Ağırel: 'Annullierungsentscheidung könnte im Widerspruch zu Grundsätzen der Rechtssicherheit stehen'
Der Journalist Murat Ağırel teilte bemerkenswerte Informationen zur Entscheidung über die Annullierung des Diploms von Ekrem İmamoğlu.
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Nach der Annullierung des Diploms von İmamoğlu folgen die Reaktionen und Erklärungen zu diesem Thema Schlag auf Schlag. Auch der Journalist Murat Ağırel nahm in einem Beitrag Bezug auf eine frühere Entscheidung und teilte aufschlussreiche Informationen.
Hier ist der Beitrag von Ağırel:
Die Universität Istanbul hat die Diplome von 28 Personen, darunter auch Ekrem İmamoğlu, mit der Begründung von „Nichtigkeit“ und „offensichtlichem Fehler“ annulliert. Als Begründung wird angeführt, dass die im Jahr 1990 durchgeführten Quereinstiege nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprachen.
Gemäß der Entscheidung des Verfassungsgerichts (AYM) aus dem Jahr 2023 im Fall Abidin Pişgin ist die Frist für die Annullierung eines in der Vergangenheit getätigten Verwaltungsaktes jedoch auf die Klagefrist beschränkt, sofern kein Betrug oder ein offensichtlicher Fehler der Verwaltung vorliegt. Das Verfassungsgericht befand es für rechtswidrig, dass die Verwaltung einen aus ihrem eigenen Fehler resultierenden Vorgang Jahre später zu Lasten der Einzelpersonen annulliert.
Wie wird der Begriff „offensichtlicher Fehler“ definiert? Wenn der Fehler auf das mangelnde Kontrollsystem der Universität selbst zurückzuführen ist, kann dies laut der Rechtsprechung des Verfassungsgerichts nicht den Einzelpersonen angelastet werden.
Die Annullierung von Vorgängen aus dem Jahr 1990 nach 35 Jahren könnte im Widerspruch zu den Grundsätzen der Rechtssicherheit und der guten Regierungsführung stehen.
Aufgrund des unverhältnismäßigen Eingriffs in das Recht auf Bildung besteht die Möglichkeit, dass die Annullierung unter Berufung auf die bisherige Rechtsprechung des Verfassungsgerichts als rechtswidrig eingestuft wird.