Parlamentarische Anfrage der TİP zu Atakan Karazor: Ist das nicht eine Entscheidung, die Männergewalt legitimiert?

Die TİP-Sprecherin Sera Kadıgil hat die Berufung des Fußballers Atakan Karazor, der wegen des Vorwurfs der sexuellen Nötigung vor Gericht steht, in den Kader der A-Nationalmannschaft auf die Tagesordnung des Parlaments gebracht.

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Die Sprecherin der Arbeiterpartei der Türkei (TİP), Sera Kadıgil, hat die Berufung des Fußballers Atakan Karazor, der in Spanien wegen des Vorwurfs der sexuellen Nötigung vor Gericht steht, in den Kader der A-Nationalmannschaft vor die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) gebracht. 

In ihrer parlamentarischen Anfrage, die vom Minister für Jugend und Sport, Osman Aşkın Bak, beantwortet werden soll, erklärte Kadıgil, dass diese Einladung Männergewalt legitimiert und die Kultur der Straflosigkeit fördert.

WAS WAR GESCHEHEN?

Atakan Karazor wurde 2022 auf Ibiza unter dem Vorwurf festgenommen, eine 18-jährige Frau sexuell genötigt zu haben. Karazor, der sechs Wochen in Gewahrsam war, wurde gegen eine Kaution von 50.000 Euro freigelassen.

Karazor, dessen Gerichtsverfahren in Spanien noch andauert, wurde kürzlich in den Kader der türkischen A-Nationalmannschaft berufen.

ERSTE STELLUNGNAHME DER NATIONALMANNSCHAFT

Das Vorstandsmitglied des Türkischen Fußballverbandes (TFF) und Verantwortlicher für die Nationalmannschaften, Ceyhun Kazancı, äußerte sich angesichts der Reaktionen wie folgt: "Wir sind gegen jede Form von Gewalt. Das Verfahren gegen Atakan Karazor läuft noch. Jeder Einzelne gilt als unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist. Wir müssen zu unserem Bruder stehen. Sollte sich die Schuld bestätigen, wird er die Konsequenzen tragen müssen."

Sera Kadıgil richtete folgende Fragen an Minister Bak:

Ist die Berufung eines Sportlers, gegen den als Täter sexueller Nötigung ermittelt wird, in die Nationalmannschaft nicht eine Entscheidung, die Männergewalt legitimiert?

Ist diese Situation nicht eine Entscheidung, die das Ansehen unseres Landes auf der internationalen Bühne schädigt?

Ist die Belohnung eines Sportlers, gegen den ermittelt wird, durch seine Ernennung zum Nationalspieler nicht eine Entscheidung, die das Gewissen des Landes verletzt?