Akten des ehemaligen Üsküdar-Bürgermeisters Türkmen wieder im Fokus

Nach der Festnahme der Üsküdar-Bürgermeisterin Sinem Dedetaş sind die Gerichtsakten, Bebauungsstreitigkeiten, Immobilienübertragungen zur Schuldentilgung und umstrittene Praktiken aus der Amtszeit des ehemaligen Bürgermeisters Hilmi Türkmen wieder in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gerückt.

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Die Bürgermeisterin von Üsküdar, Sinem Dedetaş, wurde festgenommen, und während die Nachwirkungen dieses Ereignisses anhalten, lenkt die Entwicklung den Blick erneut auf die vorangegangene Amtszeit. Die aufeinanderfolgenden juristischen Schritte gegen Bürgermeister aus den Reihen der Opposition haben die Vorwürfe wegen Korruption und Unregelmäßigkeiten während der Amtszeit des ehemaligen AKP-Bürgermeisters von Üsküdar, Hilmi Türkmen, wieder in das öffentliche Bewusstsein gerückt.

Während die Festnahme- und Inhaftierungsentscheidungen gegen oppositionelle Bürgermeister zunehmen, erregen die Prozesse in den Verfahren gegen den ehemaligen Üsküdar-Bürgermeister Hilmi Türkmen Aufmerksamkeit. Türkmen, der wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht stand, wurde in diesem Fall freigesprochen. Zudem führte die Tatsache, dass der damalige Innenminister Ali Yerlikaya in einem Verfahren gegen Türkmen wegen „Duldung illegaler Bauten“ keine Ermittlungserlaubnis erteilte, zu Kritik an einer Doppelmoral in der Justiz.

„UNTERSCHRIFTEN-SCHLANGE“ IM BAUAMT NACH VERLORENER WAHL

Die Betriebsamkeit in der Gemeinde unmittelbar nach der Niederlage von Hilmi Türkmen bei den Kommunalwahlen ist noch in lebhafter Erinnerung. Kurz vor der Amtsübergabe bildeten zahlreiche Personen lange Schlangen vor dem Bauamt der Gemeinde Üsküdar, um Dokumente unterzeichnen zu lassen, was von der Zeitung Birgün dokumentiert und veröffentlicht wurde. Diese Situation warf ernsthafte Fragen zur Transparenz der in letzter Minute getätigten Geschäfte auf.

Die Verfehlungen von Türkmen beschränkten sich nicht nur auf administrative Vorgänge. Im Zuge der Ereignisse vom 19. März verbreitete Türkmen Desinformationen über soziale Medien, brachte eine junge Frau mit Terrorismus in Verbindung und stellte sie öffentlich an den Pranger; nach Aufdeckung der Wahrheit begnügte er sich damit, den entsprechenden Beitrag zu löschen. Der ehemalige Bürgermeister, der sein Leben wie gewohnt fortsetzt, hat sich bis heute nicht bei der von ihm diffamierten Frau entschuldigt.

Andererseits verdeutlichen die Schuldenlast, die die ehemalige Verwaltung in Üsküdar hinterlassen hat, sowie die Übertragungen von Vermögenswerten zur Schuldentilgung das Ausmaß der wirtschaftlichen Misere jener Zeit. Einige kritische Transaktionen während der Amtszeit von Hilmi Türkmen waren wie folgt:

Jahr 2013: Zur Begleichung von Steuerschulden der Gemeinde in Höhe von 7 Millionen 370 Tausend TL wurden vier Moscheegrundstücke in Üsküdar an das Finanzministerium übertragen.

Jahr 2019 (Sozialversicherungsschulden): Zur Begleichung von Sozialversicherungsschulden der Gemeinde Üsküdar in Höhe von 37 Millionen 200 Tausend TL wurde ein wertvolles gemeindeeigenes Grundstück an die Institution übertragen.

Jahr 2019 (Steuerschulden): Zur Tilgung von Steuerschulden in Höhe von 29,7 Millionen TL wurde erneut ein Moscheegrundstück über das E-Government-Portal an das Finanzministerium übertragen.

Vollmachten zur Kreditaufnahme: Die Gemeindeverwaltung erhielt vom Gemeinderat im Oktober 2009 die Befugnis zur Kreditaufnahme und im Jahr 2020 eine zusätzliche Kreditermächtigung in Höhe von 75 Millionen TL.

BEHAUPTUNG EINER „PFÄNDUNG“ STAMMT AUS SEINER EIGENEN AMTSZEIT

Auch der Versuch von Hilmi Türkmen, die Verwaltung von Sinem Dedetaş in den vergangenen Monaten mit der Behauptung „Die Gemeinde wurde gepfändet“ zu kritisieren, ging nach hinten los. Offizielle Dokumente bewiesen, dass sich das betreffende Pfändungsverfahren und die unbezahlten Schulden direkt auf Türkmens eigene Amtszeit als Bürgermeister bezogen.