Alarmglocken im türkischen Tourismus
Während die Zahl der ausländischen Touristen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 um zwei Prozent zurückging, wurden in wichtigen Märkten wie Deutschland, Großbritannien, Italien und den USA deutliche Verluste verzeichnet.
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Nach Daten der Generaldirektion für Sicherheit sank die Zahl der ausländischen Touristen, die im Juli in die Türkei reisten, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,97 Prozent auf 6,969 Millionen. Im Zeitraum von Januar bis Juli belief sich der Gesamtverlust auf 2,1 Prozent.
Im gleichen Zeitraum ergab sich bei konkurrierenden Reisezielen ein gegenteiliges Bild. Spanien verzeichnete ein Wachstum von 3 Prozent, Griechenland von 0,58 Prozent und konnte damit seinen Marktanteil ausbauen.
GROSSER VERLUST AUS DEUTSCHLAND
Auf dem wichtigsten Quellmarkt der Türkei, Deutschland, kam es zu einem starken Rückgang. Die Zahl der deutschen Touristen sank um 5,26 Prozent. Aufgrund hoher Preise verlagerten sich die Urlaubspräferenzen ins Inland; im deutschen Inlandstourismus machten 42,8 Millionen Menschen Urlaub im eigenen Land.
Die Rückgänge in anderen Märkten stellten sich wie folgt dar:
Großbritannien: 9,65 Prozent Rückgang
Italien: 20,12 Prozent Rückgang
USA: 21,9 Prozent Rückgang
Iran: 18,9 Prozent Rückgang (aufgrund der Auswirkungen des Krieges)
„WIR SCHWIMMEN IN GEFÄHRLICHEN GEWÄSSERN“
Hamit Kuk, Chefberater von TÜRSAB, betonte, dass der Rückgang von 2 Prozent in den ersten sieben Monaten nicht unterschätzt werden dürfe. „Die Hotels hätten im Juli voll belegt sein müssen, aber die Auslastung blieb bei 70 bis 80 Prozent“, sagte Kuk und wies darauf hin, dass Preisrevisionen auch die Rentabilität gesenkt hätten.
„Wir können froh sein, wenn wir die Zahlen von 2024 erreichen. Dieses Bild ist nicht nachhaltig. Die Türkei braucht ein neues Tourismusmanifest, denn wir konkurrieren immer noch mit 40 Jahre alten Methoden“, erklärte er.
WAHRNEHMUNG DER TÜRKEI ALS TEURES LAND
Kuk sagte, dass die Wahrnehmung der Türkei als teures Land den Tourismus negativ beeinflusse. Er erklärte, dass die exorbitanten Kostensteigerungen sowohl den Wechselkurs als auch die Inflation überholt hätten:
Anstieg des Wechselkurses zwischen 2020 und 2025: 450 Prozent
Anstieg der Preise für Hülsenfrüchte, Milch und Fleisch im gleichen Zeitraum: 600 bis 1200 Prozent
Anstieg der Fleischpreise für Hotels: 1200 Prozent
Dieses Bild verdeutlicht, dass Probleme in der Lieferkette die Preise übermäßig in die Höhe getrieben haben.
„2025 WIRD EIN UNRENTABLES JAHR“
Burhan Sili, Vorsitzender von ALTİD, sagte, dass die Zuwächse aus Märkten wie Polen nicht ausreichten, um die Verluste auszugleichen. Sili wies darauf hin, dass Touristen heute eher kurze, erlebnisorientierte Urlaube statt langer Aufenthalte bevorzugten, und betonte, dass Länder aus Fernost und dem Nahen Osten zunehmend an Bedeutung gewännen.
„Die Wechselkurspolitik, der außergewöhnliche Kostenanstieg und die Rückgänge in den Quellmärkten lassen die Gewinnmargen schmelzen. 2025 scheint ein unrentables Jahr zu werden“, sagte er.
KASACHSTAN RÜCKLÄUFIG, UKRAINE IM AUFWIND
Kaan Kavaloğlu, Vorsitzender von AKTOB, gab bekannt, dass die Zahl der inländischen Besucher in Antalya in den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 um 7,5 Prozent gestiegen sei, während die Zahl der ausländischen Besucher um 1,3 Prozent zurückgegangen sei. Unter den zehn wichtigsten Quellmärkten verzeichnete Kasachstan mit 12 Prozent den größten Rückgang, während die Ukraine mit 22 Prozent den größten Zuwachs verbuchte.
Kavaloğlu äußerte die Einschätzung: „Wenn in der Ukraine Frieden einkehrt, könnte sie für die Türkei unter die Top-5-Märkte aufsteigen.“