen Personal zusammenarbeiteten und bei den Prozessen zur Stornierung des Antrags eine steuernde Haltung einnahmen. Das Gericht erklärte, dass das Versäumnis der Stadtverwaltung, ihre Pflicht in dieser für die öffentliche Sicherheit kritischen Angelegenheit zu erfüllen, und ihr stattdessen beratendes Handeln als „schwerwiegende“ Handlung eingestuft wurde.

Bei dem Brand, der am 21. Januar im Grand Kartal Hotel ausbrach, kamen 78 Menschen ums Leben.