Ära der Identitätsprüfung in sozialen Medien beginnt! Was passiert mit anonymen Konten?
Der Gesetzesentwurf für ein „Familienpaket“ für soziale Medien sieht eine verpflichtende Identitätsprüfung, ein Kontoverbot für unter 15-Jährige, biometrische Einschränkungen für unter 18-Jährige sowie Regelungen zur schnellen Entfernung illegaler Inhalte vor. Es bleibt unklar, wie bestehende anonyme Konten mit diesen neuen Vorschriften umgehen werden.
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Der Gesetzesentwurf, der darauf abzielt, die Nutzung sozialer Medien in der Türkei neu zu gestalten und in der Öffentlichkeit als „Familienpaket“ bekannt ist, wird in Kürze der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) vorgelegt. Der Entwurf enthält Bestimmungen, die Anbieter sozialer Netzwerke zur Implementierung von Identitätsprüfungen und Altersbeschränkungen verpflichten.
AKIN GÜRLEK: ICH MESSE DIESEM THEMA GROSSE BEDEUTUNG BEI
Justizminister Akın Gürlek wies in einer Live-Sendung auf dem regierungsnahen Sender A Haber auf die Kampagnen in den sozialen Medien hin und erklärte: "In den sozialen Medien findet Lynchjustiz statt. Wenn eine Person in den sozialen Medien einen Kommentar abgibt, muss ihre Identität zweifelsfrei feststehen. Jeder wird Opfer von Rufmord. Sie versuchen, die Rechtsprechung zu beeinflussen. Wenn eine Person eine Aussage macht, wird sie bestraft, weil ihre Identität bekannt ist. Ich messe diesem Thema große Bedeutung bei."
NEUE REGELN FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
Dem Bericht der Zeitung Türkiye zufolge sieht der Entwurf ein vollständiges Verbot für unter 15-Jährige vor, Konten in sozialen Medien zu eröffnen. Zudem ist geplant, biometrische Einschränkungen für den Zugang zu sozialen Medien und virtuellen Wettplattformen für Nutzer unter 18 Jahren einzuführen. Es wird darauf hingewiesen, dass das Paket auch ein System enthalten könnte, das die schnelle Entfernung illegaler Inhalte ermöglicht, ohne auf eine gerichtliche Entscheidung warten zu müssen.
TELEFONNUMMERN-PFLICHT IM GESPRÄCH
Es wurde berichtet, dass der Abgeordnete der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) für Kırıkkale, Halil Öztürk, einen Vorschlag unterbreitet hat, der die Verknüpfung von Social-Media-Konten mit einer Mobiltelefonnummer vorsieht. Dem Entwurf zufolge ist vorgesehen, den Internetverkehr von Plattformen, die diese Bedingung nicht erfüllen, schrittweise zu drosseln und Konten, die nicht mit einer Nummer verknüpft sind, nicht mehr zu hosten.
E-DEVLET-MODELL FÜR DIE IDENTITÄTSPRÜFUNG
Der Experte für digitale Forensik, Prof. Dr. Ali Murat Kırık, erklärte, dass in der Türkei ein System auf Basis der e-Devlet-Integration angewendet werden könnte. Nach diesem Modell könnten Nutzer ihre Identität über eine offizielle Plattform verifizieren und einen verschlüsselten Schlüssel für ihre Konten verwenden. Auf diese Weise könnten Social-Media-Plattformen bestätigen, dass ein Konto einer realen Person gehört, ohne die Identitätsdaten selbst einsehen oder speichern zu müssen. Kırık fügte hinzu, dass auch künstliche Intelligenz bei der Identifizierung gefälschter Konten eingesetzt werden könnte.
Details darüber, wie bestehende anonyme Konten im Rahmen dieser Regelungen behandelt werden sollen, sind jedoch noch nicht geklärt.